Juweliere sind in diesen Tagen offenbar besonders bedroht. Nur vier Tage nach dem spektakulären Millionendiebstahl in Bamberg im türkischen Schmuckladen Alara kam es am Mittwochabend in Wuppertal zu einem brutalen Raubüberfall ebenfalls auf ein türkisches Juweliergeschäft. Dabei wurde eine 33-jährige Angestellte getötet und eine weitere Mitarbeiterin des Juweliergeschäfts schwer verletzt.

Die beiden mutmaßlichen Täter, ein 38-jähriger Serbe und ein 22-jähriger Mann aus Montenegro, wurden bei der Flucht gefasst. Doch gibt es offenbar keine Verbindungen zwischen dem Verbrechen in Nordrhein-Westfalen und dem in Bamberg. Wie Sabine Michalke, Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberfranken auf Anfrage erklärte, liegen keine Erkenntnisse über einen irgendwie gearteten Zusammenhang vor. Auch eine andere heiße Spur hat sich bei den Ermittlungen der Kripo in Bamberg nicht ergeben. Fünf Tage nach dem Einbruch in dem Laden in der Hauptwachstraße tappen die Beamten im Dunkeln.

Täter brauchten gute Ortskenntnisse


Die unbekannten Täter hatten sich Sonntagnacht Zugang zu einem Lichthof über dem Geschäft verschafft, indem sie in das Bamberger Rathaus am Maxplatz eindrangen.
Der Weg vom Trausaal an der Fleischstraße bis zum Glasdach des Hinterhauses an der Hauptwachstraße kann nur Tätern mit sehr guten Ortskenntnissen bekannt gewesen sein und spricht für eine professionelle Vorbereitung. Zu den bisher nicht veröffentlichten Details des Raubs gehört auch, dass die Täter eine Leiter liegen ließen, die sonst von den Fensterputzern des Rathauses genutzt wird. Sie war im Rathaus-Innenhof frei zugänglich.

Der Einbruch im Rathaus, über das die gestohlene Ware auch abtransportiert worden sein musste, ist bei den Mitarbeitern der Behörde mit zwiespältigen Gefühlen aufgenommen worden: "Es gibt ja auch manchen, der hier mal nachts arbeitet", sagte Ulrike Siebenhaar. Spekulationen, der Täterkreis rekrutiere sich aus dem Rathausumfeld, wies die Pressesprecherin zurück.

Unbestritten sind Juweliere und Goldschmiede durch den Anstieg des Goldpreises derzeit einem höheren Risiko ausgesetzt. Joachim Dünkelmann, Geschäftsführer des Bundesverbands der Juweliere, klagt über mehr Einbrüche. "Die wachsenden Preise für Edelmetall und Edelsteine wecken die Begehrlichkeiten für unsere Produkte - auch für Zielgruppen, die wir uns nicht wünschen."