Vandalen in Bamberg haben die Wahlplakate mehrerer Parteien zur bevorstehenden Landtagswahl zerstört und teils mit rechtsextremen Parolen bekritzelt. Grüne und SPD sehen eine Grenze überschritten.
Plakat-Vandalismus in Bamberg: Am Sonntag (8. Oktober 2023) findet in Bayern die Landtagswahl statt. In unserem Überblick siehst du, welche Kandidaten neben Markus Söder (CSU) noch zur Wahl stehen. Auch in Bambergs Straßen hängen nun wieder die Konterfeis der Politiker und Politikerinnen. Unter anderem von Ursula Sowa (Grüne), die kürzlich einen schmerzhaften Treppensturz erlitten hat.
Auch mindestens ein Wahlplakat von ihr ist lädiert. Jemand hat es in der Mittelstraße zerrissen. Noch drastischer sind aber die Beschädigungen an den Plakaten von Eva Jutzler (SPD). "Das ist bei uns die rote Linie, die nicht überschritten werden sollte", sagt die Geschäftsstellenleitung des SPD-Büros Bamberg, Cornelia Daig-Kastura, im Gespräch mit inFranken.de.
Hitlerbärte und NSDAP-Schmierereien: Bamberger Wahlplakate verunstaltet - SPD erstattet Anzeige
In der Luitpoldstraße und auf der Kettenbrücke ist sie mit Hitlerbart zu sehen, wie inFranken.de am Donnerstag (7. September 2023) dokumentierte. Auf einem der beiden Plakate steht zusätzlich "AfD or NSDAP". "Wenn das passiert, erstatten wir Anzeige gegen Unbekannt", so Daig-Kastura. Das habe man bereits getan. Intern informiere sich die Gruppe gegenseitig über Sichtungen und entscheide dann über die weiteren Schritte.
Im Vorfeld jeder bevorstehenden Wahl rechne der Ortsverband schon mit Vandalismus. "Schmierereien und Beschädigungen sind in den vergangenen Jahren leider immer wieder vorgekommen. Wenn wir das merken, hängen wir die Plakate ab", führt sie fort. Der Verantwortliche aus dem Verein kümmere sich dann um Ersatz. Neue Plakate seien dafür in Auftrag gegeben worden. Das Anbringen bedeute natürlich Kosten- und Personalaufwand. Wie viele Plakate die Parteien anbringen, hänge vom jeweiligen Budget ab, informiert die Geschäftsstellenleitung.
Auch die Grünen haben nicht nur zerrissene Plakate zu verbuchen. Gegenüber von Eva Jutzler auf der Kettenbrücke sah inFranken.de am Donnerstag (7. September 2023) ein Plakat mit dem diesjährigen Slogan "Wähl Kindern eine Zukunft". Hier sind Wörter durchgestrichen, stattdessen ist "nein, Mörder, scheiß Grüne und AfD" zu lesen.
Wahlhelfer beleidigt und beklaut: Polizei berichtet von üblen Szenen in der Nacht
Der Grüne Direktkandidat für den Landtag Tim-Luca Rosenheimer sagt im Gespräch mit inFranken.de: "Wir beobachten das ganz akut. Leider sind sehr viele unserer Wahlplakate im Stadtgebiet und Landkreis betroffen." Nach zwei Tagen sei bereits ein Großteil beschädigt gewesen. Dies stelle einen "erheblichen Mehraufwand" und einen "großen Sachschaden" dar. Ein Plakat koste vier bis sieben Euro. "Ich finde es sehr, sehr schade, dass das so in unserer Demokratie passiert. Wir finden es gar nicht witzig, weil es kein Kavaliersdelikt, sondern eine heftige Sachbeschädigung ist." Rosenheimer könne beachten, dass die Fälle im Vergleich zur Vergangenheit "noch einmal mehr geworden" seien.
Die Stadt Bamberg verwies bei diesem Thema auf die Polizei. Das Polizeipräsidium Oberfranken berichtete der Redaktion daraufhin über Unbekannte, die in der Nacht auf Sonntag (27. August 2023) Wahlhelfer und Wahlhelferinnen beim Anbringen der Plakate als "Kriegstreiber" und "Arschlöcher" beleidigten. Anschließend nahmen sie Wahlplakate von einem Lastenwagen und wollten flüchten. Einer der Täter nahm einem 24-jährigen Wahlhelfer zusätzlich ein Plakat aus der Hand. Nachdem er den Flüchtenden hinterher gerufen hatte, dass die Polizei bereits verständigt sei, ließen die Unbekannten demnach die Plakate fallen und setzten ihre Flucht fort.
Früher waren Wahlplakate evtl. mal mit dem notorischen Hitlerbart oder der Lügennase verziert, ich stelle jedoch auch einen eskalierenden Hass insbesondere auf Plakate der "nicht-rechten "Parteien fest. In meinem Bekanntenkreis sind Menschen zu Antisemiten und Antigrünen mutiert, auffällig ist dass diese oftmals im Impfgegnermilleu unterwegs waren.Hier ist klar eine politische Einflussnahme auf diese angeblich so nach Toleranz strebenden Montagsprotestierer festzustellen. Der Hass wird klar von rechts geschürt, Wenn Menschen einer friedvollen LGBT Veranstaltungen verprügelt werden, ist jeder Hassredner am Stammtisch nicht unschuldig, da sich solche Schläger von denen moralisch gestützt fühlen.Halt ebenso wie die Plakatzerstörer
Die Berichterstattung finde ich in der Hinsicht mal wieder symptomatisch, dass hier allein die Zerstörung von rot-grünen Schildern angeprangert wird. Im Generalverdacht latürnich die "pöööösen Rächtän". Allein, als ich am Tag nach der Plakatierungswelle durch die Stadt ging, fiel mir als erstes ein zerstörtes AfD-Schild auf. Da war ansonsten nirgends ein lädiert. Darüber wird latürnich nicht berichtet.
Ohne das gutheißen zu wollen, Verschandelung von Wahlplakaten gab es schon immer. Als Teenager haben wir auch gerne mal hier und dort ein Hitlerbärtchen gemalt oder eine Augenklappe. Das sind unreife Blödeleien, einen gefährlichen Rechtsradikalismus sehen nur die üblichen Verdächtigen aus Wahlkrampfgründen.
Schon mal was von cum ex gelesen, nach nur wenigen Jahren fehlt h. Scholz die Erinnerung
Und Höcke pflegt den Nazi-Jargon!
Was hat das mit der Zerstörung von Wahlplakaten zu tun?
Vandalismus findet in den Städten überall statt. Beschmierte Bänke, besprühte Gebäude, zerstörte Pflanzen, verdreckte Parks ……. Warum? Weil die Ordnungshüter nicht präsent sind bzw. solche Sachen weder verfolgen noch überhaupt aufnehmen und vor allem NUR bei Anzeige reagieren und nicht selbst motiviert gegen sowas vorgehen. Zum anderen sollten sich die Parteien einmal überlegen, ob es im Zeitalter der Digitalisierung, noch zeitgemäß ist ganze Straßenzüge mit Papp- oder noch schlimmer, mir Kunststoffplakaten voll zupflastern. Der Informationsinhalt der meisten Plakate ist völlig sinnfrei wenn nicht unsinnig und außer einem Gesicht, das man aus der Presse und dem TV ohnehin täglich serviert bekommt, ist da nichts was die Plakate irgendwie zur Entscheidungsfindung bezüglich der Wahl bringen.