Bamberg
Nachruf

Bamberg trauert um Erich Kropf

Wenige Wochen vor seinem 83. Geburtstag ist der vielseitig engagierte Bamberger Erich Kropf gestorben. Als Pädagoge, Stadtrat, Kärnten-Kenner und Vorsitzender des Alpenverein genoss Kropf einen hohen Bekanntheitsgrad weit über die Stadtgrenzen hinaus.
Im Dezember 2007 wurde Erich Kropf (links) für 70 Jahre Mitgliedschaft im Alpenverein ausgezeichnet. Die Ehrung nahm sein Sohn Stefan vor, der damals Vorsitzender der Sektion Bamberg war. Foto: privat
Im Dezember 2007 wurde Erich Kropf (links) für 70 Jahre Mitgliedschaft im Alpenverein ausgezeichnet. Die Ehrung nahm sein Sohn Stefan vor, der damals Vorsitzender der Sektion Bamberg war. Foto: privat
Bamberg ist seit Dienstag um einen Mann ärmer, der sich als Mittler zwischen Geschichte und Zukunft verstand. Auf allen Gebieten, auf denen sich Erich Kropf bis ins hohe Alter engagierte, tat er es ausdauernd und, wie man heute sagen würde, nachhaltig.

So gehörte der Familienvater 36 Jahre lang der CSU-Fraktion im Stadtrat an. Fünf Mal sprachen ihm die Wahlberechtigten seit seiner ersten Kandidatur im Jahr 1960 das Vertrauen aus. Zwölf Jahre lang war er Vorsitzender der Fraktion.

Die engen Verbindungen, die Bamberg zu Villach und Feldkirchen in Kärnten pflegt, sind auch sein Verdienst. Kropf hat aus persönlichem Interesse über die ehemaligen Besitzungen des Hochstifts Bamberg in Österreich, Italien und Slowenien geforscht und bei seinen Reisen viele Kontakte und Freundschaften geknüpft, die später in einer offiziellen Städtepartnerschaft noch ausgebaut wurden. Privat und mit Gruppen reiste er viele Male nach Kärnten. Wer wollte, konnte von ihm unterwegs sehr viel lernen.

Der Bamberger war eben auch durch und durch ein Pädagoge. Nach seinem Studium der Wirtschaftswissenschaften, Geografie und Psychologie hatte er sich zum Diplom-Kaufmann ausbilden lassen, wurde Diplomhandelslehrer und leitete schließlich bis zum Ruhestand die Bamberger Fach- und Berufsoberschule.

Verantwortung übernahm Erich Kropf schon in jungen Jahren in der örtlichen Sektion des Alpenvereins (DAV), die er zehn Jahre als Zweiter und 33 Jahre als Erster Vorsitzender leitete. Als Sprecher des Nordbayerischen Sektionsverbandes von 1973 bis 1996 hatte die Stimme des Bambergers Gewicht über die Grenzen Bayerns hinaus.


"Erich Kropf war ein Mann des Ausgleichs"

Er gehörte in den 1970er Jahren auch einer Satzungskommission an, die sich die Modernisierung des Gesamtvereins zum Ziel gesetzt hatte. 2007 wurde er für 70 Jahre DAV-Mitgliedschaft ausgezeichnet.

Sportlich war Kropf zeitlebens. Als junger Mann spielte er beim damaligen FC Bamberg Handball, engagierte sich da schon mehr als andere und wurde Jugendleiter. Später gehörte seine Liebe vor allem Klettertouren und Wanderungen in seiner fränkischen Heimat.

Wenige dürften Franken so gut kennen wie er es getan hat. Auch "die Fränkische" erforschte er mit der ihm eigenen Begeisterung und Ausdauer. Vor wenigen Jahren schrieb er das Büchlein "Hungerbrunnen, Tummler, Steinerne Rinnen", das seine Leser mit kleinen Naturwundern und verborgenen Naturdenkmälern vertraut macht.

"Erich Kropf war ein Mann des Ausgleichs, der über Parteigrenzen hinweg den Konsens suchte und dadurch viele wichtige Entscheidungen und Weichenstellungen für unsere Stadt maßgeblich mit beeinflusst hat."

So würdigte Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) am Mittwoch in einem Nachruf den Verstorbenen. Kropf habe sich in allen Ehrenämtern - in Vereinen wie im Stadtrat - weit über das normale Maß hinaus engagiert und eingebracht, um das Wohl seiner Heimatstadt Bamberg zu fördern.

Von diesem Einsatz zeugt eine Reihe von Auszeichnungen: die Verdienstmedaille des Verdienst ordens der Bundesrepublik Deutschland, die Verdienstmedaille der Stadt Bamberg, die Kommunale Verdienstmedaille in Bronze, der Ehrenring der Stadt Bamberg, Verdienstmedaillen und Ehrenzeichen der österreichischen Städte Wolfsberg, Villach und Feldkirchen.

Am Freitag wird Erich Kropf um 13.30 Uhr auf dem Bamberger Friedhof an der Hallstadter Straße beigesetzt.