Wegen der sich jeweils fortbewegenden Demonstrationen ist in der Domstadt noch bis zum Abend - mindestens bis 19 Uhr - mit erheblichen Behinderungen zu rechnen.
Ursprünglicher Artikel vom 11.09.2026: 10.000 Menschen bei Großdemo in Bamberg?
Mit mehreren Tausend Demonstranten in unterschiedlichen Demonstrationszügen ist am Samstag (12. September 2026) in Bamberg zu rechnen. Ausgehend von der Ankündigung einer Versammlung des rechten Bündnisses "Einigkeit für Deutschland / Projekt M1llion" haben auch mehrere Organisationen zu Gegenkundgebungen aufgerufen. Darunter die Bamberger Ortsgruppe von "Fridays for Future" und "Omas gegen Rechts". Letzterer will sich nach eigener Aussage auch der Bamberger Oberbürgermeister Sebastian Niedermaier (SPD) anschließen, wie unser Schwesterportal fraenkischertag.de berichtet (PLUS-Artikel).
Wer steht hinter dem "Projekt M1llion", und wie kommt die Organisation nach Bamberg? Im Impressum auf der Internetseite der Organisation findet sich der Name Marcel Baldauf mit einer Adresse im sächsischen Hoyerswerda. Unterstützung erhält das Projekt von der Bamberger Stay-Awake-Bewegung. Auf deren Infokanälen wird die Veranstaltung intensiv beworben.
Welche Forderungen vertritt das "Projekt M1llion"?
Mit welchen Forderungen kommt "Projekt M1llion" nach Bamberg? Auf der Website findet sich ein Elf-Punkte-Plan, mit dem unter anderem der sofortige Rücktritt der Bundesregierung, eine Abschaffung der CO2-Steuer und Rundfunkgebühr sowie ein Migrationsstopp gefordert werden.
Als einziges Gesicht von "Einigkeit für Deutschland / Projekt M1llion" stellt sich Marcel Baldauf auf dem Internetauftritt vor - 44 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Töchtern. Wer also mit auf dem Internetauftritt mit "Wir" gemeint ist, bleibt vage. Man verstehe sich aber als unabhängig von parteipolitischen Interessen und als Bürgerbewegung.
Die Bamberger Ortsgruppe von Fridays for Future (FFF) verortet die Bewegung ganz klar im rechten Spektrum. Der Bewegung stünden Rechtsextreme, AfD-Anhänger und die Freien Sachsen nahe, heißt es auf der Instagramseite von FFF-Bamberg. Dazu verweist man auf einen Artikel von zeit.de, der sich mit der bislang größten Kundgebung von "Projekt M1llion" mit 10.000 Teilnehmern vor wenigen Wochen im sächsischen Plauen befasst.
So bereitet sich die Polizei auf den Samstag in Bamberg vor
Weil es in Plauen so viele Teilnehmer waren und auch für Bamberg so viele angekündigt sind, geht die Polizei in Vorbereitung auf die Demonstrationen von 10.000 Teilnehmern aus. Das bestätigt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken im Gespräch mit inFranken.de.
Zum genauen Kräfteeinsatz will man sich dort aus einsatztaktischen Gründen nicht äußern. Für den Fall der Fälle sei man aber mit Polizisten aus Oberfranken, der Bereitschaftspolizei und mit Beamten der Reiterstaffel gerüstet. "Wir gehen aber erst einmal von einem friedlichen Versammlungsgeschehen aus", so der Präsidiumssprecher.
Ebenso geht die Polizei davon aus, dass sich die angemeldeten Demonstrationszüge - "Projekt M1llion" und der Gegenprotest aus Bamberg - hier und da nahe beieinander bewegen. "Wir werden die zwei sich fortbewegenden Versammlungen durch die Stadt führen", sagt der Polizeisprecher. Wo notwendig, kommen neben den Einsatzkräften auch Absperrungen zum Einsatz. Bei der Gegendemonstration rechnet die Polizei bis dato mit einer niedrigen vierstelligen Zahl von Teilnehmern.
Mehrere Bamberger Gruppen organisieren Gegenprotest
Zweiter Hauptakteur des Gegenprotestes in Bamberg sind die "Omas gegen Rechts", die in sozialen Medien für den 12. September ebenfalls zu einer Kundgebung aufrufen. Darin heißt es: "Rechtsextreme mobilisieren deutschlandweit nach Bamberg! Wir stellen uns dagegen."
Bamberg stellt sich also für Samstag, 12. September, darauf ein, dass in der Stadt aufgrund der Veranstaltungen und Demonstrationszüge ein ziemliches Chaos herrscht. So heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt: "Aufgrund einer sich fortbewegenden Versammlung ist am Samstag, 12. September 2026, ganztägig mit erheblichen Behinderungen und Beeinträchtigungen in weiten Teilen des Bamberger Stadtgebietes zu rechnen." Gemeint ist damit wohl die Kundgebung von "Projekt M1llion".
Betroffen seien vor allem der Bereich Volksparkgelände mit Pödeldorfer Straße in Richtung Innenstadt und dort im Besonderen die Verkehrsflächen im Bereich vor dem Bahnhof, Ludwigstraße, Luitpoldstraße, Markusplatz, Obere Königstraße, Schönleinsplatz und Wilhelmsplatz. Der Bamberger Bahnhof soll fußläufig durchgehend erreichbar bleiben. Autos könnten über die Brennerstraße auf der Rückseite des Bahnhofes zufahren.
Wo man am Samstag in Bamberg noch durchkommt - und wo nicht
Der Demonstrationszug sei für Samstagnachmittag mit bis zu 10.000 Teilnehmern angekündigt. Eine Gegendemonstration gebe es im Bereich der Innenstadt, so die Stadt in ihrer Ankündigung. Die "Omas gegen Rechts", "Fridays for Future" und "Buntes Bamberg" wollen ihre Versammlung nach eigenen Angaben um 14 Uhr in der Trimbergstraße starten. "Aufgrund des Versammlungsgeschehens müssen in einigen Straßenzügen in der Innenstadt die Parkflächen kurzzeitig entfallen", warnt die Stadt. "Entsprechende Halteverbotsbeschilderung wird vorab für Samstag, den 12. September 2026, für die Zeit von 8 bis 20 Uhr gestellt."
Zusätzlich zu den angekündigten Versammlungen und Demonstrationszügen könne es zu weiteren Demonstrationen kommen, warnt die Stadt. Man geht daher davon aus, dass weite Teile der Bamberger Innenstadt am Samstag nur für Anlieger erreichbar sein werden. "Es wird daher empfohlen, das Gebiet weiträumig zu umfahren und planbare Termine in diesen Bereichen zu verschieben." Von der Pödeldorfer Straße aus werde es keinen Zugang zum Volkspark und zum Fuchs-Park-Stadion geben. Ebenso ist die Nutzung der Festwiese nicht möglich.
Auch die Stadtwerke Bamberg rechnen zwischen 12 und 18 Uhr mit massiven Einschränkungen. Fahrgäste müssen sich darauf einstellen, dass die Busse den Fahrplan nicht einhalten können, ihre Fahrt frühzeitig beenden müssen und Haltestellen nicht bedienen können. Badegäste des Stadionbads und Besucher des Wohnmobilstellplatzes am Bambados müssen insbesondere vor und während der Kundgebung sowie bei Rückkehr der Demonstrierenden mit einer eingeschränkten Erreichbarkeit des Stadionbads und längeren Wartezeiten bei der Einfahrt zum bzw. Ausfahrt vom Parkplatz rechnen.
@Juergen:
3850 Menschen waren also zufällig zum Einkaufen in Bamberg?
Ich wusste gar nicht, dass die Geschäfte zeitweilig wegen Überfüllung geschlossen wurden.
Für welchen Frieden haben die denn demonstriert?
"M1llion" hat nach eigener Aussage gegen den Kanzler demonstriert!
Was bitteschön kann man denn in der Bamberger Innenstadt einkaufen ? Ich frag das aus reinem Interesse, weil mir fällt da nix ein. Halt, doch, im Karstadt kann man gut einkaufen, macht nur kaum noch jemand in diesen Zeiten. Zum Rumgrölen ist es allerdings ideal in der Innenstadt, tagsüber wie bei der Samstags-Demo und auch mitten in der Nacht, wenn der Alkohol die Blutmenge in den Adern überholt hat.
Der größte Teil der sogenannten Gegendemonstranten waren zufällig in Bamberg einkaufende Bürger, die durch den Umzug am überqueren der Straße gehindert worden sind. Aktive Gegendemostranden inklusive der Schreihälse waren keine 150 Personen. Wieso man eine Gegendemonstration gegen den Frieden macht, kann aus meiner Sicht nur jemand sein der für einen Krieg ist. Es müssten viel mehr Bürger für Frieden auf die Straße gehen um die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder zu sichern.
Der überwiegende Teil der angekündigten Demonstranten war eh nur von extern herbeigeschafft, sonst wäre nur der kläglich Rest der bekannten Montagsdemonstranten auf der Straße gewesen, und die hat sowieso noch nie jemand ernst genommen, so wie dieses komische Projekt.
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