• Bamberg: "Plattenladen"-Betreiber kündigt überraschend Rückzug an 
  • Roland Krefft und Frau Fionna betreiben auch "Ostbar" und "Bierhaus Bamberg"
  • "Ruhiger machen": Abschied kommt nach exakt acht Jahren 
  • "Nichts ist wichtiger als Veränderung": So geht es mit den Bamberger Kultkneipen weiter

Der bekannte Bamberger Gastronom Roland Krefft hat überraschend seinen Rückzug angekündigt. Wie Krefft gegenüber inFranken.de bestätigt, habe er sich bereits Ende 2021 gemeinsam mit seiner Frau Fionna entschieden, seine Firma, die "Krefft Gastro GmbH" aufzulösen. Krefft betreibt den "Plattenladen" in der Sandstraße, das "Bamberger Bierhaus" am Obstmarkt und die "Ostbar" in der Zollnerstraße. 

"Mehr Zeit mit Familie": Bamberger Wirt zieht sich zurück - Paukenschlag für Gastroszene

"Ich habe einen Hauptberuf im Social-Media-Bereich und immer gedacht, ich könnte die Gastronomie im Nebenberuf auch mit meiner Familie vereinbaren", erzählt Krefft. Was vor acht Jahren als "Spaßprojekt" begonnen habe, sei "schnell ernst geworden - mit 40 Mitarbeitern", so der Gastronom. Corona sei "nicht ausschlaggebend" für die Entscheidung gewesen. "Dass wir aufhören, hat keine finanziellen Gründe. Auch wenn es die vergangenen zwei Jahre nicht leicht war, sind wir gut überm Berg", sagt Krefft. 

Bei Facebook meldet sich der Bamberger Wirt mit einem emotionalen Abschiedsstatement an Gäste, Mitarbeitende und Freunde: "Heute vor genau 8 Jahren haben wir in der Sandstraße unseren ersten Laden eröffnet, den Plattenladen. Eine kleine Bar mit DJs. Am Valentinstag aus Liebe zur Musik", schrieb er am Montag, dem 14. Februar 2022. "Die letzten acht Jahre waren ein spannender, anstrengender, aber auch sehr sehr schöner Ritt! Weitere Läden sind im Laufe der Jahre dazu gekommen. Viele Freundschaften und tolle Geschäftsbeziehungen sind entstanden, hunderte wunderbare, ausgelassene Abende! Ziel erreicht!" 

Für ihn und seine Frau sei es "nun aber an der Reihe weiterzuziehen und neue Herausforderungen anzugehen, zudem wollen wir künftig mehr Zeit mit der Familie verbringen und etwas ruhiger machen". Das Bamberger Nachtleben werde, so ist sich Krefft sicher, "sicherlich bald wieder richtig anlaufen und der Sommer wird super", schreibt er bei Facebook. Die Zeichen ständen "gut". Der Wirt kündigt auch eine "ordentliche Abschiedsparty" an - sobald es die Corona-Lage wieder zulasse. 

"Ostbar" und "Plattenladen" haben Nachfolger - so geht es mit den Bamberger Kneipen weiter

Aber wie geht es mit den bekannten Bamberger Kneipen weiter? Bei Facebook hatte Krefft angekündigt, dass sich "einiges verändern" werde, aber "das ist auch gut so". Nichts sei "wichtiger als Veränderung", so der Wirt in dem Statement. "Wir haben jeden der Läden in gute Hände gegeben", so Krefft gegenüber inFranken.de. "Die Ostbar bekommt einen neuen Namen und geht an einen bekannten Bamberger Gastronomen", verrät er. 

Der künftige Betreiber sei hier Sven Goller, der auch das "Schwarze Schaf" an der Schranne betreibt. Gemeinsam mit dem Michael Rott, ebenfalls ein bekannter Kopf der lokalen Gastroszene soll er die Bar in die Zukunft führen. Das Konzept der "Ostbar" gehe "noch etwas mehr in die Cocktail-Richtung, richtet sich aber weiterhin an jüngere Menschen", erzählt der Wirt. 

"Der Plattenladen bleibt unter dem gleichen Namen bestehen und wird künftig von meinem Mitarbeiter Nico Wunder geführt", sagt Krefft. Weiterhin würden dort DJs spielen, die Getränkekarte werde "ein wenig aufgehübscht". Mehr Veränderung soll es beim "Bierhaus Bamberg" geben, dort werde wie in der Ostbar eine "namentliche Veränderung" und neue Betreiber geben. Konkretes könne Krefft aus rechtlichen Gründen hierzu allerdings noch nicht äußern. "Es wird aber ein Ort für Biertrinker bleiben", verspricht er. Trotz seines Rückzugs will Krefft selbst aber weiterhin die beliebte Bamberger Hip-Hop-Partyreihe "Greenclub" organisieren. Dort sehe man sich "sicherlich dann auch mal wieder", schreibt er bei Facebook und wünscht einen "bombastischen Sommer". 

Erst kürzlich begannen der Plattenladen und die Ostbar mit dem Ausverkauf ihrer Getränkevorräte "zum Schnäppchenpreis"