• SPD, Grüne und FDP planen die kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene
  • Staatsministerin Melanie Huml (CSU) übt Kritik: "Politik der gesellschaftlichen Verantwortungslosigkeit"
  • Bamberger Landtagsabgeordnete präferiert ausschließlichen Einsatz in Medizin

Im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP spricht sich die voraussichtliche Ampel-Koalition für die "kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken in lizenzierten Geschäften" aus. So sei es möglich, die Qualität zu verbessern, in diesem Zuge den Umlauf von verunreinigten Substanzen zu verhindern und den Jugendschutz zu gewährleisten. Dieses Vorhaben erntet nicht nur Zustimmung. Von Bayerns Staatsministerin für Europaangelegenheiten und Internationales, Melanie Huml (CSU), hagelt es diesbezüglich deutlich Kritik.

"Schlichtweg eine Droge": CSU-Politikerin Huml hält Cannabis-Freigabe für falsch

"Als Ärztin halte ich die Cannabis-Freigabe für falsch. Sie ist kein Akt der Liberalität, sondern eine Politik der gesellschaftlichen Verantwortungslosigkeit", schreibt sie auf Facebook. Denn Cannabis sei kein "harmloses Gewächs, sondern schlichtweg eine Droge - mit gesundheitlichen und sozialen Risiken." Der Landtagsabgeordneten für die Region Bamberg zufolge schade ein regelmäßiger Konsum sowohl der Lunge als auch dem gesamten Herz-Kreislauf-System.

Der Gebrauch der "hochwirksamen stimmungs- und wahrnehmungsverändernden Droge" könne als Einstieg eine Cannabisabhängigkeit einleiten und zu einer Psychose führen.  Die Freigabe sei "kein Akt der Liberalität, sondern schlicht verantwortungslos. Besser wäre gewesen, Cannabis weiterhin nur in der Medizin einzusetzen. Denn bei einigen Krankheiten haben die Inhaltsstoffe eine lindernde Wirkung - etwa bei Patientinnen und Patienten mit starken Schmerzen, mit Multipler Sklerose oder Hyperaktivität. Die Cannabis-Freigabe wird ein Rückschlag sein, Suchtkrankheiten in Deutschland zurückzudrängen. Schade!", schreibt Huml weiter.

Die Ampel-Koalition plant derweil, das Gesetz nach vier Jahren auf "gesellschaftliche Auswirkungen" überprüfen zu lassen. Außerdem wollen die Parteien laut Koalitionsvertrag die "Regelungen für Marketing und Sponsoring bei Alkohol, Nikotin und Cannabis" verschärfen und auf verstärkte Aufklärung mit besonderem Fokus auf Kinder, Jugendliche und schwangere Frauen setzen. Auch soll das Modell "Drug-Checking" für weitere Sicherheit sorgen. Hierbei können beispielsweise Partygänger auf dem Schwarzmarkt gekaufte Drogen auf Reinheit testen lassen.

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Mehr zum Thema: Der Deutsche Hanfverband spricht sich im Zuge der kontrollierten Abgabe für Coffeshops nach niederländischem Vorbild in Deutschland aus. 

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