Für viele Touristen ist es ein echtes Muss: idyllische Erinnerungsfotos auf dem Schönleinsplatz vor dem Reiterstandbild von Prinzregent Luitpold - umrahmt von der wundervollen Blumenpracht der Beete. Derzeit herrscht Hochbetrieb im Gartenamt der Stadt. Denn die Mitarbeiter pflanzen nach den Eisheiligen den sogenannten Sommerflor. 67 000 Blumen-Pflanzen werden dabei über Plätze, Straßen und Brücken Bambergs verteilt. Etwa 10 000 Quadratmeter groß sind alle Beete und Pflanzflächen zusammen gerechnet.

"Die meisten unserer Pflanzen stammen aus den städtischen Gewächshäusern", sagt Robert Neubert, Leiter des Gartenamtes, und fügt an: "Das spart uns viel Kosten." In den kommenden Tagen und Wochen sind nun noch Schiller- und Maxplatz sowie die Lange Straße an der Reihe. Natürlich gucken vor allem auch Hobbygärtner ganz genau hin, was heuer so alles in den Beeten der Stadt alles so wächst und farbenfroh blüht. Welche Neuheiten gibt es denn dort? Neubert klärt auf: "Der Sommerflor besticht durch seine Pracht und soll die Stadt bunt schmücken."

Hingucker sind dabei oft auch wieder Geranien. Dabei waren die lange Zeit verpönt und galten als Sinnbild für biedere Blumenkästen-Blümchen. Doch dieses schlechte Image gehört wohl der Vergangenheit an, weiß Robert Neubert: "Die haben tolle Farben und verzeihen auch, wenn sie mal weniger Wasser kriegen." Eine Eigenschaft, die in diesem Jahr vor allem gefragt ist. "Alles ist pulver trocken. Im April und Mai hat die fränkische Platte so gut wie keinen Regen ab bekommen", meint Amtsleiter Neubert. "Es ist grotesk, dass wir im Prinzip seit April gießen müssen."

Mediterranes ist beliebt

Kein Wunder also, wenn Bambergs Gärtner bei dieser Witterung auch gerne zu mediterranen Stauden oder Blumen greifen. Solanum - oder auch Enzianbäumchen genannt - ist eines dieser Gehölze. Am Schönleinsplatz haben Björn Schlaug und sein Kollege Matthias Hennemann viele dieser Bäumchen mit lila Blüten gesetzt. "Sie vertragen keine große Kälte, daher überwintern wir sie in Hallen oder Gewächshäusern", so Schlaug.

Um die Enzianbäumchen schmiegen sich am Boden Blumen wie Tagetes oder Begonien. So entstehen Inseln der Ruhe und Harmonie, in denen sich Spaziergänger gerne tummeln und entspannen. Übrigens: Insgesamt rund 160 000 Pflanzen setzen Gärtner Bambergs über das Jahr verteilt. Der Sommerflor bleibt dabei bis etwa Mitte Oktober, bevor er vom Herbstflor abgelöst wird, der meist aus Viola besteht. Und was passt am besten in die privaten Blumenkästen der Stadt? Vor dem Einkauf im Gartencenter sollte man sich überlegen, welche Pflanzen für den heimischen Balkon infrage kommen.

Im Trend für die Bepflanzung auf der Südseite liegen Pflanzen, die als Trio in einem Kasten wachsen können. Solche Trios sorgen für Abwechslung und eine große Farbvielfalt auf dem Balkon, ähnlich wie ein bunter Blumenstrauß. Mittlerweile gibt es solche Trios beispielsweise aus Elfenblumen, Zauberglöckchen und Verbenen. Mit der richtigen Pflege hat dann jeder so die Chance auf seine eigene blühende Insel.