• Mega-Projekt in Bamberg: Neues Stadtviertel "Lagarde" für rund 3000 Menschen
  • Auf ehemaligem US-Army-Gelände: Oberbürgermeister Starke (SPD) verspricht bezahlbaren Wohnraum 
  • Stadtviertel soll eigenes Kraftwerk bekommen: Erdsonden bereits auf 6000 Quadratmetern verlegt
  • Konversionssenat beschließt Konzept für "hochwertige Gastronomie": "American Diner" soll einziehen 

In Bamberg entsteht ein komplett neuer Stadtteil auf dem Gelände der ehemaligen US-Army-Kasernen - erste Bewohnende sollen bereits im Herbst 2022 einziehen: Der Bamberger "Lagarde-Campus" ist laut Stadtwerke eines der "größten innerstädtischen Infrastrukturprojekte Deutschlands". Zwischen Weißenburgstraße, Zollnerstraße und Berliner Ring entstehen Miet- und Eigentumswohnungen für rund 3000 Menschen, auch Bauplätze für Hausprojekte sind vorhanden. Lange hat eine Initiative auch für ein Armee-Museum mit "American Diner" gekämpft. Jetzt gab es grünes Licht dafür im Konversionssenat. 

Update vom 25.10.2021, 15.38 Uhr: Gastronomiepläne werden konkret - für ein "American Diner" auf Lagarde

Es sei ein "großer Erfolg", schreibt die Initiative "SAVE 7119" in einem Facebook-Post. "Unser Traum kann nun tatsächlich Wirklichkeit werden!", heißt es weiter. Was die Gruppe so freut, ist ein Beschluss des Bamberger Konversionssenates vom vergangenen Mittwoch, 20. Oktober 2021. Es geht um das Gebäude mit der Nummer "7119", in dem sich, dass, so die Stadtverwaltung, 1935 gegründet wurde - und dass, "als Reitstall beziehungsweise später als Stable Theater und Waschsalon" der US-Army diente. 

Seit Jahren kämpfen der ehemalige Zivilangestellte der Armee, Helmut Weis, und die Schutzgemeinschaft Alt Bamberg e.V. dafür, dass die ehemaligen Stallungen auch nach dem Wandel von Lagarde von der Kaserne zum Mega-Stadtviertel einen US-amerikanischen Charakter bewahren. "Vom Pub bis zum Taxifahrer, von den Stadtwerken bis zu den Handwerksbetrieben, von 1945 bis zu ihrem Abzug im Jahr 2014 haben sich die ehemaligen Besatzer zu Verbündeten und Freunden entwickelt", schreibt der Verein in einem Konzeptvorschlag für das Gebäude. 

Weis habe "bis zum Abzug eine große Sammlung von Erinnerungsstücken zusammengetragen", heißt es in dem Beitrag. "Gerade die Details, die einem diese Ära lebendig vor Augen führen, wie Flaggen, Laden- und Nummernschilder, Vermittlungstelefone, Wegweiser, Truppenabzeichen, Uniformen" seien in seinem "reichhaltigen Fundus" vor dem Verlust bewahrt worden.

Nachricht zu "American Diner" mit Army-Museum löst Begeisterung im Netz aus

"Eine besonders kluge Option wäre eine Kombination der Ausstellung mit Gastronomie", heißt es weiter. Hier würde sich nach den Vorstellungen des Vereins ein „American Diner sehr anbieten", man könne sich das auch in Kombination mit Verkauf von Spezialitäten aus den USA vorstellen, so der Verein. Am vergangenen Mittwoch hat der Konversionssenat nun beschlossen, dass das Gebäude am neuen "Willy-Brandt-Platz" eine "Kombinationslösung aus einer hochwertigen Gastronomie und einem eigenständigen Ausstellungsbereich" entstehen soll. 

In den sozialen Netzwerken hat das, besonders unter ehemals in Bamberg stationierten US-Streitkräften, große Freude ausgelöst. "Großartige Nachrichten", "wundervoll", man könne kaum erwarten, dass das Lokal öffne, heißt es dort unter einem Beitrag in einer Gruppe. Thomas Michael vom Amt für strategische Entwicklung und Konversion Bamberg erklärt gegenüber inFranken.de, dass die Verwaltung nun " eine Ausschreibung für eine Konzeptvergabe" ausarbeite. 

"Wir können natürlich nicht prognostizieren, welcher Gastronom einziehen wird", sagt Michael. Doch es gebe in Bamberg bereits verschiedene Gastronomen, die ein ähnliches Konzept hätten und man werde darauf achten, dass der entsprechende Betreibende "inhaltlich und von der Qualität her passt". Bamberg bekomme damit "eine neue internationale Attraktion mehr" und auch "eine lebendige Stätte für die deutsch-amerikanische Freundschaft", freut sich die Initiative "SAVE 7119".

Update vom 15.10.2021, 16.26 Uhr: Bamberg "Lagarde" bekommt Supermarkt und Gastronomie im Norden 

Die Stadt Bamberg hat am 15. Oktober 2021 eine öffentliche Führung für Bürgerinnen und Bürger durch das Gelände der ehemaligen "Lagarde-Kaserne" veranstaltet, um die Öffentlichkeit über den neuesten Stand der Entwicklungen zu informieren. Dabei kündigte Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) an, dass das digitale Gründerzentrum an der Ecke Zollnerstraße/Berliner Ring, eine Beratungsstelle für Start-ups bereits Anfang 2022 eröffnen werde. 

Sichtbar wurde auch, dass die Bauarbeiten an den "Lagarde Höfen" im Südosten bereits weit fortgeschritten sind. Hier entstehen laut Stadt insgesamt 330 Wohnungen, ein Teil davon ist preisgedämpft oder gefördert. "Es herrscht eine unglaubliche Dynamik auf dem Gebiet", so Starke weiter. Am Ende würden auf Lagarde rund "3000 Menschen wohnen", sagte der Bamberger Oberbürgermeister. Er versprach vor den Anwesenden, die zahlreich erschienen waren, "bezahlbaren Wohnraum". Außerdem wolle sich die Generalstaatsanwaltschaft erweitern und auch die ehemalige US-Kommandatur übernehmen. Dafür sei man "in guten Verhandlungen mit der Justiz". 

In unmittelbarer Nähe zur Kommandatur im bisher weitgehend unbeplanten Gebiet im Norden des neuen Stadtviertels kündigte Alexander Schenk vom Amt für Konversionsmanagement ein neues Wohnprojekt an. Der Investor Deutsche Wohnwerte will hinter dem künftigen Medical Valley eine "Stadtoase" schaffen. In einem Vorstellungspapier verspricht das Unternehmen "individuell nutzbare Wohnformen" und "hochwertige Freianlagengestaltung". Ingesamt würden etwa 145 Wohnungen gebaut, 20 Prozent davon Sozialwohnungen. Außerdem sollen 1600 Quadratmeter Gewerbeflächen entstehen. 

Supermarkt und Gastronomie: So soll der Willy-Brandt-Platz auf "Lagarde" aussehen

Dabei setze man auf eine "Holz-Hybrid-Bauweise", die den CO2-Ausstoß vermindern soll, begrünte Fassaden und rötliche Klinikerfassaden sollen "an die ehemalige Kasernenarchitektur" erinnern. Im Erdgeschoss soll unter anderem Einzelhandel einziehen. Wie Schenk gegenüber inFranken.de sagte, werde der Investor einen Teil der Fläche an einen Supermarkt-Betreiber verpachten, der dort ein "Nahversorgerzentrum" betreiben soll. Das Ganze sei auch "bereits festgezurrt", so Schenk. 

Direkt nebenan: Eine aktuell noch riesige brachliegende Fläche, die bald aber zu neuem Leben erweckt werden soll, wie Schenk vorstellte. Im weitgehend verkehrsberuhigten Nordwesten von "Lagarde" steht aktuell nur das ehemalige Theatergebäude der US-Armee. Daraus soll in Zukunft Gastronomie werden, habe man bei der Stadt entschieden.

Ein Betreiber ist aber noch nicht gefunden, man stehe hier noch recht weit am Anfang. Der Platz selbst soll zu einem "grünen Zentrum" dieses Teils des Viertels werden, ein Treffpunkt für die Anwohnenden mit viel Natur. Eine alte Eiche habe man deshalb extra an Ort und Stelle belassen. 

Investor errichtet Kita auf Lagarde: Hier werden die Kleinsten betreut  

Ebenfalls ein neues Wohnprojekt soll direkt zwischen den "Lagarde-Höfen" und dem "Kulturquartier" mit Post- und Reithalle entstehen. Die Ingenieursfirma Burnickl Group aus Würzburg, die auch einen Sitz in Bamberg hat, wolle hier Wohnungen bauen, ein Teil des neuen Gebäudes sei auch für Gastronomie vorgesehen, so Schenk.

Erste Mieter und Mieterinnen gibt es auf Lagarde aber bereits: Im "Kosmos Ost" in der Weißenburgstraße 10 sind schon Kunst- und Kulturschaffende eingezogen, aktuell finden dort aber auch noch Bauarbeiten statt. Ebenfalls klar ist, wo die neue Kita der Volksbau GmbH einziehen wird: In der Weißenburgstraße 6, wo zuvor ein Montessori-Kindergarten seinen Platz finden sollte.

Auch die Stadtwerke Bamberg haben bei der Bürgerbegehung noch einmal das Energiekonzept von "Lagarde" angepriesen, wofür das städtische Unternehmen sogar bereits international ausgezeichnet worden sei, wie Projektverantwortlicher Stefan Loskarn erklärte. "Wir haben 100 Prozent erneuerbare Energien in den Neubauten, in den Altbauten schaffen wir das nicht ganz." Dafür seien bereits "Erdkollektoren auf 6000 Quadratmetern" verlegt. Dabei handle es sich "um eine Art Fußbodenheizung", die mit dem "komplexen System" der Energiezentrale direkt neben dem Kulturquartier verbunden sei. 

Update vom 01.10.2021, 12.30 Uhr : Erstes Projekt auf "Lagarde" wird nicht weiterverfolgt - der aktuelle Stand

Auf dem neuen "Lagarde"-Gelände in Bamberg wird es doch keine Kita in der Weißenburgstraße geben. Das hat die Stadt Bamberg auf Anfrage von inFranken.de geäußert. "Das ursprünglich vorgesehene Gebäude wird aktuell von uns nicht mehr als Kita weiterverfolgt", so Stadtsprecher Steffen Schützwohl. Ursprünglich sollte zwischen Bereitschaftspolizei und Kulturareal ein Montessori-Kindergarten einziehen. 

Der Grund, warum das erste Lagarde-Projekt wieder zurückgezogen wurde: "Ein sozialer Träger kann sich bei seinem Projekt auf der Lagarde die Realisierung einer Kita im gleichen Umfang vorstellen", so Schützwohl. Die Volksbau Bamberg, ein Zusammenschluss einer Immobilienagentur aus Tübingen und der Umweltbank AG in Nürnberg, hatte im Juli gegenüber inFranken.de bestätigt, in der Wohnanlage "Lagarde-Höfe" eine Kita errichten zu wollen - die sich in unmittelbarer Nähe zur ursprünglich geplanten Kita in der Weißenburgstraße befunden hätte. 

Der Träger würde als Investor die Kita - neben "weiteren Funktionen" - selbst bauen und dann auch betreiben, verrät der Sprecher der Stadt Bamberg. Und schlussfolgert: "Insofern wäre dann eine zweite Kita natürlich obsolet." Es gebe sogar bereits Planungen für das Projekt, sagt Schützwohl. 

Eine "finale Aussage" zur Lagarde-Kita erhoffe sich die Stadtverwaltung in den kommenden Wochen. "Das Thema Montessori ist für den Lagarde-Campus nicht mehr relevant", heißt es vonseiten der Verwaltung. Währenddessen wurden in der vergangenen Sitzung des Bamberger Konversions- und Sicherheitssenates (14. Juli 2021) weitere Informationen zum aktuellen Stand an die politischen Verantwortlichen gegeben. 

So wolle die Instone GmbH, die im Norden des Geländes rund 230 Wohnungen plant, insgesamt sechs Wohngebäude mit Verkaufsflächen errichten, der Antrag werde geprüft, hieß es in der Sitzung. Das Kulturquartier soll, so die Pläne der Stadt, künftig zu jeweils einem Drittel aus Kultur, Café und Gewerbeflächen bestehen. "Zeitlich werden die Baumaßnahmen im Kulturquartier aufeinander abgestimmt. Nach dem aktuellen Zeitplan sollen die Baumaßnahmen Posthalle und Kulturplatz von 2022 bis 2024 weitgehend parallel umgesetzt werden. Die Bauarbeiten für die Energiezentrale (Stadtwerke) im räumlichen Anschluss an die Posthalle haben bereits begonnen", heißt es im Bericht. 

Erstmeldung vom 08.07.2021: Neues Stadtviertel in Bamberg: So viel kosten die Mieten auf "Lagarde"

Das neue Viertel besteht aus verschiedenen Wohnanlagen, die von unterschiedlichen Investoren gebaut und verkauft beziehungsweise vermietet werden. Die meisten Wohnungen befinden sich im Westteil des insgesamt 20 Hektar großen Geländes. Auf 45.000 Quadratmetern entstehen nördlich des Bereitschaftspolizeireviers die "Lagarde-Höfe", die von der Volksbau Bamberg gebaut werden. "Wir planen und bauen bezahlbaren Wohnraum, denn wir haben die Zeichen der Zeit erkannt und bieten mit unserer Idee 'Wohnen für Alle' ein zukunftsorientiertes Gesamtkonzept", beschreibt die Immobilienagentur ihre Version. 

Die Volksbau Bamberg baut dort insgesamt 330 Wohnungen. 85 davon sind geförderte Mietwohnungen mit Wohnberechtigungsschein für Menschen mit niedrigem Einkommen, wie Projektmanager Andreas Hirt gegenüber inFranken.de  erklärt. 80 Wohnungen seien "preisgedämpft". Hier bewege sich der Mietpreis im Rahmen von 10,50 Euro kalt pro Quadratmeter. Außerdem ständen drei Grundstücke für Baugemeinschaften mit Flächen von über 1200 Quadratmetern zum Verkauf. "Die Bewerber reichen ein Konzept ein, das bestimmte Bedingungen erfüllen muss", so Hirt. Dazu zählt unter anderem eine Solaranlage. Die Bewerbung über die Internetseite beginnt am 09.07.2021, auch Mietanfragen können hier gestellt werden. 

Die ersten Mieter*innen sollen bereits Ende Herbst 2022 in die "Lagarde-Höfe" einziehen, so Hirt. Im Norden des Geländes baut der Immobilienentwickler Instone derweil 237 Wohnungen, 47 Wohnungen davon gefördert. "190 Wohnungen sind für den freien Markt geplant. Wie sich diese 190 Wohnungen in Mietwohnungen bzw. Eigentumswohnungen aufteilen, steht noch nicht fest", so Sprecher Jens Herrmann. Auch zu den Mieten könne man noch keine Aussage treffen. Der Ersteinzug sei für Anfang 2025 geplant. Entlang der Zollnerstraße will die P&P-Gruppe die dortigen Altbauten modernisieren und - so die Stadt Bamberg - zu Stadthäusern und Mikroapartments umwandeln. Noch laufen allerdings Investorengespräche. 

Zwei Kitas, Supermarkt und Gastronomie: Das ist in Bambergs neuem Stadtviertel geplant

Auf dem Lagarde-Campus sollen auch zwei neue Kinderbetreuungseinrichtungen entstehen. In der Weißenburgstraße plant die Stadt die Eröffnung eines Montessori-Kindergartens mit 24 Krippen- und 50 Kindergartenplätzen. Eine weitere Kita soll auf dem Gelände der "Lagarde-Höfe" entstehen, wie Projektmanager Andreas Hirt erklärt. Die Kita soll Anfang 2023 eröffnen, genauere Informationen zur Anzahl der Plätze und zum Betreuungskonzept kann Hirt noch nicht nennen. Allgemein sollen die "Lagarde-Höfe" sich auch von den Grundrissen der Wohnungen her an den "Bedürfnissen von jungen Familien" orientieren, heißt es in der Projektbeschreibung. 

Gleichzeitig plant die Immobilienagentur einen "großzügig angelegten Quartiersplatz mit kulturellen Angeboten, Gemeinschaftsräumen und Gästewohnungen". Ein Teil des Geländes sei auch für Gewerbeflächen vorgesehen. "Dort kommen Büros, Einzelhandel, Ateliers und Werkstätten hinein", sagt Hirt. Und verrät: "Ein Supermarkt ist nicht angedacht, dafür aber ein Backshop." Auf dem Teil des Geländes, dass der Investor Instone bebaut, wird hingegen "vom Nahversorger über Cafés, Bistros, Büros und kleinere Läden alles für den täglichen Bedarf vorhanden" sein, so die Stadt in einem Lagebericht von 2020. Welche Händler und Gastronomen hier einziehen sollen, ist laut Instone-Sprecher Herrmann aber noch nicht klar. 

Sicher ist hingegen, dass Bamberg an der Ecke Berliner Ring/Zollnerstraße neben einem neuen Start-up-Zentrum, das Gründer*innen berät, auch sein eigenes "Medical Valley" bekommt. Hier ziehen sowohl ein Ausbildungszentrum der Bamberger Sozialstiftung ein als auch Fraunhofer und eine Beratungsfirma für digitale Medizin. Den größten Bereich stellt aber ein neues Demenz-Zentrum dar, das spätestens Anfang 2025 eröffnet werden soll. Hier sollen 120 "hochmoderne, stationäre Pflegeplätze" entstehen, an denen auch Robotersysteme der Forschenden eingesetzt werden, wie aus einer Vorlage der Bamberger Verwaltung hervorgeht. 

Neues Bamberger Stadtviertel "Lagarde": Vier Parkhäuser, aber weniger Autos 

Auch die Stadtwerke Bamberg haben große Pläne mit dem neuen Stadtviertel. Insgesamt wollen sie drei von vier Parkhäusern in dem neuen Viertel bauen. Allerdings sollen nur noch maximal 80 Prozent der Bewohnenden ein eigenes Auto nutzen, wie Sprecher Jan Giersberg gegenüber inFranken.de sagt. "Im Durchschnitt wird es viel weniger Parkplätze geben als in normalen Quartieren." Wer auf "Lagarde" auf einen Stellplatz verzichtet, erhält für 20 Jahre eine ÖPNV-Karte für das gesamte Bamberger Stadtgebiet. "Es gibt außerdem genügend Bike- und Carsharing-Angebote vor Ort, damit Sie immer das Fahrzeug haben, dass sie gerade benötigen", so Giersberg. "Das Auto steht nicht mehr vor der Tür, kostet und nimmt Platz weg. Dafür gibt es Grünflächen."

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Grün soll auch die Energieversorgung im neuen Bamberger Stadtviertel sein. Deshalb verlegen die Stadtwerke auf einem Großteil des Geländes sogenannte Kollektoren in der Erde, erklärt der Sprecher. Diese sammeln die Wärme, die dann über Pumpen in den Gebäuden das Wasser für Heizungen und Wasserleitungen der Bewohner erhitzen. Der Strom hierfür wird - so der Plan - über zahlreiche Solaranlagen auf den Dächern der "Lagarde"-Gebäude erzeugt. "Wir bauen eine Energiezentrale auf dem Gelände, in der Batterien überschüssigen Strom sparen." Auch ein Teil des Mieterstroms werde über Solar erzeugt. "Lagarde ist aber ganz normal an unser Stromnetz angeschlossen, also kann zu 100 Prozent Ökostrom bezogen werden", so Giersberg. 

Direkt neben der Energiezentrale: Das neue "Kulturquartier" im Stadtviertel. Erst im April wurde entschieden, dass die alte Posthalle auf dem Gelände komplett saniert und Kreativschaffenden zur Verfügung gestellt werden soll. Picknickplätze, Sportgeräte und ein Kulturcafé sorgen laut Plan für "eine kulturell bespielte, aktive und attraktive Quartiersmitte". Aktuell laufen Diskussionen, wie das Ganze letztendlich genutzt werden soll. Auch im Osten des Geländes, wo die Generalstaatsanwaltschaft seit 2015 gegen Internet-Kriminelle ermittelt, will die Stadt einen Investor für neue Wohnungen in Bamberg-Lagarde anwerben. Dort läuft laut einem Verwaltungspapier von Anfang Mai gerade das Vergabeverfahren. 

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