Alles neu macht der Mai - das stimmte zumindest für die erste Sitzung des Hallstadter Stadtrates in seiner akutellen Sitzungsperiode: Neu im Amt des Ersten Bürgermeisters führte Thomas Söder (CSU) durch die von vielen Regularien und Formalien bestimmte Sitzung. Neu war auch die überraschend hohe Zahl an Zuhörern und gleichfalls überraschend , da ungewohnt und damit neu war die überaus harmonische Atmosphäre, in der alles über die Bühne ging. Alles beim Alten und damit beim Gewohnten blieb es in Hallstadt, was den Posten des Zweiten Bürgermeisters betraf. Da brauchen sich die Hallstadter nicht umgewöhnen und wissen Ludwig Wolf von Bürgerblock/Freie Wähler weiterhin in dieser Funktion.
Doch bevor Wolf in geheimer Wahl einstimmig gekürt wurde, gab es eine Menge anderer Tagesordnungspunkte abzuarbeiten.

Dazu gehörte allem voran die Vereidigung des neu gewählten Stadtoberhauptes Thomas Söder. Doch bevor Söder derart offiziell in Amt und Würden eingeführt war, musste nach dem Verzicht des vorherigen Bürgermeisters Markus Zirkel auf sein Stadtratsmandat der Stadtrat die Amtsniederlegung anerkennen. Erst damit war der Weg für SPD-Nachrückerin Yasmin Birk ins Gremium geebnet.

Davor jedoch brachte Thomas Söder seine Freude über den "sehr guten Besuch der Sitzung" zum Ausdruck, das möge doch am besten weiterhin so sein.

Als nach Lebensjahren ältestem Stadtratsmitglied fiel Werner Pflaum (66) die Aufgabe zu, Söder zu vereidigen. Wie der langgediente SPD-Genosse bekannte, sei ihm dies nicht nur Pflicht und Ehre, sondern auch "besondere Freude". Froh war Pflaum, nachdem er Söder den Amtseid abgenommen und die mit 820 Gramm fast ein Kilo schwere Amtskette umgelegt hatte, dass es sich "Gott sei Dank um keinen Größeren" gehandelt hatte. Mit heftigem Applaus rundeten Gremium und Auditorium diesen Akt ab.

Söder bedankte sich für die Vereidigung und ließ wissen, dass er sich auf die Zusammenarbeit mit Statdratskollegen, Verwaltung und Bürgern freue. Es gelte, gemeinsam Aufgaben anzugehen, Hallstadt und Dörfleins zu gestalten. Er bat: "Unterstützen Sie mich, den Stadtrat, die Stadtverwaltung, damit sich unsere Zukunft gut entwickelt."

Nachdem er selbst den Amtseid abgelegt hatte, durfte Söder dann den neuen Stadtratsmitgliedern den Ihren abnehmen: Söder vereidigte Rita Deusel (BBL/FW), Herbert Diller (BBL/FW), Matthias Diller (SPD), Andreas Groh (CSU), Klaus Hittinger (CSU), Joachim Karl (CSU) und Stefanie Stollberger (CSU).

Die nächste Formalie galt der Stellvertretung des Bürgermeisters. In Hallstadt wird es nach Wunsch des Stadtparlaments weiterhin nur einen geben. "Was sich bewährt hat, soll weiterhin so bleiben", befand Veit Popp und schlug namens der CSU den bisherigen Stadtchef-Vertreter Ludwig Wolf vor. Weil er über Parteigrenzen hinweg beliebt und geschätzt sei. Dem hatten die anderen Fraktionen nichts hinzu zu fügen. In geheimer Wahl wurde Wolf einstimmig gekürt und im Anschluss vom Stadtoberhaupt vereidigt. Wolf zeigte Emotion: "21 zu 0 ehrt mich, das geht ans Herz, herzliches Dankeschön für den Vertrauensvorschuss." Nach diversen anderen Regularien musste auch die Besoldung des Bürgermeisters abgearbeitet werden. Wie Verwaltungschef Uwe Schardt dazu erklärte, sei dies entgegen der vorherigen Periode nun durch das Besoldungsgesetz und nach Gemeindegrößen geregelt. Demnach wird Thomas Söder in Besoldungsgruppe A 16, Stufe 11 eingestuft. Davon nahm der Stadtrat ebenso Kenntnis wie von der monatlichen Entschädigung seines Stellvertreters.

Namens des Städte- und Gemeindetgages wird zwar eine Verkleinerung der Ausschüsse favorisiert. Die Hallstadter Fraktionen sind sich aber einig, es bei der bisherigen Größe (mit zehn bzw. sechs Mitgliedern)zu belassen, damit möglichst viele Gremiumsmitglieder sich in der Ausschussarbeit einbringen können. Rasch hatte man sich nach Benennung der jeweiligen Ausschussmitglieder (siehe Infokasten) auf Klaus Hittinger als Vorsitzenden des Rechnungsprüfungsausschusses geeinigt. Die Formalien wurden in großer Harmonie und Geschlossenheit rasch abgearbeitet. Verschoben wurde die Verabschiedung einer neuen Geschäftsordnung, damit die Fraktionen genügend Zeit haben, sich darüber Gedanken zu machen.

Bürgermeister Söder bot zu diesem Thema sowie generell an, dass er selbst bzw. auch die Verwaltung in die Fraktionenkommen, um Aufklärung zu geben. Gedanken machen sollen sich die Städträte nun über die Besetzung weiterer Ehrenämter vom Jugendbeauftragten bis zur Spielplatzkommission.

Bürgermeister Söder stimmte den Stadtrat dann bereits auf anstehende Aufgaben ein. So wird man sich bereits in der kommenden Woche mit dem historischen Rathaus beschäftigen müssen: Ein Ortstermin soll darübr Aufschluss geben, was bei der (erneuten ) Sanierung auf Stadtrat und Stadt zukommt. "Die Kosten sind relativ hoch geworden", ließ Söder schon jetzt wissen. In der ersten Sitzung musste er bereits einen Antrag behandeln: Hans-Jürgen Wich bat um Verlegung des weiteren Sitzungstermins vom 28. auf den 26. Mai. Geschlossen war das Gremium dafür. Harmonie pur in der konstituierenden Sitzung eben.

Die Zusammenstzung der Ausschüsse:

Hauptverwaltungsausschuss
Michael Beck (CSU)
Stephan Czepluch (CSU)
Klaus Hittinger (CSU)
Veit Popp (CSU)
Stefanie Stollberger (CSU)

Hans-Jürgen Wich (SPD)
Werner Pflaum (SPD)
Heiko Nitsche (SPD)

Claudia Büttner (BB/FW)
Ludwig Wolf (BB/FW)


Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschuss
Stephan Czepluch (CSU)
Dr. Hans Partheimüller (CSU)
Andreas Groh (CSU)
Joachim Karl (CSU)
Günter Hofmann (CSU)

Yasmin Birk (SPD)
Harald Werner (SPD)
Matthias Diller (SPD)

Herbert Diller (BB/FW)
Peter Wolf (BB/FW)


Örtlicher Rechnungsprüfungsausschuss:
Vorsitzender: Klaus Hittinger (CSU)
Veit Popp (CSU)
Stephan Czepluch (CSU)

Heiko Nitsche (SPD)
Werner Pflaum (SPD)

Rita Deusel (BB/FW)
Peter Wolf (BB/FW)