Hier ist echte Liebe im Spiel. Die Liebe zu allem, was mit Bischberg und seiner Vergangenheit als einstiges Fischerdorf zu tun hat. Sie ist es, die Josef Kröner beflügelt und die Peter Fischer als Bauprojekt-Leiter durchhalten lässt. "Man muss das mit Herzblut machen", erklärt Kröner das, was im Laufe vieler Jahre zum Fränkischen Fischereimuseum geworden ist und nun auch einen zweiten Bauabschnitt hat Gestalt annehmen lassen. Am Sonntag lädt der Förderverein Fränkisches Fischereimuseum zur Einweihung des jüngsten Werks. Tags zuvor feiert der Verein sein 15-jähriges Bestehen.

Die Anfänge freilich reichen wesentlich weiter zurück, wie Josef Kröner, "Motor", des Vereins und Kopf hinter der Museumsidee erklärt.
1988 habe er als Vorsitzender des Ortskulturrings den ersten Antrag gestellt, erinnert sich der ehemalige Polizeibeamte, der privat einer Jahrhunderte alten Bischberger Fischer-Dynastie entstammt und selbst Fischermeister ist. "Es war dies die Zeit, als die alten Fischerhäuser verschwanden", erinnert sich der 60-Jährige. Mit dem Verschwinden der Bauten stellte sich die Frage, was und vor allem wohin mit den vielen alten Fischerei-Utensilien. Reusen, Netze, Schelche, Fähr-Utensilien. Viel zu schade zum Wegwerfen. Also einem Museum zur Verfügung stellen? Aber alles aus der Hand geben? Das kam für Kröner nicht in Frage. Dann schon lieber ein eigenes Museum. Doch der Weg dorthin war ein langer und harter.

Ein erstes Etappenziel war, dass die Gemeinde die einstige Treidelhalle sozusagen als Depot zu Verfügung stellte. 1999 hatte Kröner dann so viele für seine Museumsidee begeistert, dass sich ein Verein zunächst mit 72 Mitgliedern und Kröner als Gründungsvorstand formierte. Gleich im ersten Jahr zählte man 144 Mitglieder.

Bevor der Verein jedoch Projekte in Angriff nehmen konnte, so erklärt Kröner, musste Geld rangeschafft werden. Das tat der Verein mit dem Erlös aus einer Vielzahl von Veranstaltungen. Damit konnte dann 2007 die Sanierung der Treidelhalle mit dem Ausbau zum Museum angegangen werden: 35 000 Euro und weit über 3000 Stunden Eigenleistung stecken in dieser 2009 eingeweihten Einrichtung, für die Kröner im Vorfeld auch noch ein Konzept erstellen musste. Das Museum mit seinen urigen Exponaten strahlt einzigartige Atmosphäre aus, und wer sich hier eine Führung gönnt, dem wird sie vermutlich zum unvergesslichen Erlebnis.

Alleine schon wegen der vielen persönlichen Geschichten, die sich in jedem der umfangreichen Exponate rund ums Thema Fischer, Fischen und Wasser verbergen. Mit Herzblut wurde alles zusammen getragen, arrangiert, um beim Rundgang auf den dicht bestückten 100 Quadratmetern mit ebensolchem präsentiert zu werden. Vor allem Gruppen nutzen dieses Angebot nach vorheriger Anmeldung (über die Gemeinde, Telefon 0951/966380). "Eintritt wird keiner erhoben, wir bitten um Spenden", sagt Kröner.

Doch bald war klar, dass mehr Platz benötigt wird: Für Sanitäranlagen, Empfangsraum, Info-/Versammlungsraum, Küche und einen weiteren Themenschwerpunkt: Bischbergs Heimatgeschichte.

Wieder erwirtschaftete der Verein (heute hat er etwa 250 Mitglieder) zuerst die Mittel: Insgesamt 220 000 Euro haben die reinen Baukosten betragen. Dazu kame 5000 Stunden Eigenleistung. "Es ist nicht leicht alle ins Boot zu holen und da zu halten", weiß Kröner. In Peter Fischer, der bereits seit der Vereinsgründung dabei ist, hatte er einen tollen Bauleiter, der sich in den drei Jahren Bauzeit so bewährte, dass Kröner seine Nachfolge und damit die Vereinsführung bei ihm in besten Händen weiß.

150 zusätzliche Quadratmeter stehen dem Museum nun zur Verfügung, aber es wird wohl noch nicht das letzte Bauvorhaben auf dem Grundstück an der Hauptstraße sein, lässt Fischer erahnen. Damit der Verein auch das stemmen kann, so betonen die Akteure, seien sie weiterhin auf die Unterstützung der Familien und insbesondere der Ehefrauen angewiesen. Die bisherige werten sie als "echten Liebesbeweis."

Die Einweihungsfeier am Sonntag, 17. Mai, beginnt um 12 Uhr, die Bevölkerung ist natürlich zum Mitfeiern eingeladen.