Die Firma MeillerGHP mit Sitz in Schwandorf schließt ihren Standort an der Kronacher Straße. Dadurch verlieren 190 Beschäftigte dort in Kürze ihren Arbeitsplatz. Wie das Unternehmen am Montag in einer Pressemitteilung erklärte, habe das Amtsgericht Amberg inzwischen das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Dem Gericht und dem Gläubigerausschuss liege das Sanierungskonzept vor, das den angeschlagenen Spezialisten für personalisierte Werbesendungen wieder profitabel machen soll. Es sieht vor, dass der Standort Bamberg stillgelegt wird und Teile der Produktion nach Schwandorf verlagert werden. Auch am Hauptsitz kommt es zu einem Stellenabbau. Hier verlieren 60 Mitarbeiter ihren Job.

"Bis Ende Mai werden die Kündigungen für die 190 Beschäftigten in Bamberg und die 60 in Schwandorf erfolgen", berichtete Gesamtbetriebsratsvorsitzender Rudolf Steiner auf Anfrage dieser Zeitung. Bis zum 31. August werde dann das Gebäude an der Kronacher Straße geräumt. MeillerGHP war schon seit längerer Zeit hier nur noch Mieter.

Betriebsrat und Unternehmensführung verhandeln nun über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan. Doch die gesetzlichen Regelungen im sogenannten Schutzschirmverfahren sehen zunächst überschaubare Abfindungen vor. Man spricht von durchschnittlich zweieinhalb Monatsgehältern. Insolvenzgeld erhalten die Beschäftigten nicht mehr. Die hierfür vorgesehenen drei Monate seit Antrag auf Einleitung des Schutzschirmverfahrens Anfang Februar sind mittlerweile abgelaufen.

Weitere Standorte in Europa

"Für unsere Kunden wird die geplante Stilllegung des Standorts Bamberg keine Einschränkungen in unserem Leistungsspektrum bedeuten", sagte Stephan Krauss, Vorsitzender der Geschäftsführung von MeillerGHP. Das Unternehmen bleibt in Deutschland künftig noch an den Standorten Schwandorf und Dettingen mit insgesamt rund 550 Mitarbeitern vertreten. Hinzu kommen weitere europäische Standorte, etwa in Tschechien oder Frankreich. MeillerGHP gehört zu 65 Prozent der Österreichischen und zu 35 Prozent der Schweizerischen Post.

Der Markt für personalisierte Werbesendungen (Direct Mail), die millionenfach an Haushalte geschickt werden, steckt schon geraume Zeit in der Krise. "Der Preisdruck ist enorm", berichtete Gesamtbetriebsratsvorsitzender Steiner.