Landkreis — "Der Winter ist auf leisen Sohlen zurückgekehrt", verkündet das Schneetelefon der Arnsberglifte in Bischofsheim an der Rhön. Doch zwei bis drei Zentimeter Neuschnee reichen gerade einmal um Schlitten zu fahren. Generell fällt die Zwischenbilanz der bisherigen Skisaison eher mager aus.
"Die Situation bei den Liftbetreibern ist angespannt", sagt Gustav Schrenk, Betreiber der Arnsberglifte. Zwar waren die wenigen Betriebstage genug, um die Unkosten zu decken, aber im Hinblick auf Investitionen reiche das nicht aus. "Ich habe den Eindruck, dass sich die Leute vom Wintersport abwenden", sagt Gustav Schrenk. Grund dafür sei vermutlich die nicht zu gewährleistende Kontinuität.

Betrieb auch im Sommer?

Als zusätzliche Einnahmequelle könnten Installationen für den Sommerbetrieb dienen. "Das müssen wir abwarten", sagt Schrenk, "da steht vielleicht der Naturschutz im Weg." Zudem müsse ein Signal von den Touritikverbänden kommen. Das sei jedoch Zukunftsdenken. Mit der jetzigen Situation könne er trotz allem noch zufrieden sein.
Die Arnsberglifte waren bisher einmal sechs Tage und einmal vier Tage am Stück in Betrieb. Gustav Schrenk schätzt die Besucherzahlen auf 500 bis 600 pro Tag. Nun sind wieder ein paar Zentimeter Schnee gefallen und die Skifahrer machen sich Hoffnung, dass die Abfahrten bald wieder geöffnet sind.
Doch Gustav Schrenk bremst die Erwartungen: "Das sieht zwar gut aus, aber zum Skifahren reicht das nicht", sagt er. Da müssten noch 15 Zentimeter dazu kommen. Auch mit Schneekanonen sei da im Moment nicht viel zu machen. Dazu stünden Kälte und Luftfeuchtigkeit nicht im richtigen Verhältnis.
Die Kreuzberglifte waren insgesamt nur fünf Tage in Betrieb - drei davon am Stück. "Das war kein optimaler Schnee", sagt Liftbetreiber Thomas Fuß, "da fährt keiner." Zwei Zentimeter Schnee und Stillstand fasst er die momentane Situation zusammen. Optimal seien 30 bis 50 Zentimeter.
Zukunftsprognosen möchte er keine wagen. "Wenn ich wüsste, wann es schneit, wäre ich nicht Skiliftbetreiber, sondern Millionär", sagt Thomas Fuß. Er hoffe zwar auf Schnee, aber im vergangenen Jahr habe er auch gehofft und es sei kein Schnee gekommen.

Kanonen nicht rentabel

Den Einsatz von Schneekanonen sieht Thomas Fuß im Moment ebenso kritisch. Dazu seien die Temperaturen noch zu hoch. "Das bringt nur Unkosten", sagt er, "zwei Tage später ist der Schnee wieder weg." Im Mittelgebirge sei die Schneekanone absolut uninteressant. Zwei bis drei Tage länger fahren hebe die Kosten für den Einsatz nicht auf. Von der ungünstigen Wetterlage will man sich aber nicht unterkriegen lassen. "Schlechte Winter hatten wir schon viele", sagt Thomas Fuß. Manchmal sei der Winter auch erst im März zurückgekommen.

Lifte auf Wasserkuppe geöffnet

Um einiges rosiger sieht die Lage im hessischen Teil der Rhön aus. "Es läuft gut", sagt Sofie Goldbach von der Ski- und Rodelarena Wasserkuppe, "Am dritten und vierten Januar ist fast alles aus den Nähten geplatzt." Die neue Märchenwiesenhütte werde sehr gut angenommen. Die Betreiber könnten sich nicht beschweren.
Momentan sind auf der Wasserkuppe der Märchenwiesenlift und der Zauberteppich geöffnet. Am Freitag, 23.Januar, soll auch der Skilift Zuckerfeld wieder in Betrieb genommen werden. Dazu kommen hier Schneekanonen zum Einsatz. "Wir beschneien fleißig", sagt Sofie Goldbach. Kalt genug sei es dafür. Die Temperatur betrage derzeit minus ein Grad Celsius. Dennoch hoffe sie bis zum Wochenende auf besseres Wetter.