Eine Invasion der ungewöhnlichen Art suchte Waldfenster beim Rosenmontagsumzug heim. Viele orangene Wesen aus dem All waren gekommen, um in den allgemeinen Südlinkprotest einzusteigen. Im Gepäck hatten sie eine unkonventionelle Lösung: "Scheiß auf die Windräder, wir holen unseren Strom vom Mars", lautete eine ihrer Parolen.


"Das ist halt ein Faschingsspaß", sagte Heinz Boll, Sprecher der Invasoren, "wir wollten was Außerirdisches machen." Die Kostüme seien eigenhändig hergestellt worden. Die orangenen Wesen kamen aber wohl nicht vom Mars, sondern aus Waldfenster.

Für handgemachte Musik sorgte der Musikverein Waldfenster. Ein mobiles Schlagzeug schlug den Takt für die Blasmusikgruppe. Dass sich das ein oder andere Instrument bei der Kälte etwas verstimmte, war den Musikanten nicht so wichtig: "Für Fasching ist das okay", sagte Sigrid Vierheilig. Gegen die Kälte hatte die Gruppe ihr eigenes Rezept. "Wir wackeln so lange, bis uns warm wird", sagte Vierheilig. Im Programm hatte die Blaskapelle natürlich "Atemlos" von Helene Fischer und weitere beliebte Faschingslieder wie "I will survive".

Ideenreichtum aus der Rhön

Viele der Umzugsteilnehmer zeigten sich besonders kreativ. Jugendliche aus Geroda fuhren auf einem riesigen Dschungelgefährt durch die Straßen. Den Wagen hatten rund 20 Gruppenmitglieder an drei Samstagen zusammengebaut. Die Mitglieder einer Gruppe aus Stralsbach hatten sich als riesige Smiley-Gesichter verkleidet. Eine andere Gruppe lief als wandelnde Briefkästen durch den Ort. Sie wollten darauf aufmerksam machen, dass heutzutage alle nur noch Kurznachrichten, aber keine Briefe mehr schreiben.

Außerdem sahen die Besucher des Umzuges unter anderem eine Horde Quallen, einen Käfig voller Narren, streikende Bahnmitarbeiter, laufende Sterne und hübsche Tänzerinnen. Angeführt wurde der Zug von ihrer Lieblichkeit Prinzessin Lorena der Ersten und seiner Tollität David dem Ersten. Aber auch das Prinzenpaar aus Lauter stattete den befreundeten Aristokraten einen Besuch ab. Die Wagen fuhren vom Pfarrgemeindezentrum einmal quer durchs Dorf und der Zug endete schließlich wieder am Ausgangspunkt. Dort durfte drinnen im Warmen weitergefeiert werden.