Einen Rückblick auf das fast abgelaufene Jahr 2020 gab Nüdlingens Bürgermeister Harald Hofmann (CSU) in der Abschluss-Sitzung des Gemeinderates. Er erinnerte daran, dass das Gremium in 14 Sitzungen und einem Workshop 213 Tagesordnungspunkte beraten und entschieden hat. "Alles in diesem Jahr war und ist anders durch die Corona-Pandemie", betonte er. Vereinsaktivitäten, die Sportlerehrung oder die Bürgerversammlung fielen aus. "Ein wahrscheinlich harter Pandemie-Winter mit noch mehr Einschränkungen liegt vor uns", fürchtet er.

Zahlreiche wichtige Entscheidungen fielen im fast abgelaufenen Jahr: Im Februar lehnten die Bürger die Ortsumgehung ab. Die Entscheidung für die Tagespflege und den seniorengerechten Wohnungsbau am Ümpfig fiel. Die Kommunalwahl im März brachte einige Veränderungen im Gemeinderat. Im Juli fiel der Beschluss zum Neubau der Schule, im September wurde der Standort festgelegt. Im November gab es die Entscheidung zur Überarbeitung des Flächennutzungsplanes.

Größte Hochbauinvestition

Die größte Kanalbaumaßnahme seit der Inbetriebnahme der Kläranlage ist fast beendet, hier werden 1,5 Millionen Euro investiert. Der soziale Wohnungsbau in der Burgstraße wird voraussichtlich im Mai abgeschlossen, das Projekt am Wurmerich erst im August/September 2021, denn hier sind die Verzögerungen durch die Pandemie nicht mehr einzuholen. Insgesamt 2,2 Millionen Euro werden hier investiert, dafür bekommt die Gemeinde 650.000 Euro Zuschuss. "Am Ümpfig wächst der Rohbau der Tagespflege und der Wohnungen in einem beeindruckenden Tempo. Durch einen privaten Investor entsteht diese größte Hochbauinvestition in Nüdlingen seit vielen Jahrzehnten", freute sich der Bürgermeister. Er bedankte sich beim Gemeinderat "für die konstruktive und kollegiale Zusammenarbeit".

In der Sitzung wurden die Gemeindesteuern im kommenden Jahr festgelegt. Einstimmig und ohne Diskussion beschloss der Gemeinderat, dass, wie im Vorjahr die Grundsteuer A (land- und forstwirtschaftlich genutzte Grundstücke) und die Grundsteuer B (alle übrigen Grundstücke) bei jeweils 310 Prozentpunkten bleiben, die Gewerbesteuer bei 380 Prozentpunkten. Der Gemeinderat stellte auch die Jahresrechnung für 2019 fest und erteilte für das Haushaltsjahr 2019 Entlastung.

Die stellvertretende Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses, Liane Hofmann (CSU), berichtete über die Prüfung. Im letzten Jahr konnten 1,546 Millionen Euro dem Vermögenshaushalt zugeführt werden, in die allgemeine Rücklage flossen 319.000 Euro.

Bauanträge

Der Gemeinderat genehmigte den Abbruch eines landwirtschaftlichen Gebäudes und den Neubau einer landwirtschaftlichen Maschinenhalle am gleichen Standort in der Haardstraße sowie den Neubau einer landwirtschaftlichen Halle auf Gemarkung Haard. Das Gremium stimmte auch der Änderung eines schon genehmigten Bauantrages zu. In der Schenkgasse sollen ein Dach und eine Garage teilweise abgebrochen sowie das Wohngebäude aufgestockt werden, der Umbau der Garage zum Nebengebäude ist vorgesehen.

Schließlich gab der Gemeinderat auch grünes Licht für die Änderung des Bebauungsplanes Nüdlingen Nord I. Damit will ein Grundstückseigentümer Wohnbebauung schaffen. Die Verwaltung bekam den Auftrag, die Bebauungsplanänderung auszuschreiben und ein Büro damit zu beauftragen. Alle entstehenden Kosten soll der Antragsteller tragen, dazu wird mit ihm eine Kostenübernahmevereinbarung abgeschlossen.

Bewerbung um Regionalbudget

Bürgermeister Hofmann informierte über eine Sitzung der Lenkungsgruppe der Allianz Kissinger Bogen. Dabei wurde beschlossen, dass sich die Allianz um ein Regionalbudget im Rahmen der integrierten ländlichen Entwicklung bewirbt. Mit diesem Fördertopf unterstützt das bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten lokale Kleinprojekte. Projekte mit Gesamtkosten von maximal 20.000 Euro werden bis zu 80 Prozent, maximal aber 10.000 Euro, bezuschusst. Für dieses Regionalbudget wurde ein Entscheidungsgremium aus vier Bürgern gebildet, teilte der Bürgermeister mit, und "für die Gemeinde Nüdlingen wird Michael Hörner senior in das Gremium entsandt".