Aus dem Westerwald in die Rhön. Aglaia Abel ist seit Anfang des Monats die neue Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbandes und tritt damit die Nachfolge von Ralf Kiesel an, der den Verband bis vergangenen Sommer erfolgreich geführt hatte. Auf der jüngsten Mitgliederversammlung wurde sie öffentlich vorgestellt. "Meine Motivation für diese Stelle ist die Möglichkeit, konstruktiv die Umwelt mitzugestalten", sagte die Rheinland-Pfälzerin.
Der Artenschutz, insbesondere der Vogelschutz, liegen ihr besonders am Herzen.


Zurück zum Regelbetrieb

Die 32-Jährige hat nach ihrer Ausbildung zur Landwirtin Naturschutz und Landschaftsplanung studiert. Anschließend arbeitete Abel zwei Jahre als Vogelkundlerin in einem Landschaftsplanungsbüro. Nach einem dreiviertel Jahr Vakanz an der Spitze und einem schwierigen Jahr 2015 soll sie den Verein wieder auf Kurs bringen. "Ab jetzt herrscht wieder Regelbetrieb", formulierte es Landrat Thomas Bold (CSU), gleichzeitig Vorsitzender des Vereins. In der Einarbeitungsphase werde die Untere Naturschutzbehörde der neuen Landschaftspflegerin verstärkt zur Seite stehen.
Im vergangenen Jahr hatte der Verein mit einigen Problemen zu kämpfen, berichtete der Leiter der Unteren Naturschutzbehörde, Roland Lenhart. "Leider hatten wir mehr Austritte gehabt als sonst", sagte er. Gleichzeitig habe man auch nur wenig neue Mitglieder gewinnen können. Außerdem stehen noch finanzielle Forderungen des Vereins in Höhe von rund 200 000 Euro gegenüber Landkreis und diversen Antragstellern aus. Darüber hinaus wurde auf der Mitgliederversammlung kritisiert, dass viele Pflegemaßnahmen - wie die Wiesenmahd - zu lange aufgeschoben wurden. "Für uns ist es ärgerlich, wenn wir einen schönen Herbst haben, die Maßnahmen aber nicht bewilligt sind und wir nicht anfangen können", hieß es.


Anträge verspätet eingereicht

Für die Verzögerungen führte Lenhart zwei Gründe an. Zum einen habe der Landschaftspflegeverband aufgrund der Personalsituation viele Maßnahmen erst vergleichsweise spät eingereicht. Zum anderen habe es bei der Regierung ebenfalls personelle Engpässe gegeben, so dass die Maßnahmen erst verzögert bewilligt wurden. Das soll in Zukunft natürlich anders laufen. "Heuer wird es garantiert alles früher", versprach Lenhart. Als Startschuss für die Wiesenmahd ist der August vorgesehen.
"Es war kein leichtes Jahr, aber wir haben es herumgerissen", sagte der Vorstand und Nüdlinger Kreisrat Edgar Thomas (CSU). Um den lange leeren Geschäftsführerposten zu kompensieren, war nicht nur die Untere Naturschutzbehörde stärker in die Vereinsarbeit eingebunden. Das Landratsamt hatte zudem für zwei Monate einen externen Experten mit ins Boot geholt. "Dadurch haben wir die Zeit überbrücken können", erklärte Bold. Die lange Vakanz habe sich aus Kündigungsfristen und dem anschließenden Ausschreibungsverfahren ergeben. "Das dauert halt seine Zeit", so der Landrat.


Satzung geändert

Auf der Mitgliederversammlung wurde neben der neuen Geschäftsführerin außerdem der jüngste Kassenbericht vorgestellt (siehe Infokasten) und einstimmig eine Satzungsänderung beschlossen. Wesentlicher Punkt ist der Wahlrhythmus, der an den der Kommunalwahlen angepasst wird. So soll gewährleistet werden, dass immer ein amtierender Bürgermeister dem Vorstand des Landschaftspflegeverbandes angehört. Außerdem will der Verein seine Mitgliedschaft auch gegenüber Kommunen außerhalb des Landkreises öffnen.


Mahd und Entbuschung

Aglaia Abel will sich möglichst schnell einarbeiten. "Vorrang haben die klassischen Pflegemaßnahmen, die Mahd und Entbuschung", sagte sie. Ziel sei es, die Pflegetrupps in diesem Jahr möglichst früh rauszuschicken. Langfristig will die zierliche Frau sich mit speziellen Arten- und Naturschutzprojekten beschäftigen, etwa der Moorrenaturierung in der Rhön.