Kostbare Flüssigkeit mit 15 Buchstaben? B-e-a-m-t-e-n-s-c-h-w-e-i-s-s. So lautet jedenfalls ein Kreuzworträtsel-Kalauer, der immer wieder für Lacher sorgt, und dazu gab es viele Möglichkeiten bei der Aufführung der Komödie "Der Geist im Rathaus" durch die Theatertruppe des Sportvereins Garitz.

Beamte und die dazu passenden Vorurteile zogen sich als roter Faden durch das Stück von Hans Schimmel.
Dazu hatte man sich eine Amtsstube im Rathaus gebastelt, in der eigentlich der biedere Theobald Müller (Thomas Leiner) und die energische Elfriede Schwarz (Monika Koch) diesen kostenbaren Beamtenschweiß in spärlichen Strömen vergießen. Doch dieses Biotop mit staubigen Akten, Schreibtisch, Besucherstuhl und Gummi-Baum wird nun grundlegend gestört.

Zum einen, weil die neue Bürgermeisterin Haselbusch (Iris Scheit) mit Hilfe des geschmeidigen Unternehmensberaters Hein (Florian Kessler) eigene Interessen verfolgt, zum anderen weil sich die Amtsstube zum Mittelpunkt für dörfisches Gezeter entwickelt. Hier tun sich vor allem Rita Knopf (Ingrid Baier) und Karla Gutknecht (Maria Schönlein) hervor - beide mit spitzen Mundwerk ausgestattet und nur von der neugierigen Reinigungsfachkraft Regine (Gertrud Kessler) zu beruhigen.

Ein untoter Nikolaus


Abgerundet wurde die chaotisch-humorvolle Inszenierung durch den "untoten" Nikolaus Nachtigall (Christian Rüth), der einst in der Amtsstube verstarb ("Man hat mich erst nach drei Tagen gefunden. Die Kollegen dachten, ich mach Überstunden.") und seitdem an das Rathaus gebunden ist, und das dazu passende Medium Emma Schwein (Katharina Bauer), die mit Hilfe eines Gewerbescheins in die Zukunft sehen kann.

Unter der Regie von Reinhold Dörschmidt und der Mithilfe von Souffleur David Ryback entwickelte sich eine flotte Geschichte, die zwar auf vielen Vorurteilen aufbaute, diese aber mit Charme und Witz präsentierte. Dabei profitierte das Stück von den Gegensätzen in der Charakteren, die einen hohen Wiedererkennungswert bei den fast 300 Gästen in der Turnhalle hatten und die passend mit den Garitzer Akteuren besetzt waren. Über drei Akte hinweg wechselten sich tiefgründiger Humor mit oberflächlichen Slapsticks ab, gab es trockene Kommentare zum wirklichen Streben von Politikern, eskalierte das bürgerliche Leben bis hin zum Blut verschmierten Kopfverband im Umfeld vor behördlicher Ordnung und geregelter Eintönigkeit.

Den Durchblick behielt eigentlich nur Nikolaus Nachtigall, der als Geist durch Wände gehen konnte. Grüngesichtig und mit Spinnweben umgarnt sorgte er für die Überraschungsmomente - kein Wunder als Jenseitiger, der nur für Publikum und den braven Beamten Theobald Müller sichtbar war - und sorgte für ein Happy-End bei allen Beteiligten. Gelächter und Beifall waren der verdiente Lohn für die neun Laien-Schauspieler und ihrem zweistündigen Auftritt. Sechs Monate lang haben die Schauspieler das Stück einstudiert.