Jochen Behrs Konterfei klebte lange im Landkreis Bad Kissingen. Auf dem AfD-Wahlplakat für die Bezirkstagswahl in Unterfranken 2018 machte er lediglich auf seine Berufe aufmerksam. "Sozialversicherungsfachangestellter" hieß es da, ein Programm: Fehlanzeige. Seit dem Plakatabriss ist es scheinbar sehr still um den AfD-ler geworden, der im Wahlkampf in Bad Neustadt Demonstranten als "Panikbrut" bezeichnete und sonst nur im Gefolge prominenterer AfD-Politiker wie im Sommer 2018 in Schweinfurt zu sehen war. Die Frankfurter Rundschau (FR) hat nun recherchiert, was er in der Zwischenzeit getan haben könnte: Eine Journalistin geht davon aus, dass er hinter der "AfD-Feindesliste" stehen könnte, die seit wenigen Tagen im Netz für Aufmerksamkeit sorgte.

Auf einem rechten online-Portal mit dem Namen deutschland-report.de tauchte kürzlich eine Liste mit vielen Namen samt zugehörigen Berufen und Adressen auf. Darunter auch Menschen aus Schweinfurt und Würzburg, die Redaktion dieser Zeitung hat die Liste gesehen. Sie alle eint, so die FR, dass sie sich seit dem Frühjahr 2016 einem Aufruf des Bündnisses "Aufstehen gegen Rassismus" angeschlossen haben und das mit ihrer Unterschrift auf der online-Seite des Bündnisses dokumentierten.