Er musste immer wieder neu ansetzen, aber seine Botschaft war klar. Die Freude, mit seinem Team an alter Wirkungsstätte zu spielen, war greifbar, auch wenn das Match für den Regionalligisten TSV Aubstadt gegen den Landesligisten FC Fuchsstadt (4:1) vor 320 zahlenden Zuschauern vielleicht doch schwerer war als erwartet. Sportlich konnte der Trainer nicht wirklich zufrieden sein, doch das schien nach dem Spiel schnell vergessen.

Viele Gespräche, Hände schütteln und Schulter klopfen forderten den 31-jährigen Coach in seiner Heimat. Und auch seine Kinder wollten den Papa ganz nahe, mussten sich nach Schlusspfiff aber erst etwas gedulden. Mit seinem Co-Trainer Andre Betz, der in Nachbarschaft zu Wartmannsroth, nämlich in Windheim wohnt, weilte er noch lange nach dem Ende der Partie auf dem Lenzenberg. Und half, wie schon beim Aufbau, am nächsten Tag beim Aufräumen mit. Beim Vorsitzenden der SpVgg Wartmannsroth/Völkersleier, Daniel Görke, reklamierte er auch, warum er denn kein Poloshirt bekommen hatte. Erst kürzlich schafften sich die Verantwortlichen neue Shirts an und hatten doch tatsächlich Victor Kleinhenz vergessen. "Es wird nachgeliefert", versprach Görke.

Der Vorsitzende war auch zwei Tage nach dem Spiel vollauf überzeugt. "Die Begeisterung vor, während und nach dem Spiel war groß und ich habe nur strahlende Gesichter gesehen", freute er sich. Jede Menge hatte sich der Verein einfallen lassen, um dieses Spiel und die Rückkehr von Kleinhenz besonders zu machen. Etliche Versorgungsstände, Parkplatzeinweisung, Cocktailbar, Stadionsprecher und eine spontane Pressekonferenz noch auf dem Rasen rundeten das Match gerade für Fans und Zuschauer mehr als ab. Die Motivation war groß und der Einsatz der rund 30 Helferinnen und Helfer passte.

Auf Champions-League-Niveau

"Auch die Spieler von Aubstadt und Fuchsstadt haben sich bei uns für den tollen Fußballabend bedankt. Und die Verpflegung auf Champions-League-Niveau gewürdigt", so Görke zufrieden. Das Lob gibt er gerne weiter und hat gleich auch etwas zu berichten. Noch am Samstagabend, scheinbar vom Spiel so begeistert, gründete sich spontan eine Alte-Herren-Mannschaft. Ab sofort werden die älteren Jungs freitags ab 19 Uhr trainieren und demnächst ins Spielgeschehen eingreifen, wenn auch vorerst nur bei Freizeitspielen. Eine tolle Botschaft vor dem 50-jährigen Vereinsbestehen im nächsten Jahr. Der Verein kämpft nämlich wie viele ums Überleben, wehrt sich aber vehement gegen den Niedergang und geht voran.

Nur einen Ort weiter, in Schwärzelbach, steht im Gegenzug das Sportgelände zwischenzeitlich leer und wird nicht mehr für den Fußball genutzt. Im Rahmen einer Dorferneuerungsmaßnahme werden die Plätze wohl demnächst komplett verschwinden. "Wenn wir einmal zuschließen, machen wir nie wieder auf", sagt auch Stadionsprecher Marcus Stiller. Er gehört ebenfalls zur Crew, die aktiv sind und auch bleiben wollen. Probleme gab es im Vorfeld nur, um genügend Kinder für die Einlauf-Eskorte zu gewinnen. "Wir hatten dann nur acht Zusagen und haben deshalb jeweils nur dem Kapitän ein Kind an die Hand gegeben", schmunzelt der Vorsitzende. Spontan sind sie in Wartmannsroth, und denken gar an eine Neuauflage im nächsten Jahr.

Der Verein feiert Jubiläum und vielleicht laufen die eigenen Alten-Herren auf. "Das wäre sicherlich ein tolle Sache", freut sich Görke schon jetzt darauf. Es darf durchaus wieder etwas mehr Fußball sein, findet er. Der Lenzenberg ist übrigens eine Flurbezeichnung, wie Görke erklärt, und gar nicht so einfach im Navi zu finden. Das hat in der Vergangenheit schon für Missverständnisse gesorgt, wenn zum Beispiel ortsunkundige Schiedsrichter nach Navigationsgerät gefahren sind und dann plötzlich "Am Linsenberg" in Windheim standen.