Mit reichlich Spielabsagen waren die Handball-Teams aus dem Landkreis zuletzt konfrontiert. Ob die ab diesem Donnerstag geltende 3G-Regel (bisher 2G-Plus) für die aktive sportliche Betätigung die Trendwende bringt und womöglich sogar die Hallen wieder füllt, bleibt abzuwarten. Zumal die Hallenbetreiber immer noch das letzte Wort haben, wer unter welchen Voraussetzungen aufs Feld oder auf die Tribüne darf. Aus dem Nüdlinger Rathaus kam am Mittwoch die frohe Botschaft, dass die Gemeinde der Empfehlung des Bayerischen Landessportverbandes (BLSV) für Spielerinnen und Spieler folgen wird. Das bedeutet, dass zum eigenen Sporttreiben der Nachweis eines negativen Tests ausreicht. Was nichts daran ändert, dass die Vereine für die Einhaltung der Regeln weiterhin Personal benötigen.

Aufgrund der Pandemie bedingten Umstände wurde die Handball-Saison bis zum 12. Juni verlängert. Im Juniorenbereich muss der Spielbetrieb bis zum 10. April abgeschlossen sein aufgrund der dann folgenden Runden. "Vor allem im Jugendbereich sind die Abmeldungen gravierend. Viele Eltern haben Angst um ihre Kinder", weiß Klaus Sieß. Der Bezirksvorsitzende betont, "dass der Handballverband der BLSV-Regelung folgt, aber was die Kommunen machen mit ihren Hygienekonzepten für die Sporthallen, da stecken wir nicht drin."

So wenig Zwang wie möglich

Mannschaften, die dreimal selbstverschuldet nicht antreten, werden aus der Wertung genommen, müssen im schlimmsten Fall absteigen. Um dies zu verhindern, bietet der Bezirk Unterfranken den Vereinen großzügig Nachholtermine an. "Die Clubs können sich im Vorfeld untereinander absprechen. Wir wollen da so wenig Zwang wie möglich anwenden", sagt der für den Spielbetrieb zuständige Gerd Schäfer. Weil Terminvorschläge mitunter nur sehr zögerlich eingehen, vermutet der Hammelburger, "dass so mancher Verein auf Zeit spielt in der Hoffnung, dass im Frühjahr sämtliche Restriktionen für Spieler und Fans fallen".

Seit dem 29. Januar haben die Handballerinnen der SG Garitz/Nüdlingen kein Spiel mehr bestritten.

"Sowohl Heidingsfeld wie auch Volkach haben uns ein paar Tage vor dem Match abgesagt. Wir hätten gerne gespielt, obwohl wir personell immer noch geschwächt sind", sagt SG-Pressesprecherin Elena Keßler, die guter Dinge ist, dass das Spitzenspiel der Bezirksoberliga am Samstag (18 Uhr) in der Schlossberghalle gegen die TSG Estenfeld stattfinden kann.

Willkommene Testmöglichkeit

Auch die Männer der DJK Nüdlingen leiden unter Spielabsagen, die von Gegnerseite ausgingen. Nicht zuletzt aufgrund von Mannschafts-Rückzügen in der Bezirksklasse Nord. "Wir waren und sind spielbereit, haben auch keine coronabedingten Ausfälle", sagt Marcel Jouck, der das Team gemeinsam mit Jonathan Kaim betreut. Die Jugendkraftler profitieren zudem von der Testmöglichkeit vor Spieltagen vor der Schlossberghalle. "Diesen Service nehmen wir wie auch die Zuschauer gerne in Anspruch. Ob 3G oder 2G-Plus, das macht für uns aber keinen Unterschied", sagt Jouck, dessen Team erst Anfang März wieder gefordert ist mit dem Gastspiel bei der Reserve des FC Bad Brückenau.

Nahezu reibungslos, wenn man vom Rückzug des HSV Thüngersheim Ende Januar absieht, läuft der Spielbetrieb in der Bezirksliga der Frauen, wo alle Nachholspiele terminiert sind. "Stand jetzt, ist die Saison am 30. April beendet. Dann wollen wir in der Tabelle ganz oben stehen", sagt Hammelburgs Trainer Bernhard Hereth, der in Sachen 3G-Regelung keinen Vorteil für die TV/DJK Frauen sieht. "Wir sind gut durch die Pandemie gekommen, sind geimpft und testen uns regelmäßig vor den Spielen." Einen großen Schritt Richtung Meisterschaft könnte den Hammelburgerinnen mit einem Sieg am Sonntag (18 Uhr) im Spitzenspiel gegen Großlangheim vor heimischer Kulisse gelingen.

Noch 14 Spiele für die Brückenauer Frauen

Von einer unklaren Gemengelage spricht Thomas König. "Da müssen wir aber durch. Die Mädels haben jedenfalls das Zeug, die Klasse sportlich zu halten", sagt der Trainer der Brückenauer Frauen. Das Problem: Satte 14 Spiele müssen die FC-lerinnen noch regulär in der Bezirksoberliga bestreiten - unter erschwerten Bedingungen, seitdem beim letzten Gegner Pleichach Coronafälle auftauchten. "Aus Sicherheitsgründen werden wir daher auch an diesem Wochenende und womöglich darüber hinaus nicht spielen", erklärt der FC-Trainer.

Ebenfalls bereits abgesagt ist das Spiel der Brückenauer Männer, die frühestens am 12. März bei der HSG Mainfranken wieder antreten und die aufgrund der zweigeteilten Bezirksoberliga "nur" noch acht Spiele vor der Brust haben. "Bei den Verlegungen gibt es von allen Vereinen Verständnis, auch von unserer Seite natürlich. Wir selbst haben keine große Personaldecke und hoffen, dass es in ein paar Wochen womöglich weitere Lockerungen und weniger Infizierte gibt", sagt Michael Müller aus dem Trainerteam des FC. "Und unsere Schüler und Studenten haben im Januar und Februar oft Prüfungen. Die können sich Ausfälle in dieser Zeit einfach nicht erlauben", ergänzt Trainerkollege Stefan Bott.

Das Hygienekonzept wird beim FC Bad Brückenau übrigens vom Verein erstellt. "Auch die neue 3G-Regelung wird von uns intern besprochen, zu Papier gebracht und dann der Stadt Bad Brückenau zur Genehmigung vorgelegt", erklärt FC-Abteilungsleiter Markus Rüttiger das Prozedere an der Sinn.