Der ehemalige Bundesligaprofi vom FC Bayern München und Borussia Dortmund, Michael Rummenigge (58), kommt vom Freitag, 2. September, bis zum Sonntag, 4. September, mit seiner Fußballschule zum FC Hammelburg. Er ist bereits zum dritten Mal zu Gast und es sind noch Plätze frei. Er freut sich schon auf das "kleine, schöne Städtchen" , wie er sagt. Als lizenzierter Uefa-Fußballlehrer (2007) ist Rummenigge nun schon seit 26 Jahren mit seiner Fußballschule unterwegs und zählt damit zu den ersten Camp-Veranstaltern seiner Art in Deutschland.

Herr Rummenigge, nach 2019 und 2021 sind Sie mit Ihrer Fußballschule bereits zum dritten Mal in Hammelburg. Worauf können sich die Kinder freuen? Gibt es vielleicht Neuerungen gegenüber dem Vorjahr?

Michael Rummenigge: Also wir freuen uns, wieder in Hammelburg zu sein. Das ist eine kleine, schöne Stadt mit tollen Voraussetzungen. Wir werden durch die FC-Verantwortlichen immer hervorragend betreut. Die Kinder können sich auf drei spannende Camp-Tage freuen. Wir werden bereits am Donnerstag unseren Soccer-Fun-Park aufbauen. Mit dabei haben wir auch wieder unsere Smartgoals und jede Menge weiterer moderner Trainingsmethoden. Wir machen seit 26 Jahren solche Camps und können behaupten, dass wir mit die älteste und beste Fußballschule Deutschlands sind. Es sind übrigens noch Plätze frei.

Werden Sie auch mit dabei sein und welche Trainer kommen denn noch?

Ja natürlich. Ich werde am Samstagmittag eintreffen, weil ich am Freitag noch einen Termin in Dortmund habe. Vor Ort wird Bernd Vosseler sein und mit Julia Klaus haben wir erstmals ein Frau im Trainerteam in Hammelburg mit dabei.

Was hat es mit Patenschaften für sozial schwache Kinder auf sich?

Das machen wir auch schon seit mehreren Jahren. Zusammen mit Partnern ermöglichen wir es Kindern aus einem sozial schwachen Umfeld, am Camp teilzunehmen. Auf dem Platz gibt es keine Unterschiede und deswegen engagieren wir uns mit den ausrichtenden Vereinen dafür.

Warum sind Sie Deutschlands beste Fußballschule?

"Trainieren wie die Profis" ist bei uns nicht nur ein Spruch, sondern wir leben das auf und neben dem Platz vor. Es gibt mittlerweile über 250 Fußballschulen in Deutschland und wir waren bei den ersten drei mit dabei. Wir sind also seit 26 Jahren erfolgreich tätig. Es ist ja kein geschützter Markenbegriff, aber wir sind selbstbewusst genug, um uns als beste Fußballschule Deutschlands zu bezeichnen. Das stellen wir auch immer wieder unter Beweis.

Wie sehr hat Sie die Corona-Pandemie bezüglich Ihrer Fußball-Schule getroffen?

Das hat uns natürlich auch getroffen. Wir konnten in der Zeit ja auch nichts machen und das hat den Terminplan ordentlich durcheinander gewirbelt. Mit der schrittweisen Öffnung haben wir uns dann Stück für Stück zurückgekämpft und sind jetzt natürlich wieder froh, Camps so wie vor der Pandemie veranstalten zu können.

Haben Sie jemals ein anderes Schuhmodell getragen außer Adidas Copa-Mundial?

Nein (lacht). Damals in Dortmund Anfang der Neunziger-Jahre war Nike Ausrüster. Die Schuhe waren damals aber eine Katastrophe. Ich habe mir dann meine Adidas-Schuhe schwärzen lassen, weil ich mit den anderen gar nicht zurecht gekommen bin. Das hat damals aber richtig Ärger gegeben. An der Schuhsohle war nämlich erkennbar, dass ich keine Nike-Schuhe getragen habe. Die Sohlen wurden dann auch schwarz eingefärbt. Also eher nein: Ich habe mit Copa Mundial als Nockenschuh und World-Cup als Stollenschuh gespielt und tue das heute noch.

Ihr Bruder Karl-Heinz hat 2021 den Vorstands-Vorsitz beim FC Bayern München abgegeben. Sehen Sie sich nun öfters.

Ja, absolut und zum Glück auch wieder öfters als früher. Kürzlich bei unserer Schule auf Sylt war er jeden Donnerstag mit dabei und hat sich um die Enkelkinder gekümmert. Er ist nach seinem Ausscheiden beim FC Bayern München lockerer geworden und hat in meinen Augen alles richtig gemacht.

Was vermitteln Sie den Kindern neben dem Fußball?

Es geht um die Werte, die der Fußball und der Sport allgemein vermitteln. Ich rate jedem Kind in einen Sportverein zu gehen, egal welche Sportart es ist. Als Mannschaft oder Gruppe lernt man miteinander klarzukommen. Da gehören Fairness und Akzeptanz dazu. Es ist bei uns kein Drill; aber wir vermitteln diese Werte und leben es vor.

Sie selbst sind UEFA-lizenzierter Fußballlehrer. Warum haben Sie nie einen Verein trainiert?

Das hat leider nie geklappt. Ich hätte bei Preußen Münster den Trainerjob für zehn Spiele übernehmen können und anschließend den Sportdirektor-Posten, doch das hat sich zerschlagen. 2007 habe ich meinen Fußballlehrer gemacht, damals der letzte Kurs, der über sechs Monate ging. Ich habe mich dann auf Juniorentraining spezialisiert.

Was halten Sie von der Winter-Weltmeisterschaft in Katar?

Das lässt sich jetzt leider nicht mehr verhindern. Damals bei der Doppelvergabe hätte man das Ergebnis anzweifeln müssen. Das Geschrei jetzt kurz vor der WM ist zu spät. Ich bin aber dennoch der Meinung, dass Deutschland mit zu den Favoriten auf den Weltmeister-Titel zählt.

Das Gespräch führte

Thomas Sturm