Kissinger Wölfe - EV Pegnitz 3:6 (0:1, 2:2, 1:3) - So aufregend können Niederlagen sein. Ein fantastisches Match bekamen die 250 Fans geboten. "Wir hätten einen Punkt verdient gehabt. Das war ein super Spiel, in dem alle vorbildlich gekämpft haben. Das war eine geschlossene Teamleistung", sagte Thomas Berndaner. Glücklich und enttäuscht zugleich.

Begonnen hatte das Duell mit den Oberfranken denkbar schlecht, weil der Pegnitzer Markus Schwindl früh getroffen hatte (4.). Da saß Maxi Stöpel auf der Strafbank nach einem Kissinger Wechselfehler. "Das war aber kleinlich vom Schiedsrichter, das kann man auch laufen lassen", ärgerte sich Berndaner. Später sollte Stöpel noch eine 2+10-Minutenstrafe kassieren (52.). Ebenfalls diskutabel, weil ein ähnliches Foul an Andy Hampl eben nur mit zwei Minuten geahndet worden war. Die 1:0-Führung der Gäste nach dem ersten Drittel war mehr als verdient. Mindestens eine Klasse besser waren zunächst die Ice Dogs aus dem Landkreis Bayreuth, die Wölfe-Goalie Kevin Kessler alles Können abverlangten. Die einzige Kissinger Gelegenheit hatte Viktor Ledin im Duell mit dem Pegnitzer Schlussmann Maximilian Müller vergeben.

"In der Pause haben wir die Fehler gezielt angesprochen", sagte Berndaner, der nach einem Knie-Treffer früh verletzt vom Eis musste, aber weiterspielte. Und es wurde besser, weil mit Charles Müller ausgerechnet einer der nur vier Verteidiger die erste Kissinger Überzahl zum Ausgleich nutzte. Viktor Ledin hatte die Führung auf dem Schläger, stattdessen jubelten die vielen Pegnitzer Fans binnen einer Minute zweimal. Erst hatte Kevin Kessler Pech, dass der Schwindl-Schuss fast im Zeitlupen-Tempo über die Linie kullerte, dann kassierte der Goalie ein Abstauber-Tor. In der vergangenen Woche hatten die Oberfranken in zwei Spielen gegen den Tabellen-Dritten aus Amberg 16 Tore geschossen, jetzt drohte den Kurstädtern eine Vorführung. Die freilich ausblieb, weil Viktor Ledin kurz vor Drittelende verkürzte.

Der finale Abschnitt war ein Spektakel. In Unterzahl hatte Andy Hampl den Ausgleich verpasst, um dann doch zu treffen nach einem exzellenten Konter über Ledin und Roman Nikitin. Glück hatten die ohne Stürmer Alexander Andrusovich (private Gründe) angetretenen Wölfe, dass ein Pegnitzer Treffer wegen Torraum-Abseits nicht anerkannt wurde und Kevin Kessler in dieser Phase über sich hinauswuchs - um dann doch den vierten Einschlag zu erleben. "Der Schuss war noch abgefälscht, solche Dinger gehen bei uns dann rein", vermisste Berndaner das nötige Quäntchen Glück. Mit zwei weiteren Treffern sorgten die Gäste für pure Ekstase im Pegnitzer Fanblock, wo die Tabellenführung ausgelassen gefeiert wurde. Aber auch die Kurstädter wurden mit viel Applaus verabschiedet. Und sind mit dieser Leistung sicher nicht chancenlos am Sonntag in Amberg, wo der Deutsch-Kanadier Tom Jeffrey Goldmann, in Dinslaken geboren und zuletzt in Toronto spielend, sein erstes Spiel für die Wölfe bestreiten wird. Einen ersten Eindruck von seinem neuen Team hatte der 19-Jährige bereits als Zuschauer bekommen. Es dürfte ein richtig guter gewesen sein.

Tore für Kissingen: Charles Müller, Viktor Ledin, Andreas Hampl; Zuschauer: 250; Strafen: Bad Kissingen 14+10 (Stöpel), Pegnitz: 8