Zur ersten Info-Veranstaltung, die vierteljährlich an den Junioren-Stützpunkten ausgerichtet wird, konnte Stützpunkt-Leiter Thomas Hammer (Untererthal) rund 15 Trainer und Betreuer begrüßen. Diese waren angereist, "weil man immer Neues und Interessantes erfährt", so der Diebacher Michael Warmuth, "auch wenn man vielleicht nicht alles umsetzen kann, weil es die Qualität der Spieler vor Ort nicht hergibt". "Auf jeden Fall gibt es für uns Trainer gerade im taktischen Bereich immer wieder Anregungen, die für die Trainingsmethodik wichtig sind", stimmte ihm der Münnerstädter Junioren-Trainer und Stammgast der Veranstaltung, Christian Schmucker, zu. Deswegen war auch der Oberelsbacher Junioren-Trainer Horst Schubert, der bislang solche Veranstaltungen in Großbardorf besuchte, "aber einmal bei meinem früheren Verein vorbeischauen wollte", ins Lauertal geeilt.

Auf dem Programm stand als Schwerpunkt das Thema Defensive. Unter der Leitung von Hammers Co-Trainer Marcel Klug (Obererthal) setzten die Stützpunkt-Spieler, die sich allwöchentlich treffen, die Theorie anschaulich für die interessierten Fachleute in die Praxis um. Im Detail wurden folgende Aktionen herausgestellt:
- in der Defensive agieren und nicht reagieren,
- das Spiel offensiv durch schnelles Umschaltspiel aus der Defensive dominieren,
- in der Abwehr als Einheit auftreten unter dem Motto: jeder hilft jedem,
- nach einem Ballverlust geordnet nachsetzen,
- gemeinsam zur Ballseite verschieben und sich so gegenseitig absichern,
- den Aktionskreis des Gegners verengen,
- taktisch clever Ballverluste des Gegners provozieren.

Diese Ziele wurden von den Spielerinnen und Spieler, die den Jahrgängen 2002 und 2003 angehören, vor Ort größtenteils gut umgesetzt. "Dass dabei Fehler unterlaufen, die dann gleich korrigiert werden, ist fast gewünscht", so Thomas Hammer. "Auch hier gilt der Grundsatz: aus Fehlern lernen." Ein roter Faden im Juniorenbereich sollte laut Hammer unabhängig von der speziellen Trainingsaufgabe sein, "dass sich kein Spieler langweilt, also alle in der Trainingseinheit und vor allem im Spiel eingebunden werden und sich so ständig aktiv beteiligen".

"Das ist ein Problem", erkannte der Stangenrother Betreuer Willi Metz. "Es gibt große Leistungsunterschiede gerade bei den kleinen Vereinen, überragende Spieler haben ständig den Ball am Fuß, schwächere Spieler bleiben oft mangels Anspiel links liegen." Zu letzteren gehört mit Sicherheit nicht Niklas Gerlach, Sohn des Thulbaer Urgesteins Gottfried Gerlach, der Junior kickt derzeit in der U-13 der SG Unter/-Obererthal und gehört dem Stützpunktkader an. "Von einem solchen Training und solcher Unterstützung konnten wir früher nur träumen", so Gottfried Gerlach. "Ich hatte den ersten Trainer mit 18 Jahren, zuvor wurde auf der Wiese herumgebolzt." Und da waren wahrscheinlich keine Mädchen dabei, die aber seit Beginn der Stützpunkgründung zur Fördergruppe dazugehören. "Ich fahre jetzt schon vier Jahre lang Woche für Woche zum Stützpunkttraining", berichtet Susanne Höffner, die Trainerin der U-17-Juniorinnen des SV Langendorf. "Das ist ein unglaublicher Aufwand, aber was tut man nicht alles für seine Töchter." Oder "die Söhne", stimmt ihr der Großbardorfer Paul Oliver zu.