Zehn Köpfe, randvoll mit Melodien, mehrstimmigen Gesangslinien, treibenden Rhythmen und nach vorne drückenden Bläserparts. Zehn Köpfe, die bei jedem Live-Auftritt mit sattem Sound den Zuhörer wegblasen wollen. Diese zehn Köpfe hören auf den Namen "SoundLaden". So heißt die Band.


Zum ersten Kopf gehören ein lässiger Drei-Tage-Bart und ein legeres Cappi.
Der Kopf gehört zu Florian Kirchner: "Wenn wir auf der Bühne stehen, kommt erst einmal eine echte Wand. Wir feiern auf der Bühne immer unsere eigene große Party", sagt der Keyboarder und Bandgründer. Eine normale Rockband besteht in der Regel aus Gesang, Schlagzeug, Bass und Gitarre. Vielleicht ist noch ein Keyboarder dabei. "SoundLaden" sieht sich selbst aber nicht als normal. Schon bei der Gründung im Dezember 2011 nicht.

Damals löste sich Florians alte Band auf. Er sah sich nach musikalischer Verstärkung um. "Ich hatte daheim ein paar Songs geschrieben", erzählt er. Die Lieder sollten ihren eigenen Klang bekommen, da war er sich sicher. Dafür brauchte Florian mehr als die normalen vier oder fünf Instrumente. Er wurde fündig: Trompete, Saxophon, Posaune und Percussion sorgen für den gewünschten Druck.

Am Anfang war die Jam-Session
Nach Dezember 2011 hat sich die Band peu à peu zusammengefunden, die meisten kannten sich schon, beispielsweise aus der Musikschule Bad Kissingen. "Flo ist dann auf mich zugekommen und hat gefragt: ,Ey Larry, hast du Bock zu singen?'", erinnert sich Larissa Hoppe. Es entstand ein lockerer Kontakt von jungen, gut ausgebildeten Musikern, die aus Spaß zusammen "zocken" wollten - also Musik spielen. "Wir haben uns regelmäßig getroffen und ein bisschen gejammt. Da haben wir gemerkt, dass es cool klingt und wir gut zusammen passen", meint Trompeter Leslie Nielsen.

Die Chemie in der Band stimmte von Beginn an. Davon profitieren die Lieder, findet Bandkopf Florian: "Das menschliche überträgt sich immer auch auf die Musik". Kurze Pause, dann grinst er breit: "Die Songs sind einfach saugeil, sag's wie es ist". Jedes Bandmitglied bringt sich mit seinen Vorlieben ein: Klassik, Jazz, Soul, Funk, Pop sowie eine Prise Rock und Heavy Metal. "Jeder Song klingt anders. Wir lassen uns schwer irgendwo einordnen", findet Saxophonist Sebastian Mahr.

Der Weg nach Frankfurt
Garniert wird der Sound-Mix von den deutschsprachigen Texten von Sängerin Larissa Hoppe. "Im Moment singt doch jeder auf Englisch, aber wir sprechen ja auch auf Deutsch. Das versteht man besser", sagt sie. Es sei zwar schwieriger, gut klingende, kitsch- und klischeefreie Texte in der eigenen Muttersprache zu verfassen, aber das Ergebnis rechtfertige den Aufwand.

Nach der Gründung ließen sie die ganze Band-Geschichte gemütlich angehen. Man probte locker und ohne Druck vor sich hin. Dann erhielten sie eine Zusage für das "Umsonst und Draußen" Open Air 2012 in Bad Kissingen. "Das war unser erster Auftritt. Ganz untypisch vor 500 Menschen und nicht irgendwo in einer dunklen Garage", sagt Larissa. Dass sie dort vom Publikum begeistert angenommen wurden, hat alle angestachelt. Seitdem forcieren sie die Musikkarriere und spielen jede Menge Gigs, um sich eine eigene CD zu finanzieren. Eine professionelle Studioaufnahme ihres Stückes "Ich komm` wieder" haben sie bereits in einem Tonstudio in München eingespielt. Am Sonntag stellen sie sich dem Publikum und der Fachjury des internationalen Bandwettbewerbs "Emergenza" in Frankfurt. Gewinnen sie das mitteldeutsche Finale im Szene-Club "Batschkapp", dürfen sie beim bundesweiten Finale in Berlin teilnehmen. "SoundLaden" wären dort dem Traum vom eigenen Plattenvertrag ein Stück näher. Davor steht aber in Frankfurt. Florian gibt die Parole aus: "Wir sind heiß."

Hinweis: Im Fan-Bus am Sonntag, 19. Mai, nach Frankfurt sind noch Plätze frei. Abfahrt ist um 16 Uhr am Kino Bad Kissingen. Mehr Info: www.soundladen.net.