Hier kommt neben den ehrenamtlichen Helfer vor allem das Landschaftspflegeunternehmen von Gerd und Philipp Frickel ins Spiel. Die Soko Lupine arbeitet im 4. Jahr mit fünf bis sieben Personen in der Langen Rhön. Der Pflegetrupp ist vom Ampferstecher bis zum Balkenmäher gut ausgerüstet. In Feuchtgebieten kommt sogar eine Pistenraupe zum Einsatz. Jede ausgegrabene Pflanze wird durch einen Klick registriert, so dass am Ende des Arbeitstages genau nachvollzogen werden kann, wieviel an Lupinen auf welcher Fläche entfernt wurde.

Qualifiziertes, engagiertes Personal sei nicht so leicht zu finden, merkte Julia Gombart vom thüringischen Landschaftspflegeverband Rhön an. Alle Anwesenden waren sich einig, dass es mehr Finanzen im Bereich der Schwarzen Berge braucht, um nachhaltig gegen die Lupine vorzugehen. Auch die Landwirte müssen mit ins Boot genommen werden und über den Vertragsnaturschutz zur frühen Mahd verpflichtet werden. Hierbei ist auf bodenbrütende Vogelarten zu achten. Franz Zang vom Bund Naturschutz Kreisgruppe Bad Kissingen merkte an, dass Lupinen neben der Artenverarmung auch wirtschaftlichen Verlust für Landwirte bei der Mahd der Rhönwiesen zur Heugewinnung bedeuten. An den Versuchsparzellen mit verschiedenen Bekämpfungsmethoden zeigt sich, dass vollständiges Ausstechen der Rhizome am wirkungsvollsten ist. Und das über Jahre. Aus Erfahrung rechnet man mit zehn Jahren bis eine Fläche wieder frei von Lupinen ist. Auch dann müssen die Wiesen beobachtet werden, weil wenige übersehene Lupinenpflanzen können innerhalb kürzester Zeit sich wieder ausbreiten. Oder übersehene Lupinen auf Randflächen und Steinriegeln dringen wieder in Wiesen ein. Alle Beteiligten stimmten zu, diesen Erfahrungsaustausch in regelmäßigen Abständen weiterzuführen.

Auf Anregung der Gebietsbetreuung Schwarze Berge und unter Federführung von Dr. Thomas Keller von der Höheren Natuschutzbehörde der Regierung von Unterfranken fand nun in Oberelsbach ein überregionales Treffen zum Thema Lupinen statt. Zwischen den Landschaftspflegeverbänden, den Naturschutzbehörden von Rhön-Grabfeld, Bad Kissingen und Thüringen sowie dem Bund Naturschutz Kreisgruppe Bad Kissingen, den Gebietsbetreuern Lange Rhön und Schwarze Berge fand ein reger Erfahrungsaustausch statt.

Zum Einstieg gab Gebietsbetreuer Torsten Kirchner einen Überblick über Lupinen in seinem Betreuungsgebiet Lange Rhön mit Hilfe einer Präsentation und erläuterte die Notwendigkeit der Lupineneindämmung. "Viele ursprüngliche Lebensraumtypen sind durch die Lupine schon zerstört", so Kirchner, "ca. 60 Prozent des NSG Lange Rhön sind schon mit Lupine belegt."

Auch wenn im Bereich des Tourismus schon mit der Lupine als Wahrzeichen der Rhön geworben wird, sind sich alle Artenschützer einig, dass sie soweit wie möglich in den Naturschutzgebieten eingedämmt werden muss. Warum die Lupine den Artenschützern ein Dorn im Auge ist, liegt an ihrer Fähigkeit Stickstoff an den Rhizomen zu produzieren. Dadurch wird die Bodenfruchtbarkeit erhöht. Die ursprünglichen Pflanzengesellschaften werden verdrängt und es bilden sich ansonsten artenarme Lupinenflächen aus.

Als Gebietsbetreuer arbeitet Kirchner schon 17 Jahre in der Langen Rhön. Die Kontrolle der Pflegearbeit, der Einhaltung der VNP Lupine, Kartierung und Monitoring der Lupinenvorkommen wird zwischen Naturschutzbehörde, Landschaftspflegeverband und Gebietsbetreuer aufgeteilt und funktioniert gut.

Notwendig ist eine schlagkräftige, zuverlässige Truppe, die dann von April bis Oktober die Lupinen aussticht, abmäht und abweidet.