Der Kissinger Sommer hat am Freitagabend das getan, was er am besten kann: Erstbesucher mächtig beeindrucken. Diesmal hat es Finanz- und Heimatminister Markus Söder erwischt. Beim Staatsempfang nach dem Konzert "Stabat Mater" räumte er zwei Dinge ein: "Ich bin zum ersten Mal bei einem Konzert des Kissinger Sommer gewesen" und ... "ich bin schwer beeindruckt".

Konnte er auch sein: Sowohl das Konzert war herausragend, ebenso wie das Ambiente im Regentenbau, das den Vertreter von Ministerpräsident Horst Seehofer zu überschwänglichem Lob veranlasste: "Wir brauchen Unterfranken und Bad Kissingen mit dieser Leistung und diesem Ambiente nicht verstecken. Auch nicht vor München!" Der Minister sprach von einem "großartigen Kulturereignis", das er und seine Frau Karin erleben durften, in einem "der schönsten Konzertsäle, die wir in Bayern, vielleicht in Deutschland haben". "Das war ein wundervoller Tag, Gratulation dazu".


"Ein Heimspiel" für den Minister

Söder hatte bei seinem Besuch in der Kurstadt ein "Heimspiel". Unbestritten engagiert ist sein Einsatz für die Stadt in den vergangenen Jahren gewesen. "Kein Staatsminister war so oft in Bad Kissingen wie Markus Söder", lobte Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) dessen Einsatz für die Stadt. Richtig. Denn: Der Bayerische Freistaat hat in den vergangenen Jahren bis heute rund 100 Millionen Euro in sein Staatsbad, das ihm lieb und teuer ist, an den den nördlichen Staatsgrenzen gesteckt. Seit ein Franke (Söder) im Münchner Kabinett eine "der ersten Geigen spielt", ist der Münchner Blick auf die nördlichen Provinzen nicht mehr ganz so verstellt.

Das hat der Heimatminister auch mit seinem Konzept der Behördenverlagerung bewiesen. Nach Bad Kissingen wird eine Abteilung des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit 100 Arbeitsplätzen umsiedeln. "Hier sind den Worten auch Taten gefolgt", freute sich der Oberbürgermeister über hochqualifizierte Arbeitsplätze.

Und natürlich war auch die Steigenberger-Nachfolge ein Thema der Söder'schen Rede. Die Ausschreibung laufe derzeit, stellte er fest, "und wir werden am Ende eine ordentliche, angemessene Beherbergung mit Klasse haben. Daran arbeiten wir gemeinsam", sagte er mit Blick auf Kay Blankenburg. Und der hieb diesbezüglich in die gleiche Kerbe, dass nämlich die Suche nach einem Investor von Erfolg gekrönt sein werde: "Wir werden die Pessimisten zum Schweigen bringen", sagte Blankenburg wörtlich.


Ein Gastgeber mit Geschenken

Und der Finanzminister hatte zu seinem Premierenbesuch beim Kissinger Sommer Geschenke mitgebracht: Die bisherige Förderung des Freistaates für das Festival betrug 100 000 Euro. Markus Söder teilte nun mit, dass diese Förderung auf 175 000 Euro aufgestockt werde. Mit dieser Bekanntgabe lobte er gleichzeitig den Kissinger Sommer insgesamt. "Die Besten der Welt waren hier", stellte er fest, "das ist ein großartiges Kulturfestival". Und dieses Festival trage im Besonderen die Handschrift von Intendantin Kari Kahl-Wolfsjäger, die in diesem Jahr aus der Intendanz ausscheidet. Markus Söder wisse um die Arbeit und den Einsatz der Intendantin, sagte er, auch um die hohe Durchsetzungskraft, die Kari Kahl-Wolfsjäger habe. Der Freistaat sei stolz auf das, was sie für den Kissinger Sommer geleistet habe. Als sichtbares Zeichen dafür überreichte er der Intendantin einen Bayerischen Löwen aus Nymphenburger Porzellan. Den gebe es in verschiedenen Größen, meistens seien die Löwen etwas kleiner, wenn sie überreicht werden. Für Kari Kahl-Wolfsjägers große Leistung erhielt sie die größte Ausführung. "Die wird nicht oft vergeben", sagte Söder ergänzend. "Ich habe mich über die anerkennenden Worte von Minister Söder gefreut", kommentierte die Intendantin die Auszeichnung. "Vor allem darüber, dass mein Nachfolger, dessen Etat um 200 000 Euro reduziert wurde, nun 75 000 Euro mehr bekommt, insgesamt 175 000!"


Gesellschaftliches Ereignis

Im Beisein vieler Gäste war der Staatsempfang der Bayerischen Staatsregierung erneut eines der besonderen gesellschaftlichen Ereignisse in der Stadt. Neben aktuellen und ehemaligen Politikern, Ministern (Eberhard Sinner), Staatssekretären (Dorothee Bär, Eduard Lintner), Regierungspräsident Paul Beinhofer, Abgeordneten (Sandro Kirchner, Günther Felbinger), Landräten (Thomas Bold, Emil Müller) sowie etlichen Bürgermeistern kamen Vertreter der Wirtschaft, des öffentlichen Lebens und der Kultur. Es war ein lauer Sommerabend, der bei vielen Gesprächen im Schmuckhof und auf dem Balkon des Regentenbaus, wo viele Gäste die Präsentation des neuen Springbrunnens im Rosengarten mitverfolgten, zuende ging.