Ein Brand in einem Hotel ist eine schwer einzuschätzende Angelegenheit. Die Flächen, die man überschauen muss, sind sehr groß; Menschenleben stehen vielleicht auf dem Spiel; Brandbekämpfung und die Menschenrettung müssen schnell, effektiv und gleichzeitig nebeneinander ablaufen.

Dabei ist das Verhalten von Hotelgästen sehr unterschiedlich: Die einen kümmert eine Brandsirene gar nicht, gerade, wenn ein solcher Fall in der Nacht
passiert, andere, die über die in den Zimmern ausgewiesenen Fluchtwege ins Freie kommen, müssen eingesammelt und zu einem Sammelplatz gebracht werden, um am Ende die Gewähr zu haben, alle Hotelgäste in Sicherheit zu wissen. Dazu kommt die Frage, ob alle Gäste, die gemeldet waren, auch im Hotel waren? Es gibt viele Dinge, die beim Brand in einem Hotel eine Rolle spielen.


Alarm um 1.30 Uhr

Gut, wenn es dann so abläuft wie im Hotel "Frankenland" in der Nacht auf Mittwoch. Gegen 1.30 Uhr wurde von der Brandmeldeanlage des Hotels ein Alarm ausgelöst. Die Bad Kissinger Feuerwehr rückte aus. Zunächst war von einer leichten Rauchentwicklung die Rede, die sich beim Eintreffen der Feuerwehr schon ziemlich ausgeweitet hatte. Daraufhin wurde Großalarm ausgelöst. Alarmiert wurden dann zusätzlich die Wehren aus Arnshausen, Garitz, Hausen, Kleinbrach, Reiterswiesen und die in Oerlenbach stationierte Unterstützungsgruppe.
Innerhalb weniger Minuten waren nach Angaben des Bad Kissinger Feuerwehrkommandanten Harald Albert, der den Einsatz leitete, rund 70 Feuerwehrleute vor Ort, unter ihnen Kreisbrandrat Benno Metz. Dazu kamen zwei Notärzte und 45 Rettungsdienstkräfte mit insgesamt fünf Einsatzwagen.


27 Atemschutztrupps

Während ein Trupp sich um die Brandbekämpfung kümmerte, begann ein anderer, die Evakuierung der rund 200 anwesenden Hotelgäste in die Wege zu leiten. 27 Atemschutztrupps waren vor Ort, die nach und nach fast alle eingesetzt wurden. Die Verqualmung und der rund um den Brandherd niedergeschlagene Ruß waren sehr stark. Im "Forum Frankenland" hatte das Rote Kreuz eine Sammelstelle eingerichtet. Hierher wurden die Hotelgäste gebracht und schließlich auch versorgt.

Die Brandursache war wohl ein technischer Defekt in einem Verteilerkasten im Erdgeschoss-Bereich. Es kam zu einem Schwelbrand, der sich besonders durch die große Rauchentwicklung "auszeichnete".


Besonnen und ruhig

"Alles ist sehr ruhig gelaufen", sagte Harald Albert auf Nachfrage am Mittwoch. Dank eines vorhandenen Einsatzplanes für das Hotel habe man schnell und gezielt an den richtigen Stellen eingreifen können. Andrea Hergenröther wies für die Geschäftsführung des Hotels darauf hin, dass während dieses Ernstfalles alles "perfekt gelaufen ist". Sie lobte ihre Mitarbeiter für besonnenes Eingreifen. Insgesamt waren zum Zeitpunkt des Brandausbruchs sechs Hotelmitarbeiter im Gebäude. Sie kümmerten sich um die Gäste, die gegen 5.30 Uhr wieder zurück in ihre Zimmer konnten.

"Es sieht schlimm aus", sagte Andrea Hergenröther, als es wieder hell geworden war. Mit Ruß überzogene Decken und Wände, in Mitleidenschaft gezogenes Mobiliar ... es gebe viel zu tun. Eine genaue Schadenshöhe konnte sie noch nicht beziffern.


Neues Restaurant improvisiert

Hotel-Mitarbeiter sind im Improvisieren geübt und erfahren. Die Logistik nach solch einem Vorfall wieder auf die Beine zu stellen, ist nicht leicht. Weil der Brand auf der Erdgeschoss-Ebene, da, wo sich am meisten bewegt, ausgebrochen ist, war es am Vormittag eine Herausforderung, das Restaurant auszulagern und die Gäste in anderen Räumen zu versorgen. "Das hat gut geklappt", sagte Andrea Hergenröther, "ich habe tolle Mitarbeiter!" Verletzt wurde bei dem Brand im Übrigen niemand. Die Lösch- und vor allem Lüftungsarbeiten zogen sich bis in den frühen Morgen hin. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an.

Weiterer Bericht vom Hotelbrandmit zahlreichen Bildern.