Schon seit Anfang Januar firmiert das Sanitätshaus reh-in-tec Weber in der Bachstraße offiziell unter neuem Namen als Filiale des in Haßfurt ansässigen Unternehmens Mannl+Hauck. Doch erst jetzt, nach Abschluss aller organisatorischen Verwaltungs- und EDV-Arbeiten, konnte die freundschaftliche Übernahme endlich mit einem kleinen Empfang gefeiert werden.

"Ich wollte einfach etwas kürzer treten", begründete die frühere Inhaberin Petra Weber den Verkauf ihres schon seit 30 Jahren in der Bachstraße bestehenden Sanitätshauses. Obwohl sie, unverändert unterstützt von ihren drei bisherigen Mitarbeiterinnen, auch weiterhin als Filialleiterin ihrer Kundschaft zur Verfügung bleiben wird, freut sie sich, endlich mehr Zeit für private Aufgaben zu haben und vor allem, sich nicht mehr um die immer umfangreicher und komplizierter gewordene Büroarbeit kümmern zu müssen.

"Die bürokratischen Anforderungen sind in vergangenen Jahren stark gestiegen", bestätigt Orthopädietechnikermeister Uwe Hauck, Teilhaber des 1994 mit seinem Geschäftspartner Udo Mannl in Haßfurt gegründeten Sanitätshauses Mannl+Hauck. Früher hätten der Meisterbrief und eine Werkstatt ausgereicht, um ein Sanitätshaus führen zu dürfen. "Heute muss man mit jeder Krankenkasse für 20 bis 30 Produkte jeweils Einzelverträge abschließen, um die unterschiedlichen Kundenwünsche erfüllen zu dürfen."

Vor 28 Jahren begannen Udo Mannl und Uwe Hauck in ihrer Haßfurter Orthopädiewerkstatt mit einer Ganztags- und einer Halbtagskraft. Später kam die Schuhtechnik dazu. "Heute haben wir in Haßfurt und an den Standorten Coburg, Nürnberg und Bad Kissingen insgesamt 120 Mitarbeiter", gab Hauck einen kurzen Einblick in die Unternehmensgeschichte. Inzwischen bildet das Sanitätshaus nicht nur handwerklich in Orthopädietechnik und Schuhtechnik aus, sondern in jüngerer Zeit auch Verwaltungs- und Bürofachkräfte sowie seit Neuestem sogar IT-Fachkräfte. "Doch uns plagen die Nachwuchssorgen", klagte Hauck. "Die Jugend scheint das Handwerk zu scheuen." Deshalb versucht die Firma, der Jugend das moderne Berufsbild eines Orthopädietechnikers in den sozialen Medien schmackhaft zu machen. "Wir arbeiten längst mit neuen Werkstoffen und moderner Technik wie 3D-Druckern."

Bislang war das Sanitätshaus Weber in der Bachstraße auf den Verkauf orthopädischer und technischer Hilfsmittel spezialisiert, wobei der Bedarf von Senioren im Vordergrund stand. Doch schon seit 16 Jahren bestand eine enge Zusammenarbeit mit Mannl+Hauck, so dass auch das Kissinger Fachgeschäft bereits in der Vergangenheit das gesamte Spektrum der Orthopädietechnik abdecken konnte. "Wir kennen und wir schätzen uns", brachte es Uwe Hauck auf den Punkt. So habe man, als Petra Weber vor einem Jahr ihm die Geschäftsübernahme vorgeschlagen habe, "nicht lange nachdenken müssen, da wir viele Kunden im Kissinger Raum haben". Die drei Mitarbeiterinnen wurden übernommen, um deren Fachwissen zu behalten. Auch das Warenangebot bleibt unverändert. Neu soll allerdings eine Orthopädie-Werkstatt hinzukommen, zumal Räume dafür schon vorhanden sind. Hauck: "Wir suchen nur noch einen Orthopädietechnikermeister."

Oberbürgermeister Dirk Vogel freute sich besonders, dass diese Geschäftsübernahme einen "nahtlosen Übergang in der orthopädischen Versorgung auf hohem Niveau gewährleistet und Fachkräfte und Sachverstand erhalten bleiben". Das Unternehmen Mannl+Hauck beweise zudem, dass sich künftige Azubis in der Kombination von Technik und Verkauf hier auf hohem Niveau qualifiziert ausbilden lassen können. Klaus Bollwein begrüßte als Geschäftsführer Stadtmarketing Pro Bad Kissingen die Firma Mannl+Hauck als Mitglied in der Werbegemeinschaft und dankte Petra Weber für jahrzehntelanges Unternehmertum und ihr Engagement im Vorstand von Pro Bad Kissingen.