Die Corona-Einschränkungen bringen auch Gutes: Der Freistaat nutzte die besucherarme Zeit, um die seit Frühjahr laufenden Sanierungsarbeiten am Brunnenbau und an der Bruchsteinmauer inhaltlich zu erweitern. Dadurch verschiebt sich das Ende der Baumaßnahme in Bad Bocklet nur um drei Wintermonate. Bis Ostern soll alles abgeschlossen sein, verspricht das bayerische Finanzministerium als Träger dieser Maßnahme, also rechtzeitig zum Beginn der neuen Saison.

Brunnenbau generalsaniert

Den größten Aufwand verursachte der 1787 von Johann Philipp Geigel errichtete Brunnenbau, dessen linker Flügel, das historische Badehaus, an die Caritas und dessen rechter Flügel mit Lesesaal und Tagungsraum an die Staatsbad verpachtet ist. Nach mehreren Jahrzehnten der Nutzung war hier eine Generalsanierung nötig geworden. Das Badehaus wurde völlig entkernt und neue Wände eingezogen, so dass die jetzt größeren Räume dem benachbarten Kurhaus-Hotel künftig als zusätzliche Zimmer dienen werden. Im rechten Flügel wurde lediglich im Lesesaal ein neuer Boden verlegt. Das Gesamtgebäude wurde mit neuen Türen und Fenstern ausgestattet, Putzschäden an der Fassade wurden ausgebessert, und das gesamte Dach wurde teils mit alten, teils mit neuen Dachziegeln neu eingedeckt. Da während der Dachdeckerarbeiten Schäden am Gebälk festgestellt wurden, mussten schadhafte Balkenteile durch neue ersetzt werden.

Maßnahmen gegen Regenwasser

Am Brunnenbau wurden die Regenrinnen und Fallrohre erneuert, rund ums Gebäude die Traufstreifen passend zum Dachüberstand verbreitert und mit neuem Sickermaterial gefüllt. "Früher bespritzte das zu nah an der Hauswand abkommende Regenwasser die Fassade und sorgte neben Nässe auch für Schmutz", begründet Kurdirektor Thomas Beck die Notwendigkeit dieser Maßnahme. Wegen der Verbreiterung der Traufstreifen mussten die angrenzenden Schmuckbeete in weiterem Abstand zum Haus neu angelegt werden. Außerdem wurden im Außenbereich korrodierte Gießwasserleitungen ausgetauscht.

Der hinter dem Brunnenbau von beiden Gebäudeflügeln eingerahmte Schmuckhof wird in diesen Tagen gerade völlig neu gestaltet, neue Rabatten und Wege angelegt. Zusätzlich werden künftig Sitzbänke den Gästen die Möglichkeit zum Verweilen bieten. Beck: "Bisher fehlten solche Sitzgelegenheiten." Alle Außenarbeiten wurden nachträglich in die Sanierungsmaßnahme aufgenommen, wofür der Kurdirektor dem Zentrum Staatsbäder Bayern (Bad Steben) als Bauherr und dem Finanzministerium als Geldgeber dankbar ist, aus dessen Staatsbäderetat die Gesamtmaßnahme mit 1,6 Millionen Euro finanziert wird.

Buntsandsteinmauer neu aufgebaut

Am gegenüberliegenden Ende des Kurgartens wurde die unterhalb des 1766 errichteten Fürstenbaus stehende Bruchsteinmauer aus Buntsandstein abgebaut und wieder völlig neu aufgebaut. Als zusätzliche Sicherungsmaßnahme wurde dahinter eine von außen unsichtbare Beton-Stützmauer errichtet. Außerdem wurde die Bruchsteinmauer an ihrem rechten, östlichen Ende, wo bisher nur eine schlichte Betonmauer ein unschönes Bild bot, "aus gestalterischen Gründen" die Mauer aus Buntsandstein um etwa 20 Meter verlängert, so dass die neue Bruchsteinmauer jetzt eine Gesamtlänge von 180 Metern hat.

Neue Beleuchtung

Die bisherige Betontreppe in der Mauermitte hatte sich, da sie bisher kein Fundament hatte, im Laufe der Jahrzehnte abgesenkt. Deshalb wurde sie nun abgerissen, ein Fundament aus Beton geschaffen und eine neue Treppe aus Buntsandstein gebaut. "Viele Spaziergänger haben die Baufirma für ihr handwerkliches Meisterstück gelobt", freut sich der Kurdirektor. Momentan fehlen auf der neuen Mauer noch die Abdeckplatten aus Buntsandstein und das etwa ein Meter hohe Geländer als Absturzsicherung. Jenseits der Mauer wird der Gehweg entlang dem dreiflügeligen Fürstenbau mit sandfarbenem Asphalt belegt, wie man ihn aus dem Bad Kissinger Rosengarten kennt. Schließlich soll noch eine neue Beleuchtung installiert werden.