"Der Markt verändert sich ständig", sagt Harald Barlage, Geschäftsführer der Vorsorge- und Rehazentrums Bad Bocklet. Und darauf reagiert die Bad Bockleter Einrichtung. Aber nicht nur das. Noch besser sei es, neue Trends im Voraus zu erahnen, damit sich das Haus darauf einstellen kann. Auch bei der Personalpolitik. So gehört seit 1. August Prof. Dr. Monika Reuss-Borst mit zum Stab des Hauses.

"Der ganze Bereich der AHB hat sich verändert", fährt Barlage fort. Als klassisches Beispiel nennt er die früher üblichen Anschlussheilbehandlungen nach Bandscheibenoperationen. Diese fänden zunehmend ambulant vor Ort und nicht mehr in wohnortfernen Reha-Einrichtungen statt. Laut Monika Reuss-Borst verordnen die Ärzte immer weniger klassische Heilverfahren, zudem sei die Nachfrage durch jüngere Menschen geringer geworden.


Boomendes Fach

Wesentlich zukunftsträchtiger für ein Haus wie das in Bad Bocklet seien Angebote in den Bereichen Orthopädie, Onkologie, Diabetes und Adipositas (Fettleibigkeit) und Geriatrie (Altersmedizin). "Auch die Psychosomatik ist ein boomendes Fach und wird es bleiben", ergänzt Monika Reuss-Borst.

All diese Indikationen gehören zum Angebot des Bad Bockleter Vorsorge- und Rehazentrums. Ein Indikationsspektrum, das es ermöglicht, die Patienten auch interdisziplinär zu behandeln. Gerade im Bereich Onkologie sei das wichtig. "Krebspatienten sind psychisch hoch belastet", sagt Dr. Reuss-Borst.

Nicht nur personell, auch infrastrukturell müsse eine Klinik sehr gut ausgestattet sein, betont Harald Barlage und verweist darauf, dass das Bad Bockleter Klinikum in den vergangenen Jahren komplett renoviert worden ist. Darüber informierten sich auch die Patienten zunehmend vorab im Internet.


Qualität ist nicht billig

Um in der Zukunft bestehen zu können, sei zudem ein stetiger Austausch mit den Kostenträgern wichtig. Dass eine gute medizinische Leistung auch Auswirkungen auf den Pflegesatz hat, werde inzwischen akzeptiert, zumal die Kostenträger zunehmend Wert auf eine hohe medizinische Qualität legten. "Die Rentenversicherungsträger wissen, dass billig nicht gut sein kann", sagt Barlage.

Nur mit zukunftsträchtigen Indikationen und der entsprechenden personellen und infrastrukturellen Ausstattung können die Reha-Kliniken nach der Erfahrung Barlages auch der demographischen Entwicklung trotzen. So erreichen die Baby-Boomer in den Jahren 2017 bis 2020 das Rentenalter. Menschen, die aus dem Berufsleben ausgeschieden sind, erhalten keine Reha der Rentenversicherungsträger mehr.

"Eine Klinik muss ständig im Fluss sein, muss immer schauen, wohin der Zug geht", sagt Harald Barlage und ist sich sicher: "Die Kliniken, die jetzt schon Probleme haben, werden mit der Zeit verschwinden."


"Man verändert sich einfach noch mal"

"Mich hat die neue Aufgabe gereizt, ich denke, dass die Klinik ein sehr gutes Potenzial hat", kommentiert Prof. Monika-Reuss-Borst ihren Wechsel von der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Baden-Württemberg zum Vorsorge- und Rehabilitationszentrum Bad Bocklet.
"Das ist eine Klinik, in der sehr viel in Bewegung ist", fährt die Medizinerin fort. "Hier kann ich auch meine Privatpraxis für Innere Medizin, Rheumatologie und Onkologie ausbauen."
Mit den Patienten der Klinik wird sie allerdings eher wenig zu tun haben. "Mein Aufgabengebiet ist es, zusammen mit der Geschäftsführung die Konzepte des Hauses weiterzuentwickeln." Zum Beispiel im Bereich Ernährung und Adipositas. Auch an die Organisation eines medizinischen Symposiums ist bereits gedacht.


Professur an der Uni Göttingen

Daneben wird Dr. Reuss-Borst ihre Lehrtätigkeit an der Uni Göttingen fortführen. "Dabei kann ich auch den einen oder anderen Doktoranden auf das Thema Reha in unseren Einrichtungen aufmerksam machen", sagt die Professorin und schließt Wochenenden für Studenten am Klinikum Bad Bocklet nicht aus.
15 Jahre war Monika Reuss-Borst im Bereich der Universitätsmedizin tätig, weitere 15 Jahre für die ehemalige LVA Württemberg und heutige Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg. Unter anderem war sie Ärztliche Direktorin der Klinik Am Kurpark in Bad Kissingen und für sieben weitere Kliniken der DRV zuständig.
"Wir sind froh, wenn wir solche Persönlichkeiten mit hervorragendem Ruf wie Prof. Reuss-Borst für unser Haus gewinnen können", freut sich Geschäftsführer Harald Barlage. "Ihre Qualifikationen passen hervorragend zu den zukunftsweisenden Indikationen der Klinik."