Für den Bürgermeister war es eine Premiere, für viele der über 80 Besucher nicht: zum ersten Mal nach langer Zeit lud die Gemeinde Oerlenbach zu einer Bürgerversammlung. Zwischen der letzten und der neuen im Jahr 2022 lagen die Wahlen und die Pandemie. Nico Rogge und die Bürger aus den Ortsteilen Oerlenbach und Eltingshausen trafen sich in der Hegler-Halle.

Das Thema Jugendraum beschäftigt die Eltingshäuser nach wie vor. Die Gemeinde hatte einen Raum über dem Gemeindesaal auf Herz und Nieren prüfen lassen und einen Sicherheitsfachmann mit einer Expertise beauftragt. Das Veto des Spezialisten verhindert eine Fortführung der Pläne, antwortete Bürgermeister Nico Rogge auf Fragen aus dem Bürgerkreis. Rogge hoffe auf einen "Zufallsfund", so waren die Treffpunkte in den anderen Ortsteilen entstanden.

Eine gute Internetverbindung ist an vielen Stellen in der Gemeinde gegeben, konnte Rogge berichten. Leider ist noch nicht überall superschneller Breitbandzugang möglich. Dort, wo neue Baugebiete entstehen, legt die Gemeinde bereits Leerrohre, für das Füllen wären dann aber die Anbieter "zuständig", erklärte Rogge auf Nachfrage.

Noch keine realistische zeitliche Prognose gibt es für den Ausbau der Radwege. Im Rahmen der Straßenneu-Ordnung werde die jetzige Bundesstraße am "Edeka-Kreisel" zu einer Kreisstraße. Eine Unterführung soll dann als sicherer Radweg von Eltingshausen zu den Einkaufsmärkten dienen. Die Bürger wünschen sich auch eine besser Zweiradanbindung nach Bad Kissingen, war bei der Bürgerversammlung zu vernehmen.

Punktesystem für Bauwerber

Punkte statt Schnelligkeit: das wünschen sich Bürger für das Neubaugebiet in Rottershausen. Das Windhundprinzip soll dort außer Kraft gesetzt werden, qualitative Richtlinien müssten dann festgelegt und miteinander bewertet werden: als Resultat ergäbe sich eine Tabelle, in der Faktoren wie die Nähe zum Neubaugebiet oder der Familienstand Berücksichtigung finden würden.

In seiner Rede hatte Nico Rogge zu Beginn auch den Krieg in der Ukraine und die Pandemie thematisiert. Corona sei nicht überwunden, erklärte der Rathauschef und verwies auf die noch nicht absehbaren Folgen in der Wirtschaft und damit auch im gemeindlichen Haushalt.

Rogge dankte allen, die ehrenamtlich halfen und helfen - sei es während der großen Corona-Beschränkungen, rund um das Thema Testen und Impfen und jetzt bei der Organisation im Umfeld der Ukraine-Hilfe.

Seinen Sachvortrag hatte der Rathauschef chronologisch geordnet, erinnerte für 2020 an die Digitalisierung im Rathaus mit den Erleichterungen für die Mitarbeitenden, die Ratsmitglieder und die Bürgerinnen und Bürger, freute sich über den Einsatzleitwagen der Kreisfeuerwehr, der in Oerlenbach steht und auch über die Sanierung des Schuldaches in Oerlenbach. Die Bürgerversammlung nutzte Rogge auch, um sich bei seinem Vorgänger Franz Kuhn zu bedanken. Der Bürgermeister a.D. hatte für seinen Einsatz 2020 die kommunale Verdienstmedaille erhalten.