Abendmahl, Tod am Kreuz und Auferstehung Jesu gehören eng zusammen. Nach dem Abendmahl, so die biblische Überlieferung, begab sich Jesus in den Garten Gethsemane auf dem Ölberg, wo er von den Tempeldienern festgenommen wurde. Der Prozess vor dem Hohen Rat und vor Pilatus wird auf die Nacht von Donnerstag auf Freitag und den Freitagvormittag datiert.
Am Karfreitag wird Jesus zum Tod am Kreuz verurteilt und gekreuzigt.
Mit einem stimmungsvollen, ergreifenden und bewegenden Konzert im Regentenbau in Bad Kissingen ließ das Kammerorchester Bad Kissingen den Feiertag stimmungsvoll ausklingen. "Am Karfreitag ein Konzert anzubieten, ist etwas Besonderes. Man muss versuchen, mit entsprechender Musik dem Tag gerecht zu werden", erklärte der musikalische Leiter des Konzertes, Kantor Jörg Wöltche. "Die Musik steht für Schmerz und Leiden." Eineinhalb Jahre habe Wöltche mit Unterbrechungen an dem Programm gefeilt. Schon der Auftakt mit Antonio Vivaldis (1678-1741) "Stabat Mater" war ein gelungener Einstieg. Als Solistin übernahm Katrin Edelmann (Alt) die Gesangspassagen. Der Text des "Stabat Mater" drückt einen berührenden Moment der Passionsgeschichte aus: den bitteren Schmerz der weinenden Maria am Fuß des Kreuzes, während ihr Sohn mit dem Tode ringt und stirbt.
Dieser Text wurde seit seiner frühen Überlieferung im 13. Jahrhundert in einer über die Jahrhunderte ungebrochenen Tradition gepflegt und in verschiedenen devotionalen Kontexten verwendet.
Johann Sebastian Bachs (1685 -1750) "Konzert für Oboe d'amore und Orchester" mit Christiane Jungbauer als Solistin (Oboe) und Jörg Wöltche am Cembalo folgte als nächstes. Dabei beeindruckte die klare klangvolle Wärme der Oboe und die Virtuosität, mit der Christiane Jungbauer ihr Instrument beherrscht, und bei der Interpretation des Werkes zeigte. Die Solistin spielt beim Polizeiorchester Bayern in München die Solo-Oboe und tritt als Solistin mit verschiedenen Ensembles auf. Als Lehrerin für Oboe wirkte sie vor einiger Zeit an der Städtischen Musikschule in Bad Kis singen. Regelmäßig arbeitet sie mit dem hiesigen Kammerorchester zusammen.

Requiem von Mozart

Krönender Abschluss des Konzertes war "Das Requiem" von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) in der Fassung für Streichorchester (KV 626) von Peter Lichtenthal (1780-1853). Das 1981 gegründete Kammerorchester Bad Kissingen, welches zur evangelischen Kirchengemeinde gehört, spielte diese Fassung des Requiems ohne Bläser, ohne Chor und ohne Solisten. Das berühmte Werk von Wolfgang Amadeus Mozart berührt bis heute viele Menschen in ganz außerordentlich. Die Bestellung für diese Trauermusik erreichte den Komponisten im Sommer 1791. Bis zu seinem Tod am 5. Dezember des gleichen Jahres hatte er nur Teile der Komposition erledigt. Für den Mailänder Arzt, Komponisten und Musikforscher Peter Lichtenthal (1780-1853) war Mozart ein wahres Genie und seine Musik das Maß aller Dinge.

Rund 300 Zuhörer

Mit diesem eindrucksvollen Werk bewies sich das Kammerorchester Bad Kissingen einmal als brillanter Interpret anspruchsvoller Musik. Mit großem Engagement, Feingefühl und wunderbarer Klangfülle ließen die 18 Musiker die Zuhörer geistig in die Welt von Leid, Trauer und Schmerz eintauchen und mitfühlen. Mit großem Applaus dankten die rund 300 Zuhörer für ein überaus gefühlsbetontes Konzert und den würdigen Abschluss des Karfreitages.