Das dunkle Blau der Uniformen und die Farben der Leistungsabzeichen bestimmten am Freitagabend das Bild im Kissinger Rathaus - sie waren Symbole für die Einheit, die die Wehren der Stadtteile im Einsatz bilden, und für die hohe Leistungsfähigkeit sowie das Engagement der Feuerwehrfrauen und -männer.

Dazwischen gab es farbliche Tupfer, die auf die verbundenen Hilfsorganisationen wie Technishces Hilfswerk (THW), BRK-Rettungsdienste, Notarzt, Wasserwacht und Polizei hinwiesen und die ebenso wie Stadträte, Landrat und "Feuerwehr-Funktionäre" von Stadtbrandinspektor Harald Albert begrüßt wurden.

Für Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) ist die Feuerwehr ein Sicherheits-System, das hilft und Schäden minimiert, wenn "Murphys Gesetz" wieder einmal zuschlägt. Dabei geht es dem OB nicht nur um die technische Einheit, sondern er sieht in der Feuerwehr auch die "moralische Institution": anderen helfen, wenn sie in Not sind; andere schützen, bevor es zum Notfall kommt - und dies mit einer Begeisterung, die auf andere ausstrahlt.

Lob für den Zusammenhalt


Im Rahmen von 40 Jahre große Kreisstadt würdigte er den Zusammenhalt der Wehren in Übung und im Einsatz, lobte auch deren Bestreben nach Eigenständigkeit und Individualität und deren enge Einbindung in die Stadtteil-Gemeinschaft. Dass sich gerade im Einsatz diese Gemeinsamkeiten niederschlagen, habe sich auch 2012 gezeigt. Blankenburg nannte exemplarisch den Ammoniak-Austritt in der Eishalle und die Alarmierung im Hotel Frankenland, als 300 Gäste evakuiert werden mussten und bei den Gästen der Eindruck entstand: "Bad Kissingen hat alles im Griff." So gesehen ist die Feuerwehr ein "Standortfaktor im Tourismus".

Im Weiteren ging das Stadtoberhaupt auf die neue Organisation der integrierten Leitstelle und das Umrüsten auf Digitalfunk ein. Letzteres bedeutet für die Stadt erhöhte Ausgaben, aber man setze Vertrauen in denFreistaat. Den Wehren versprach Blankenburg: "Die Stadt wird leisten, was sie kann, um entsprechende Ausrüstungen bereitzustellen." Mit Blick in die Runde bedankte er sich bei den langjährigen Mitgliedern, die für aktive Dienstzeit ausgezeichnet oder ihren Abschied aus der aktiven Dienstzeit nahmen. Die besonderen Ehrungen für 60- und 70-jährige Vereinszugehörigkeit seien für ihn ein Beweis für "einmal Feuerwehrmann, immer Feuerwehrmann". Blankenburg nannte die Geehrten als Beispiel für die anwesenden Kameradinnen und Kameraden.

Vorbildliche Aktion


Für Landrat Thomas Bold (CSU) ist es eine vorbildliche Aktion der Stadt, mal diejenigen mit ihrem ehrenamtlichen Engagement in den Vordergrund zu stellen, die sonst im Hintergrund ihren "Dienst an der Allgemeinheit" verrichten. Dieser Dienst sei durch viel Übungszeit gekennzeichnet, denn "sie sind auf Zwischenfälle vorbereitet, die irgendwann und irgendwo auftreten und die große Schäden an Leib und Leben und Eigentum anrichten können." Und dieses ehrenamtliche Engagement beziehe sich auf "365 Tage im Jahr, rund um die Uhr". Das besondere sei, dass die Familien mitziehen, betonte Bold.

Stadtbranmeiste Harald Albert ergänzte die Einlassungen seiner Vorredner - zum Teil auch mit kritischen Worten. So sei mit der neuen integrierten Leitstelle noch keine Verbesserung eingetreten, "aber wir arbeiten daran". Bewährt habe sich der Einsatz des neuen Digitalfunks beim Rakoczyfest und Albert hofft auf zügige Bereitstellung der Technik. "Eine Dankeschön ist selten", so sein Fazit und deshalb habe der Empfang der Stadt einen besonderen Stellenwert - und dies gelte auch für die verbundenen Organisationen.