Die Ermittlungen zum mutmaßlichen Mord an einem 26-Jährigen am vergangenen Montag (22. November 2021) auf einem Radweg in Bad Neustadt gehen offenbar zügig voran. Polizeisprecher Andy Laacke hat inzwischen bestätigt: "Es wurden Gegenstände sichergestellt, die als Tatwaffe in Frage kommen könnten." Die Untersuchungen laufen, so Laacke, allerdings "müssen dazu noch Gutachten abgewartet werden".

Die drei am Montag und Dienstag festgenommenen Tatverdächtigen im Alter von 18, 20 und 21 Jahren sollen bereits ansatzweisen Aussagen gemacht haben, sagen Ermittler, ohne Details zu nennen. An diesem Freitag sollten weitere Vernehmungen stattfinden. Die Mordermittler sind zuversichtlich, auch die restlichen Details darüber erfahren, wie und warum der 26-Jährige getötet wurde.

26-Jähriger tot auf Radweg gefunden: Polizei nennt neue Details

Spaziergänger hatten die Leiche des 26-Jährigen am frühen Montagmorgen neben einem Radweg am Rand von Bad Neustadt entdeckt. Die Obduktion in Würzburg ergab nach Angaben der Ermittler, dass der Mann durch einen oder mehrere spitze Gegenstände tödliche Verletzungen erlitten hatte. Eine rund 25-köpfige Ermittlungskommission nahm am Montag die Arbeit auf.

Wurde das Opfer gezielt in eine Falle gelockt? Seiner Freundin soll der 26-Jährige am Abend zuvor gesagt haben, er müsse noch einen Kumpel treffen. Ermittlungen im sozialen Umfeld des Getöteten führten die Kripo auf die Spur der drei Tatverdächtigen aus seinem Bekanntenkreis. Im Umfeld des mutmaßlich Ermordeten kursierten Behauptungen, der 26-Jährige habe früher mit den Tatverdächtigen zusammengewohnt. Das sei falsch, sagt der Sprecher des Polizeipräsidiums Unterfranken auf Anfrage: "Nach aktuellem Kenntnisstand haben die beiden zuerst Festgenommenen und der Getötete nie in einer Wohngemeinschaft gelebt."

Allerdings bestätigt Laacke eine andere Information dieser Redaktion: Nach dem Fund der Leiche am Radweg waren die zwei Mordverdächtigen - wie zahlreiche andere Passanten - am Montag an der Absperrung am Tatort aufgetaucht, verfolgten interessiert die Ermittlungen und "fragten nach dem Grund der polizeilichen Maßnahmen", so der Sprecher.

Mordverdächtige beobachteten Ermittlungen am Tatort in Bad Neustadt

Ihr Auftauchen am Tatort sei aber erst nach ihrer späteren Festnahme bekannt geworden, sagt Laacke. Für die Festnahme habe das keine Rolle gespielt: "Anderweitige Ermittlungen der Ermittlungskommission führten auf die Spur der späteren Beschuldigten."

Das Motiv für den mutmaßlichen Mord ist noch Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Sie würden "unter anderem auch im Hinblick auf einen Rauschgifthintergrund geführt", bestätigt der Polizeisprecher. Und weiter sagt er: "Ob ein Rauschgiftgeschäft allerdings tatsächlich die Motivlage begründet, kann zum derzeitigen Stand der Ermittlungen weder ausgeschlossen, noch bestätigt werden."

Indessen machen Angehörige und Freunde auch öffentlich keinen Hehl aus ihrer Fassungslosigkeit. In sozialen Netzwerken formulierten sie - teils drastisch und zornig - ihre Anteilnahme. "Ruhe in Frieden, Bruder", hieß es auf Facebook.

In einem Post trauerte auch die Mutter des Getöteten am Dienstag öffentlich um ihr Kind: "Komm gut über die Regenbogenbrücke. Was dir angetan wurde und die Schmerzen, die du erleben musstest, tun mir unendlich leid. Du warst ja erst 26 Jahre alt und hattest dein Leben noch vor dir. Wir werden dich vermissen und im Herzen tragen. Deine Mama."

Manfred Schweidler