Eigentlich waren alle Beschlüsse zum Thema Neue Altstadt schon gefasst, eigentlich sollte der Bauausschuss nun nur noch einmal alle Bereiche als Paket zusammengefasst verabschieden, doch es gab erneut Diskussionsbedarf. Debei eilt es langsam. Die Verwaltung muss die Entwurfsplanung fertigstellen, um im September die Kosten nennen und noch rechtzeitig den Förderantrag bei der Regierung einrichen zu können.

Stadtplanerin Christine Schwind stellte noch einmal den gestalterischen Entwurf für die Fußgängerzone (wir berichteten mehrfach) vor, und da fiel einigen Stadträten auf, dass ein paar "Ausstattungsgegenstände" nicht mehr vorgesehen sind. Zum einen waren dies die Raucherstationen, zum anderen die Poller.


Sauberkeit zentrales Thema

Stadtrat Klaus Bollwein (CSU) stieß sich am geplanten Wegfall der Aschenbecher: "Das Thema Sauberkeit spielt in Bad Kissingen eine zentrale Rolle." Möglicherweise bieten die neuen Abfallbehälter die Möglichkeit, Kippen zu entsorgen. Das möge die Verwaltung aber noch einmal überprüfen.

Bernd Czelustek (SPD) setzte sich dafür ein, doch Poller zu setzen, um den Lieferverkehr in die Schranken zu weisen: "So, wie der Verkehr jetzt in der Fußgängerzone läuft, kann es nicht bleiben."


Höhengleicher Ausbau

Ausführlich debattierten die Räte über den Anschluss der Von-Hessing-Straße an die Fußgängerzone. Bei zwei Gegenstimmen folgte der Bauausschuss einem Antrag von Grünen-Stadtrat Richard Fix. Dieser hatte einen höhengleichen Ausbau ähnlich der Promenadestraße vorgeschlagen, und zwar in der südlichen Von-Hessing-Straße komplett, im nördlichen Abschnitt bis zur Einfahrt Landratsamt.

Ganz klar sprachen sich die Stadträte dafür aus, trotz einem solchen, an einen verkehrsberuhigten Bereich angelehnten Ausbau den Taxistand vor dem Kupsch zu erhalten. Eine Verlegung, zum Beispiel auf einzelne Parkbuchten auf der gegenüberliegenden Straßenseite, sei keine Alternative. Vor dem einzigen Nahversorger in der Innenstadt seien die Taxistellplätze unabdingbar, betonte Bürgermeister Toni Schick (DBK), der die Sitzung leitete. Das sah der Bauausschuss genauso. Etwas Unmut machte sich im Ausschuss breit, weil die Planer anscheinend nicht mit den Taxi-Betreibern gesprochen haben.


Blindenleitsystem

Im Wesentlichen aber hielten sich die Stadträte an die bisher gefassten Beschlüsse. Das betrifft unter anderem die geplante Pflasterung mit Betonsteinen, die sich je nach Lage in den Gassen, in der Marktstraße und auf dem Marktplatz größenmäßig unterscheiden. Das Blindenleitsystem in der Oberen und der Unteren Marktstraße sowie auf dem Marktplatz bleibt ebenfalls Teil der Planung. Die Leitlinie wird - vom Marktplatz abgesehen, in der Mitte der Straßen liegen, so dass eine Außenbestuhlung in gleichem Umfang wie bisher möglich sein wird. In den Gassen wird ein solches Leitsystem nicht für nötig gehalten.

Auch Wasser wird gezeigt. Wie bisher am Taschnerbrunnen, aber auch per Wasserwand am Landtratsamt und mit einem Trinkbrunnen im Bereich des Alten Rathauses. Die ursprünglich geplanten Wasserspiele auf dem Marktplatz wurden schon vor einiger Zeit aus Kostengründen gestrichen.

Noch einmal stimmte der Bauausschuss auch dem in der Fußgängerzone geplanten Mobiliar zu. Dazu zählen Litfaßsäulen ebenso wie eine Multimediasäule vor dem Alten Rathaus, Spielgeräte, eine E-Bike-Station am Eingang der Fußgängerzone und die im Boden eingelassenen Hinweise auf die ehemaligen Stadttore. Sogar an eine Klemmhülse für den Weihnachtsbaum haben die Planer gedacht.

Vor der Abstimmung war es dem Leiter des städtischen Tiefbauamtes. Thomas Hornung, vorbehalten, noch einmal die Kanalsanierung zu erläutern. Bereits im März dieses jahres war dem Bauausschuss mitgeteilt worden, dass der Baubeginn in Sachen kanalsanierung im Herbst 2017 sei. Allerdings wünscht sich die Stadt, dass der Startschuss schon ein jahr früher fällt.