Erst unlängst stand ich bei einem Kindergartenfest im Grillwagen und habe Bratwürste verkauft. Um die Mittagszeit wurde anständig gegessen, der Umsatz war gut. Geldschein auf Geldschein wanderte in die Kasse, nie hätte man hier einen Überblick behalten können, wie viel das war. Irgendwann kam jemand vorbei und "befreite" mich von den Geldscheinen, die nicht mehr in die Kassette passten.

Keine Sekunde denkt da jemand, das irgendwer was in die eigene
Tasche stecken könnte. Vereinsarbeit beinhaltet ein solch grenzenloses Vertrauen zum Mitstreiter, wie man es kaum beschreiben kann. Die Vorstandsmitglieder in einem Verein sind immer miteinander befreundet, engagieren sich für ein gemeinsames Ziel, opfern viel gemeinsame Freizeit und stecken eher selbst noch ein paar Euro in die Vereinskasse, als dass sie einen Euro für sich herausnehmen würden.

Es ist eine menschliche Tragödie, die sich beim TSV Münnerstadt abgespielt hat. Die Frage nach den Gründen kommt wie automatisch nach oben: Warum tut einer sowas? Krankheit, persönliche Unzulänglichkeit, Probleme ... man sucht eher Verständnis für einen Menschen in einer solchen Situation, als dass man den Stab endgültig über jemanden bricht, der in seiner Zeit im Verein auch viele Dinge gut gemacht hat. Das darf man nicht vergessen.

Die Art und Weise, wie sich in diesem Fall der Betroffene den Vorwürfen gestellt hat und versucht, seine Fehler wiedergutzumachen, zeigt doch, dass hier noch Verantwortungbewusstsein und Charakterstärke vorhanden sind. Jeder verdient eine Chance, einen Fehler wiedergutzumachen. Auch in diesem Fall.