"Alle Ehrenamtler (der Feuerwehren) sind für mich Helden, denn an 365 Tagen im Jahr steht ihr 24 Stunden 'stand by' und seid so ein zuverlässiger Sicherheitspartner in der Stadt": Was Erster Polizeihauptkommissar Christian Pörtner da anlässlich der Mitgliederversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Bad Kissingen sagte, ging sowohl den aktiven, wie auch den ehemaligen Kameraden der Wehr runter wie Öl, zumal auch schon Pörtners Vorredner voll des Lobes über die Kernstadtwehr waren.


Ehrung für die Arbeitgeber

So begann Oberbürgermeister Kay Blankenburg seine Ausführungen schon mit der Feststellung, "welch immense Arbeit hinter all dem stecke, was die Feuerwehr in 2016 geleistet habe". Dennoch wurde immer Zurückhaltung geübt, wenn es um Fahrzeuganforderungen ging, und nicht nach dem Motto verfahren, "da wird noch was draufgepackt, weil sowieso was gestrichen wird". Sehr gut fand der OB auch die neu geschaffene Ehrung für die Arbeitgeber, die die Ehrenamtlichen für Erstfall-einsätze freistellen, "das zeigt den Zusammenhalt in der Stadt". Eine Stadt, die von der Gesundheit, den Kliniken und Hotels lebt, benötigt zum Wohlfühlen die Sicherheit, und nur dann kämen auch Gäste. Und so ist die Feuerwehr auch Teil des Wirtschaftsfaktors, sagte OB Blankenburg mit Blick auf eine Kompletträumung eines Kissinger Großhotels nach einem Störfall.

Auch den anderen Großeinsatz in der Kreisstadt ließ Blankenburg nicht unerwähnt. "Beeindruckend ist die Zusammenarbeit bei dieser total schwierigen Lage in der Theresienstraße gewesen", und dennoch habe man alles gut in den Griff bekommen. "Dieser eine Gefahrenguteinsatz hat sich auch in unserer Statistik sehr bemerkbar gemacht", so Stadtbrandinspektor Harald Albert. Zwar sei es "nur" ein Einsatz gewesen, "aber er ging über zwei volle Tage und fast immer mit voller Mannschaft".


415 Einsätze

Insgesamt hatte die Kernstadtwehr im vergangenen Jahr 415 Einsätze. Nur einmal, 1987 hatte die Wehr mehr Einsätze, 445 waren es damals zu Zeiten, als noch die nachalarmierende Stelle im Kissinger Feuerwehrhaus bei Großeinsätzen im gesamten Landkreis besetzt wurde. Das Einsatzjahr 2016 hingegen bringt mit 5838 (Durchschnitt 4000) geleisteten, freiwilligen Einsatzstunden einen absoluten Rekord, "und das ohne jeden Unfall oder verletzte Personen bei den Kissinger Einsatzkräften", ergänzt SBI Harald Albert. Insgesamt 55 Brandeinsätze, soviel wie schon einmal 2003, habe man im letzten Jahr gefahren und liege damit über dem normalen Jahresdurchschnitt. Bei den 119 technischen Hilfeleistungen stechen vor allem die 34 Raum/Wohnungsöffnungen ins Auge. Deutlich angestiegen sind die Fehlalarmierungen. Waren es vor 20 Jahren zwei im Jahr, so sind es die letzten Jahre pro anno jeweils über 50.

Harte Worte kamen seitens des Kommandanten in Richtung ILS (integrierte Rettungsleitstelle Schweinfurt). "Es gibt im Bereich der Großen Kreisstadt ein ziemliches Hick-Hack" erläuterte Albert. So wurden für einen Pkw-Brand in unmittelbarer Nähe der Kissinger Feuerwache 60 Personen alarmiert, zu einem Verkehrsunfall und auch zu einem Kleinbrand auf einem Balkon in einem Stadtteil wurden vier verschiedene Wehren alarmiert, da die Kissinger nur mit einem Fahrzeug ausrücken sollten... Jetzt heißt es von der ILS "das können wir (im System) nicht mehr ändern" - nur vom Lohnaufkommen der Freiwilligen ist das auch nicht mehr tragbar. Dies hat auch der Bayerische Landesfeuerwehrverband so gesehen und zumindest für Firmen die ihre Mitarbeiter für Einsätze freistellen eine Urkunde geschaffen. Neben neun Neuaufnahmen konnte die Kissinger Führungsriege auch einige Dienstaltersabzeichen, Ehrennadeln und Urkunden verleihen.


Ehrungen

Firmen: Hotel Bayerischer Hof, Elektro Fischer, Bäckerei Röttinger.

Aktiver Feuerwehrdienst: 25 Jahre: Christian Harnus, Michael Wolf. 40 Jahre: Willi Führer, Ralf Weingärtner.

Ehrennadel : Gold für besondere Verdienste um den Brand- und Katastrophenschutz: Christian Dösch.

60 Jahre im Verein: Herbert Röttinger (ehemaliger Kreisbrandinspektor).