Die Seite des Bolzplatzes in Richtung Westring ist jetzt ziemlich kahl: Im Laufe der Woche haben Mitarbeiter des Staatlichen Bauamts Schweinfurt einige Bäume entlang des Geländes an der Garitzer Kreuzung gefällt sowie Büsche entfernt. Bis die eigentlichen Bauarbeiten für den Garitzer Kreisel beginnen, dauert es zwar noch ein dreiviertel Jahr - trotzdem sind die Fällarbeiten erste Vorboten für das 2,61 Millionen Euro teure Projekt.

Im Untergrund unter dem Bolzplatz befinden sich Hauptversorgungsleitungen der Stadt. Damit die Garitzer Kreuzung zum Kreisverkehr umgebaut werden kann, müssen diese Leitungen vorher verlegt werden. Und dafür wiederum mussten jetzt die Bäume weichen. Die Infrastruktur zu verlegen, sei aufwendig und zeitintensiv. "Es können keine längeren Unterbrechungen vorgenommen werden", erklärt Michael Fuchs, Leiter des Staatlichen Bauamtes. Es brauche ein abgestimmtes Konzept, das genau festlegt, wo die Leitungen aktuell liegen und wo sie liegen sollen. Auch müsse der Bauablauf exakt beschrieben sein. "Dieser komplexe Leitungsbau ist im wesentlichen Zeitbestimmend für die Gesamtmaßnahme", sagt er. Mit den Leitungsverlegungen soll im Herbst begonnen werden.

Wohnhaus wird abgerissen

Bis die eigentlichen Arbeiten beginnen, dauert es zwar noch etwas, das heißt aber nicht, dass in den nächsten Wochen und Monaten nichts mehr passiert. Das staatliche Bauamt hat inzwischen das Anwesen Garitzer Straße 1 erworben, das sich im Kreuzungsbereich befindet. Das Gebäude soll im Lauf des Jahres abgerissen werden, um für den Kreisverkehr Platz zu schaffen.

Ansonsten steht technische Planung für den Garitzer Kreisel fest. Aktuell wird an der Ausführungsplanung gearbeitet und die Unterlagen für die Ausschreibungen werden erstellt. Gleichzeitig geht die Planung immer mehr ins Detail. Wie Fuchs berichtet, müssen viele Punkte genau abgestimmt werden, etwa wie die Verkehrsführung während der Bauzeit ausschauen soll, insbesondere auch mit Blick auf den Linienbusverkehr und die Erreichbarkeit von Parkplätzen im Stadtbereich- immerhin betrifft die Baustelle mit der B286/Westring eine Bundesstraße und mit der Schönbornstraße eine Hauptverbindung in die Innenstadt. Über die Verkehrsführung werde das Staatliche Bauamt im Frühjahr noch ausführlicher informieren.

Radweg nach Albertshausen wird verlängert

Die Hauptbauphase für die Kreuzung findet dann im nächsten Jahr statt. Fuchs: "Sollte alles nach Plan verlaufen, ist die Fertigstellung der gesamten Maßnahme für 2022 geplant." Bei dem Projekt wird nicht nur die bestehende Ampelkreuzung zum Kreisverkehr umgebaut. So ist ein unterirdisches Regenrückhaltebecken für die Straßenentwässerung geplant. Wegen der Hanglage sind zudem auf einer Länge von 200 Metern bis zu eineinhalb Meter hohe Stützkonstruktionen notwendig. Ferner wird im Kreuzungsbereich entlang des Westrings ein Radweg errichtet.

Dieser Radweg entsteht natürlich nicht isoliert, sondern in Zusammenhang mit einer weiteren großen Baustelle: Zeitnah zu den Kreisel-Arbeiten saniert das Staatliche Bauamt den Westring in Richtung Ortsausgang Garitz. Der neue Radweg wird in diesem Zuge von der Garitzer Kreuzung aus weitergebaut. Er mündet am Ende in den bestehenden Radweg ab der Seehofstraße in Richtung Albertshausen. "Damit gelingt es, eine weitere Lücke im Radwegenetz der Region Bad Kissingen zu schließen", freut sich der Bauamts-Chef.

Zurück zur Kreiselbaustelle: Auf Höhe der Bolzplatzes führt die B286 auf einer Brücke über den Marbach und den Heinrich-Hack-Weg. Das Staatliche Bauamt saniert das Bauwerk nicht nur, sondern verbreitert es auch, damit der neue Radweg ebenfalls darüber verlaufen kann.

Kritik und Kosten

Die Sanierung und der Umbau der Garitzer Kreuzung beschäftigt die Stadt bereits seit vielen Jahren. Im Stadtrat und unter den Garitzern gab es zunächst viel Gegenwind gegen den Kreisel. Die Gegner wollten an der Stelle lieber eine Ampelkreuzung behalten. Der Stadtrat entscheid sich letztlich aber für die Planung des Staatlichen Bauamtes.

Zuletzt standen die Planer in der Kritik, weil sich die Planung zeitlich stark in die Länge gezogen hatte und weil die Kosten erheblich gestiegen waren. Ende 2015 präsentierte das Staatliche Bauamt dem Kissinger Stadtrat eine schlankere Planungsvariante über 915 000 Gesamtkosten. In vorherigen Planungen waren allerdings auch schon 1,9 Millionen Euro genannt worden. Aktuell gehen die Planer in ihrer Kostenschätzung von 2,61 Millionen Euro aus. Der Bund, der Landkreis und die Stadt Bad Kissingen teilen sich als Kreuzungsbeteiligte die Kosten. Der Bundesanteil liegt nach derzeitigem Stand bei etwa 1,27 Millionen Euro, Stadt und Landkreis zahlen jeweils nicht ganz 700 000 Euro. Auf die kommunalen Beträge sind zudem Zuschüsse des Freistaates von bis zu 70 Prozent möglich.