"Wir halten sie in dankbarer Erinnerung und wir bleiben über das Gebet mit ihnen und sie mit uns verbunden." Das sagte Pater Gottfried Scheer bei der Verabschiedung von Schwester Donata und Schwester Armella im Rahmen eines Gottesdienstes in Maria Bildhausen.

58 Jahre lang war Schwester Donata in Maria Bildhausen und betreute hier vorwiegend die Taubstummen später die Behinderten in der Gruppe Heinrich. 20 Jahre sind es bei Schwester Armella, die von 1987 bis 2007 die Oberin des Klosters war. Ihr Arbeitsbereich war die Gärtnerei aber auch die Betreuung der behinderten Menschen.

Rainer Waldvogel, Gesamtleiter von Maria Bildhausen bedankte sich im Namen aller Betreuten und der Mitarbeiter. "Es war ihr guter Geist, der hier bei uns gewirkt hat." Die Schwestern hätten zum einen das Gebet als Grundlage aber auch die Fähigkeiten zuzuhören.

In seiner Abschiedsansprache im Rahmen des Gottesdienstes sagte Pater Gottfried Scheer, dass es sicher nicht leicht sei vom Wirkungsort Maria Bildhausen weg zu gehen. Er erwähnte den Psalm 23, der besagt: "Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen." Das habe sowohl in Maria Bildhausen für die Schwestern gegolten, gelte auch für ihren neuen Lebensabschnitt in Ursberg.

"Beide nehmen heute Abschied von uns und wir von ihnen." Gott sei immer mit ihnen gewesen und erwarte sie nun auch in Ursberg. Kurz skizzierte der Prediger deren Lebenslauf: Schwester Donata Kieswimmer wurde 1927 in Unterthinsbach in Niederbayern geboren. 1954 legte sie ihr ewiges Gelübde ab und arbeitete bis 1958 in Ursberg im Wohnbereich.

Im gleichen Jahr wechselte sie nach Maria Bildhausen und war hier vorwiegend für die Betreuung der Taubstummen verantwortlich. Schwester Armella Mayr kommt aus Ruhfelden im Allgäu, legte 1953 in Ursberg ihr ewiges Gelübde ab und arbeitete an unterschiedlichen Filialen in der Gärtnerei und in der Betreuung. Von 1997 bis 2007 war sie dann Oberin der St. Josefskongregation Maria Bildhausen.

Pater Scheer blickte in seiner Predigt auf das Jahr 1958 zurück, als Schwester Donata nach Maria Bildhausen kam. Damals sei das Kloster längst nicht auf dem heutigen modernen Stand gewesen. "Es waren ganz einfache Zustände mit denen die Schwestern zurecht kommen mussten." So sei es üblich gewesen, dass sie im Saal bei den Behinderten schliefen und damit rund um die Uhr bei ihnen waren.

Das müsse man wissen um zu erkennen, was dies für die Schwestern bedeutete und dass sie trotzdem immer wieder ja zu ihrem Leben im Kloster in der Behindertenarbeit sagten. Der Pater verwies auf die Werke der Barmherzigkeit, wo unter anderem die Rede davon ist, den Menschen Heimat zu geben, Fürsorge und Liebe zu schenken aber auch Aufmerksamkeit. All dies habe Schwester Donata ihren behinderten Betreuten gegeben und das Tag für Tag.

"Sie hat ihr Leben aufgeopfert, war da für ihre behinderten Menschen." Freizeit, Erholung sei für sie ein Fremdwort gewesen. "Sie waren immer selbstlos für die anderen da und haben sich mit Leib und Seele für Maria Bildhausen und ihre Aufgabe eingesetzt." Diese Spuren von Schwester Donata seien auch heute und in Zukunft vorhanden, denn ihre Arbeit hat Früchte getragen.

Etwas, das auch für Schwester Armella gilt. Auch sie hat im Geist von Dominikus Ringeisen gewirkt und mit Hingabe sich der Behinderten angenommen. Dieser Geist des Gründers sei aber auch in allen Herzen der Schwestern zu spüren. Es sei die Einstellung zum Glauben, der durch das tägliche Gebet und die Eucharistiefeiern gestärkt wird. Schwester Armella sei dafür bekannt gewesen, dass sie vor allem bei kirchlichen Hochfesten wie Ostern oder Weihnachten besondere Vorbereitungen getroffen hatte und mit ihren Betreuten diese Feiertage feierte.


Zurück nach Ursberg

Nun gehe es zurück ins Mutterhaus nach Ursberg, wo ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Veränderungen, auch im Tagesablauf wird es geben, in der neuen Gemeinschaft bis hin zu den neuen Wohneinrichtungen. Diese Veränderungen finden im Jahr der Barmherzigkeit statt.

Leitgedanken seien dabei sich den Menschen zuzuwenden, ihnen Heimat, Geborgenheit und Schutz zu geben. "Das schenken die Schwestern unseren Betreuten Tag für Tag." Wichtig sei es bei allem aber auf Gott zu vertrauen und alles in seine Hände zu legen. Deshalb bleibe man in Maria Bildhausen mit Schwester Donata und Schwester Armella immer im Gebet verbunden.

Das unterstrich auch Rainer Waldvogel, Gesamtleiter der Behinderteneinrichtung Maria Bildhausen. Er sagte, dass man Dank sagen wolle für all das was beide Schwestern geleistet haben. "Wir wollen sie nicht einfach gehen lassen, sondern jedem die Möglichkeit geben, sich persönlich zu verabschieden."
Deshalb gab es nach dem Abschiedsgottesdienst noch einen kleinen Stehempfang vor dem Schwesternhaus. 58 Jahre und 20 Jahre im Dienst der behinderten Menschen bedeute eine enorme Leistung.

"Herzlich Vergelt`s Gott für ihre Dienste im Namen all unserer Betreuten", sagte Rainer Waldvogel. Als Geschenk gab es Erinnerungskarten aus Maria Bildhausen aber auch Erzeugnisse, die hier hergestellt werden. Rainer Waldvogel dankte Schwester Donata und Schwester Armella vor allem für den guten Geist, den sie in Maria Bildhausen gezeigt haben. Im Gebet sei man verbunden, habe Pater Scheer gesagt und Rainer Waldvogel fügte an: "Sie beten für uns und wir beten für Sie."