Speziell die nördliche fränkische Region ist statistisch gesehen das niederschlags ärmste Gebiet Bayerns. Die Folgen spüren vor allem die Pflanzen und Tiere in der freien Natur. Die ersten Gedanken gehen Richtung Landwirtschaft. Ganz erheblich betroffen sind aber auch die Sportvereine, die ihren Akteuren grüne Spielflächen bieten wollen.
Ganz besonders problematisch ist die lange Trockenheit für die Golfplätze, die deutlich größer sind als ein Fußballfeld. Hier sind gepflegte Grünflächen mit unterschiedlichen Graslängen besonders wichtig. Entsprechend groß sind der Pflegeaufwand und die tägliche Bewässerung, um gute Spielbedingungen zu haben. Diese wiederum haben große Auswirkungen auf die Frequentierung vor allem auch durch auswärtige Spieler. Alle Flächen grün zu halten, ist utopisch; die Golfer müssen Abstriche hinsichtlich der Platzqualität hinnehmen.
Wie reagieren die Clubs in Maria Bildhausen und Bad Kis singen auf die angespannte Lage? "Die Hitze und die anhaltende Trockenheit bereiten der Natur und dem Golfplatz erhebliche Schwierigkeiten", sagt Roland Ziegler, Spielführer des GC Maria Bildhausen. Das sei eine enorme Herausforderung für die Platzpflegemannschaft. "Der Club versucht, die vorhandenen Ressourcen zu nutzen", sagt Ziegler. Entnommen wird das Wasser aus dem eigenen Brunnen und dem vorhandenen See am Abschlag 10. In der Nacht werden die Abschläge, Greens, Fairways, die Abschlagterrassen der Driving Range und der Kurzplatz mittels eines Steuerprogramms bewässert. Einzelne Teile seien, so Ziegler, wegen des zu hohen Wasserverbrauchs und der Wärme des Bodens nicht mehr bewässerbar.


Positive Rückmeldungen

Während auf verschiedenen Golfplätzen nur noch kleine Flächen grün sind, kann der Platz in Maria Bildhausen bei den Fairways punkten. Hier wurde 2004 eine zweiseitige Bewässerungsanlage eingebaut. Wie Ziegler betont, kämen wiederholt Rückmeldungen, dass der Platz angesichts des Wetters in einem hervorragenden Zustand sei. Dies bestätigt auch Michael Then, Wettspielleiter des Baye ri schen Golfverbandes, der in der letzten Woche den 18-Loch-Platz und den 6-Loch-Kurzplatz gespielt hat. "Der Platz, der für alle Spielstärken und Meisterschaften geeignet ist, ist im Moment gerade im Hinblick auf die lang anhaltende Trockenheit in einem sehr guten, erstaunlich grünen Zustand", sagt Then. Allerdings bräuchten alle Plätze im Norden Bayerns dringendst Wasser. Im Süden habe es vor allem im Frühjahr viel mehr, teilweise zu viel geregnet. Den Platz in Bad Kissingen bezeichnet Präsident Franz-Josef Schäfer als "knochentrocken." Auch er sieht ein klares Nord-Süd-Gefälle in Bayern, da es in Südbayern keine so lang anhaltende Trockenheit gebe, was sich bei den Gästen bemerkbar mache. Derzeit werde zuerst nach der Bespielbarkeit und Trockenheit des Platzes gefragt. "Der Golfclub Bad Kissingen hat einen eigenen Brunnen, so dass wir derzeit unsere empfindlichen Bereiche, nämlich die Greens und Vorgreens, bewässern können", sagt Schäfer. Dies geschehe mit der entsprechenden Sorgfalt. Die Bewässerung werde nachts und auch nur in geringer Menge mit Hilfe eines Steuerprogramms durchgeführt.