Wer mit offenen Augen durch Burglauer, Niederlauer oder auch Salz fährt oder geht, kann dort kleiner und größere Unternehmen finden, die ihren Ursprung eigentlich in Münnerstadt haben. In mehreren Fällen war es den Inhabern nicht möglich, eine geeignete Fläche für ihr expandierendes Unternehmen zu finden. Jetzt ist einer dazu gekommen. Martin Schmitt hat rund drei Jahre lang versucht, ein Objekt zu finden, unmittelbar neben dem Getränkemarkt am Bahnhof wollte er bauen. Doch das scheiterte an den Auflagen. "Ich hätte bis zu 100 000 Euro für den Kanalanschluss zahlen müssen", sagt er. In die Hörnau wollte er wegen der miserablen Straße nicht. Und jetzt ist er weg. "Ich fühle mich in Niederlauer wohl, es ist klasse dort", sagt Martin Schmitt. Seit Anfang dieses Monats ist er dort.


Nach Flächen gesucht

Seit Jahren betreibt der Münnerstädter einen mobilen Lackschaden-Reparatur-Service, hat meist in Werkstätten der Umgebung gearbeitet. Dann wuchs die Anzahl seiner Privatkunden und damit auch der Wunsch nach einer eigenen kleinen Halle. Weil der Münnerstädter in seiner Heimat bleiben wollte, suchte er nach einem geeigneten Areal. Und er fand es am Bahnhof zwischen Getränkemarkt und Netto-Markt. Die Fläche wollte er zusammen mit drei Freunden kaufen, die dort ihre eigenen Pläne haben.


Einvernehmen erteilt

Nach eineinhalb Jahren war es soweit. Der Kaufvertrag von der Deutschen Bahn war vorbereitet, der Bauantrag gestellt, die Stadt hatte sogar schon das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Aber das Landratsamt als Genehmigungsbehörde machte dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung. Der Grund: Es gibt dort lediglich einen Kanal für das Oberflächenwassser, keinen für Schmutzwasser. Den hätte Martin Schmitt selbst bauen müssen. "Wir haben versucht, alle Hebel in Bewegung zu setzen", erinnert sich 2. Bürgermeister Michael Kastl, der in Vertretung des Bürgermeisters mit Martin Schmitt im Landratsamt war. Das sei ein Bespiel dafür, auf welche Schwierigkeiten man stoßen kann, obwohl die mit der Ausweitung des Sanierungsgebietes auf das Areal Bahnhof die Ansiedlung von Gewerbe fördern wollte. Das weiß auch der Bürgermeister, der mit Martin Schmitt beim Wasserwirtschaftsamt war. Schmitts Idee, das Problem mit einer Insellösung (Grube) aus der Welt zu schaffen, fand keine Zustimmung. Helmut Blank kann nicht so recht verstehen, warum man nicht schon beim Bau der Entlastungsstraße einen Kanal eingebaut hat.


Das war's

Also hat sich die Angelegenheit für Martin Schmitt erledigt. Die verbliebenen drei Interessenten für das Grundstück wollen lediglich Lager bauen, die nicht ans Abwassernetz angeschlossen werden müssen.
"Dann habe ich gehofft, dass es mit dem Gewerbegebiet an der B 19 etwas wird", sagt der Unternehmer. Aber auch daraus wurde nichts. "Drei Jahre hat das Ganze gedauert", fasst er zusammen. Das Gewerbegebiet Hörnau kam für ihn nicht in Frage. Als Grund nennt er den katastrophalen Zustand der Zufahrtstraße.

Nun hat er erst einmal für drei Jahre ein Domizil in Niederlauer gefunden. Sollte nach Ablauf dieser Zeit das Gewerbegebiet Hörnau wieder hergerichtet sein, kann er sich gut vorstellen, nach Münnerstadt zurückzukommen.


Noch ein Interessent

Das weiß auch der Bürgermeister. "Wir haben noch einen anderen Bewerber", sagt er. "Es geht nun darum, dass man das ordnungsgemäß ausbaut."