Was sucht ein Biber nachts in unmittelbarer Nähe des Reichenbacher Friedhofes? Diese Frage stellten sich in den sozialen Medien einige Bürger des Ortes, als sie die Bilder des toten Tieres sahen. Der arme Kerl musste seinen ungewöhnlichen Ausflug in trockenere Gefilde leider mit dem Leben bezahlen. Vermutlich wurde das Tier auf seiner Wanderschaft von einem Auto erfasst und getötet, meint Ortsreferent Fabian Nöth.

Ein bisschen Spott konnten sich die Reichenbacher aber doch nicht verkneifen angesichts der Auffundstelle: "Gläubiger Biber vor der Kapelle überfahren" hat Fabian Nöth gepostet. Andere wiederum vermuteten, dass der Biber, als ihn das Schicksal ereilte, aus Reichenbach auswandern wollte, um in der Lauer bei Münnerstadt heimisch zu werden. Mitten im Lockdown hatte das Tier nachts vermutlich nicht mit Autoverkehr gerechnet."Biber bleib bei deinem Wasser!", möchte man ihm nachrufen. Nur nutzt das jetzt leider nicht mehr. Oder sollte der Biber durch die in unseren Breiten ungewohnt starken Regenfälle verwirrt worden sein und gedacht haben, er befände sich schon am Wasser? Die Spiegelung der Kapelle in der Fahrbahn der Stadtgasse erweckt ja tatsächlich ein wenig den Eindruck eines kleinen Sees.

Doch Scherz beiseite. Ungewöhnlich ist der Auffundort auf jeden Fall. In Reichenbach gibt es zwar Biber am Bachlauf außerhalb der Ortschaft; das ist aber ein ganzes Stück entfernt von der Stelle, wo das Tier überfahren wurde. Normalerweise, lässt sich im Internet nachlesen, bewegt sich ein Biber nur zehn bis 20 Meter vom Ufer seines Gewässers weg.

Um neue Reviere zu finden, gehen Biber jedoch auf Wanderschaft und können dabei auch Opfer von Verkehrsunfällen werden, lässt sich ebenso nachlesen.

Fabian Nöth hat auf jeden Fall die Biberbeauftragte des Landratsamtes über den toten Biber informiert. Beeindruckt ist der Reichenbacher Ortsreferent von der Größe des Tieres. Dass diese so stattlich sein können, hat ihn ein bisschen überrascht.