San Francisco liegt zwischen Kopenhagen und Tokio, der Lake Michigan zwischen Königsee und Himmelssee - nein, das ist keine Ansicht der Weltkarte, das sind Namen der Zimmer auf den drei Stockwerken im Neubau vom "Haus der Familie" in Windheim. Hier wird noch fleißig gewerkelt, die Bauarbeiten laufen seit zwei Jahren, bis Ende des Jahres soll alles fertig sein, dann verfügt das Pflegeheim insgesamt über eine Fläche von 2000 Quadratmeter.

"Wir benennen die Zimmer nach europäischen, amerikanischen und asiatischen Städten" beschreibt Peter Martin, Geschäftsführer der Martin Schnapp GmbH und stellvertretender Heimleiter die Aufteilung. Die Nasszellen erhalten Seenamen, Ozean und Pazifik, so werden die beiden großen Pflegebäder genannt. Natürlich wird jedes Zimmer - insgesamt gibt es im Haus 51 Plätze, davon befinden sich 32 im Neubau - noch mit dem Namen des jeweiligen Bewohners versehen. 75 Prozent, so schreibt es das Heimgesetz vor, sind Einzelplätze. Im "Haus der Familie" sind sie 14 Quadratmeter groß, der Rest sind Doppelzimmer mit einer Größe von 20 Quadratmetern.

Jedes Zimmer hat ein behindertengerechtes Bad, das durch eine Schiebetür abgetrennt ist. "Wir stellen die Möbel, die Bewohner können aber auch selbst welche mitbringen", sagt Martin, der eine Ausbildung als Krankenpfleger absolviert hat. Seine Eltern, Gertie Martin-Schnapp und Manfred Schnapp, haben 1985 das "Haus der Familie mit dem Ziel ein Pflegeheim zu gründen, erworben. Im August 1987 wurde das Haus mit dem Einzug der ersten Bewohnerin eröffnet, die Bewohner sind zur Zeit zwischen 60 und 99 Jahre alt. "Wir verstehen uns als Familienbetrieb, bei dem auch die Familie als Prinzip in der Versorgung der Heimbewohner an erster Stellt steht", erklärt Martin, der schon als 14-Jähriger die Arbeit in der Pflege durch die Tätigkeit seiner Mutter, einer Heimleiterin, kennen gelernt hat.

3,8 Millionen Euro nennt Martin als Bausumme für den Neubau, der frei - also ohne jeglichen Fördermittel finanziert wird. "Bis zum Jahr 2030 brauchen wir in der Bundesrepublik 300000 neue Pflegeplätze" erklärt der Fachmann auf dem Weg vom zukünftigen Speisesaal mit Blick ins Grüne und integriertem Kachelofen zum Wintergarten mit Balkon. Alle Stockwerke sind über die Treppen zu erreichen und durch einen Aufzug verbunden. Hier oben offenbart sich den Bewohnern ein fantastischer Blick über Feld, Wald, Wiese und Windheim. "Mit Fotovoltaik-Technik auf dem Dach produzieren wir Strom und warmes Wasser", sagt Martin zur Energiegewinnung.

Im Untergeschoss befindet sich, neben dem Cafe mit einer großen Außenterrasse, das für Bewohner und ihren Angehörigen und Gästen des Hauses und der breiten Öffentlichkeit, in wenigen Wochen zur Verfügung steht, eine neue Hauskapelle, deren neugeschaffene Jugendstilfenster farbig leuchten und einen Aussegnungsraum dessen Festern im gleichen Stil wie die Hauskapelle gestaltet sind. Weiter befinden sich noch verschiedene Funktionsräume, wie eine Waschküche, die dem aktuellen Stand einer modernen Pflegeeinrichtung entsprechen.