Langsam kämpft sich der Sport ins Leben zurück. In mehreren Sportarten stehen in zwei Wochen die ersten Rundenspiele an. Für einige Abteilungen des TSV war es bis zum Wochenanfang eine Zitterpartie, ob sie überhaupt in die Saison starten können. Denn es war nicht sicher, ob die Stadt ihre beiden Schulturnhallen für den Vereinssport öffnet. Seit dieser Woche ist aber klar: Die Hallen werden trotz Corona vermietet. Voraussetzung ist aber ein Hygienekonzept. Das hat der TSV erstellt. "Das hat viel Arbeit gemacht", betont TSV-Vorstand Günter Scheuring in einem Gespräch mit dieser Zeitung.

Am Montag hat Bürgermeister Michael Kastl nach einem Gespräch mit TSV-Verantwortlichen entschieden, dass die Schulsporthallen ab sofort wieder für den Vereinssport nutzbar sind. Man habe im Vorfeld genau prüfen müssen, ob dies möglich sei, so Michael Kastl.

Die Stadt orientiere sich jetzt an denn Gepflogenheiten des Landkreises. Der hat seine beiden Schulturnhallen am Gymnasium bereits seit Ende August für den Hallensport von Vereinen geöffnet. Denn sportliche Betätigung sei schließlich auch ein Infektionsschutz, meint Michael Kastl. "Ich habe Vertrauen in den TSV, dass er das Hygienekonzept konsequent durchsetzt".

Dieses Konzept erfordert jetzt von allen Sportlern eine erhöhte Disziplin. Verantwortlich dafür, dass die Regeln eingehalten werden, sind die Übungs- und Abteilungsleiter. Günter Scheuring hofft auf die Einsicht aller Sporttreibenden. Er sei zwar der Hygienebeauftragte des Vereins, könne aber nicht jedem einzelnen hinterherlaufen. Die Übungsleiter haben im Extremfall sogar das Recht, Sportler, die gegen die Regeln verstoßen, der Halle oder des Platzes zu verweisen. Wer einen Blick in das Konzept wirft, weiß, dass es den Freizeitsport in der Praxis durchaus vor ungewohnte Herausforderungen stellt. Der Nasen- und Mundschutz darf nur zum Sport selbst abgenommen werden. Wer die Halle betritt, auf der Bank pausiert oder eine Gerätehalle betritt, muss wieder die Maske aufsetzen. Die Aktiven sind verpflichtet, nach jeder Übungseinheit in den genutzten Räumen oder Freiflächen die berührten Funktionsteile (Türgriffe, Halterungen, Wasserhähne und so weiter.) zu desinfizieren. "Nach jedem Gebrauch werden berührte Sportgeräte und Einrichtungsgegenstände gereinigt beziehungsweise desinfiziert", heißt es unter anderem im Konzept.

Am besten Dauerbelüftung

Soweit möglich, soll während des Sports in der Halle eine Dauerbelüftung gewährleistet sein. Ist dies nicht möglich, muss während einer Übungseinheit viermal pro Stunde quer gelüftet werden. Benutzt werden dürfen die Hallen von maximal 20 Sportlern. Bei Kinder reduziert sich die Zahl auf 15.

Schwierig wird es vor allem mit dem Duschen, weiß Günter Scheuring. Besonders betroffen sind von der Regelung die Fußballer, weil nur die beiden Eckduschen benutzt werden dürfen. Vor allem nach einem Fußballspiel müssen sich die Aktiven auf längere Wartezeiten einrichten. Aber eine andere Lösung gibt es nicht. Der TSV hatte sich sogar nach mietbaren Duschkabinen erkundigt, um die Kapazität zu erhöhen. Aber die Miete nur einer solchen Kabine hätte pro Woche 800 Euro gekostet. Das sei unbezahlbar, stellt der TSV-Vorstand und Stadtrat fest.

Jetzt ist er erst einmal froh, dass der Sportbetrieb wieder anlaufen kann. Denn jede Halle wird dringend benötigt, da die Mehrzweckhalle wegen Sanierung ja nicht für Training und Spielrunden zur Verfügung steht. Scheuring hofft, dass die Coronazahlen nicht weiter steigen und keine neuen Einschränkungen kommen.

Bürgermeister Michael Kastl verweist darauf, dass die Öffnung der Hallen immer im Zusammenhang mit dem Infektionsgeschehen betrachtet werden muss. Man werde sich am Handeln der übergeordneten Behörden orientieren, so Geschäftsleitender Beamter Stefan Bierdimpfl. Er erläutert auch, dass die Stadt dafür Sorge tragen wird, dass die Turnhallen zum Schulbeginn am Morgen immer in Ordnung sind. Darauf muss sich die Schulleitung verlassen können. Das bedeutet, dass die Schulkinder dort hygienisch einwandfreie Hallen für den Schulsport vorfinden werden, und auch die von den Sportlern genutzten Gänge in einwandfreiem Zustand sind. Das sei mit Mehraufwand verbunden, bestätigt Stefan Bierdimpfl. Der Mehraufwand lohne sich, ist die Meinung des Bürgermeisters.

Wer sich im Detail mit dem TSV-Hygieneschutzkonzept beschäftigen möchte, findet dieses auf der Homepage des Vereins im Internet unter www.tsv-muennerstadt.de