Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Diese Fußballer-Weisheit gilt auch für das Heimatspiel. Kaum ist die Saison eine Woche beendet, machen sich die Verantwortlichen bereits wieder Gedanken, was im nächsten Jahr noch besser laufen soll. Insgesamt allerdings ist der Vorsitzender der Heimatspielgemeinde, Bruno Eckert, heuer sehr zufrieden. Mehr als 1000 Zuschauer sahen die Aufführungen. Das hatte es schon längere Zeit nicht mehr gegeben. Und die Neuerungen in Organisation und Ausstattung haben sich ausgezahlt, glaubt Eckert.
Bewährt hat sich vor allem das neue Werbekonzept. Erstmals wurde in diesem Jahr das Spiel über ein professionelles Marketing beworben. Die Medienpräsenz auch in überregionalen Zeitungen sei größer gewesen. Die neuen Flyer hätten das Publikum angesprochen, so Eckert.
Das Marketing machte sich in den Besucherzahlen bemerkbar. Die Kartenvorbestellungen seien in diesem Jahr um mehr als 100 Prozent nach oben gegangen. Aufgefallen ist Bruno Eckert zudem, dass Hessen in diesem Jahr stärker vertreten waren, aber auch Zuschauer aus dem Raum Würzburg.
Wären nicht die Wetter-Extremen gewesen, es hätte vielleicht noch mehr Zuschauer gegeben, glaubt Bruno Eckert.Am ersten Spieltag war es manchem einfach zu heiß, am zweiten gab es wegen der Kälte Abbestellungen und am Dritten gab es zwischendurch Nieselregen.
Schon im ersten Jahr haben sich die neuen Absperrungen bewährt. Das System spare viel Arbeit und sei leicht zu handhaben. "Die Aufbauzeit hat sich dadurch mindestens halbiert", hat der Vorsitzende festgestellt. Das sei für alle Helfer ein Riesenvorteil. Die Helfer bekommen von Eckert in diesem Jahr ein besonders dickes Lob. Selten hätten am Ende des dritten Heimatspieltages so viele Hände mit angepackt.
Die neuen Absperrvorhänge findet Bruno Eckert gelungen. "Sie fallen nicht mehr so sehr auf". Die Foto-Optik des Sichtschutzes am Anger sei ebenfalls gelobt worden. Er sei häufig darauf angesprochen worden.
Aber natürlich gibt es Punkte, über die in nächster Zeit mit den Heimatspielern ernsthaft diskutiert werden müsse, sagt Bruno Eckert. Die Beteiligung an den Proben war seiner Meinung nach zu schwach. "Es ist schlecht, wenn die Leute nicht bei den Proben sind", stellt er fest.Dann würden viele Abläufe einfach nicht richtig sitzen. Das Problem sind die Sommerferien. Obwohl die Termine fürs Heimatspiel schon immer ein Jahr im voraus bekannt sind und er auch immer bitte, dies bei der Urlaubsplanung zu berücksichtigen, fehlen zu viele Akteure. Das Urlaubsproblem mache sich auch bei den Kapellen bemerkbar. Auch diese hätten Probleme, ausreichend Musikanten zusammenzubringen. Sorgen macht sich der Vorsitzende der Heimatspielgemeinde um die Besetzung der Fanfarengruppe. Hier sucht er händeringend nach Bläsern.
Bestätigt werden diese Beobachtungen vom diesjährigen Spielleiter Herbert Wolf. Das Spiel auf der Bühne ist ihm zu statisch. Die Akteure müssten mehr mit Gestik und Mimik mitspielen, findet er. Oft seien es nur Kleinigkeiten, die müssten aber geprobt werden. Das sei aber schwierig, wenn bei den großen Stellproben kurz vor den Aufführungen noch viele Mitwirkende in Urlaub sind.
Bruno Eckert macht das zunehmende Alter vieler Akteure Sorgen, zumal es für einige Hauptrollen aktuell keine Doppelbesetzung gibt. "Wir sind im fortgeschrittenen Alter", sagt er und meint damit unter anderem auch sich selbst. Nächstes Jahr wollen sich langjährige Darsteller zurückziehen, weiß er schon jetzt. Dieses Problem komme verstärkt.
"Wir müssen jetzt nach Leuten suchen", erklärt Eckert. Er will sich deshalb noch in diesem Herbst mit den Verantwortlichen des Spiels und den Solisten zusammen setzen, um die Weichen für eine Verjüngung zu stellen.