Hintergrund ist die Tatsache, dass mittlerweile zu wenige Kinder in die Nüdlinger Mittelschule wechseln, um dort eigene Klassen zu bilden. Bereits in diesem Schuljahr mussten die Siebtklässler aus Nüdlingen kurzfristig zum Schuljahresbeginn in die Münnerstädter Mittelschule wechseln.
Von der Gründung des gemeinsamen Schulverbandes profitiere auch die pädagogische Qualität der Mittelschule, erläuterte Rektorin Ulrike Freifrau von und zu der Tann. Das pädagogische Angebot könne deutlich verbessert werden.
In der Sitzung gab es zugleich ein Bekenntnis zum bestehenden Schulverbund, dem neben Münnerstadt und Nüdlingen auch Maßbach angehört. "Die Maßbacher sollen nicht zu kurz kommen", betonte 2. Bürgermeister Michael Kastl. Er kündigte für die nächste Woche eine Sitzung des Schulverbundes an, in dem offene Fragen geklärt werden sollen.
Nüdlingens Bürgermeister Harald Hofmann war in der Stadtratsitzung und erläuterte, die Situation. "Wir haben uns für das Wohl der Kinder entschieden", betonte Hofmann. Die Jahrgangsstärken in der Nüdlinger Mittelschule würden in den nächsten Jahren teilweise auf unter 10 Kinder sinken. Eine eigene Klasse benötige aber mindestens 15 Kinder. Sonst werde sie vom Schulamt nicht genehmigt. "Von den Prognosen her ist es nicht mehr machbar, die Kinder in Nüdlingen zu beschulen", betont Harald Hofmann. Das liege daran, weil viele Nüdlinger Kinder nach der vierten Klasse an Realschule oder Gymnasium wechseln.


Höhere Schülerzahl

Ulrike Freifrau von und zu der Tann erläuterte den Stadträten, dass sich durch den gemeinsamen Schulverband die Lehrerstundenzahlen an der Freiherr-von-Lutz-Schule in Münnerstadt deutlich erhöhen. Eine höhere Schülerzahl sei immer positiv, so die Rektorin. Diese führe zu mehr Lehrerstunden und zu mehr Flexibilität im Unterricht.


Bessere Angebote

Damit sei ein breiteres Angebot als bisher möglich. Die Rektorin nannte beispielsweise die Chance, bereits ab der 7. Klasse eine sogenannte M-Klasse einrichten zu können, die noch gezielter auf den mittleren Bildungsabschluss vorbereiten kann. Auch Arbeitsgemeinschaften ließen sich auf diese Weise besser verwirklichen, unter anderem für eine intensivere Berufsvorbereitung. Ulrike von und zu der Tann denkt aber auch an sportliche Angebote wie Mountainbike-Kurse oder Bogenschießen.
Der Schulverband Münnerstadt / Nüdlingen stärke den Schulverbund, betonte Bürgermeister Harald Hoffmann. Den Argumenten schlossen sich die Stadträte einhellig an. "Die Ausbildung für alle wird verbessert", war das Fazit, das Stadtrat Leo Pfennig zog.


Zusamnenarbeit intensivieren

Deshalb bat Stadtrat Dieter Petsch, der Schulverband müsse möglichst schnell umgesetzt werden. Und er sah es als sehr wichtig an, dass Nüdlingen und Münnerstadt Partner auf Augenhöhe sind. "Zusammen bringen wir das hin", zeigte sich 2. Bürgermeister Michael Kastl zuversichtlich.
Den gemeinsamen Schulverband sahen die Stadträte als weitere Möglichkeit, die bereits bestehende Zusammenarbeit zwischen den Kommunen noch zu intensivieren. Man könne vielleicht auch auf weiteren Gebieten enger zusammenarbeiten, so die Erwartung von Dieter Petsch. Der Schulverband soll nun schnellstmöglich gegründet werden. Die Vertreter beider Gemeinden sowie das staatliche Schulamt sollen die entsprechenden Vertragsdetails erarbeiten.


Gemeinsamer Aufwandsträger

Im Schulverband werden Münnerstadt und Nüdlingen gleichberechtigte Partner und Sachaufwandsträger der Schule sein. Ob der Schulverband tatsächlich schon zum neuen Schuljahr unter Dach und Fach ist, ist offen. Es gebe viele Fragen zu klären, hat Bürgermeister Hofmann in den letzten Tagen bereits festgestellt. Der neue Schulbusverkehr ist beispielsweise ein solches Thema.