Das Netzwerk wird immer größer. Am Donnerstagabend stellte Münnerstadts Klimaschutzmanager Stefan Richter bei der Stadtratssitzung in Bad Königshofen das Vorhaben vor. Die Entscheidung wird in der nächsten Woche erwartet. "Bei 25 Kommunen kommt der Deckel drauf", sagt Stefan Richter. Das ist die Grenze, die das Institut für Energietechnik an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg- Weiden empfiehlt. 15 Kommunen waren bereits auf der Liste, als Stefan Richter den Förderantrag eingereicht hat.

Andere, wie Hammelburg, Oberthulba, Niederwerrn oder Dittelbrunn, haben auch noch Interesse, von Aura und Wartmannsroth liegt das Formular schon vor. So werden dem Kommunalen Netzwerk Klimaschutz am Ende Kommunen aus drei Landkreisen angehören. Da es bereits jetzt wahrscheinlich mehr als 25 Gemeinden und Städte sind, die mitmachen wollen, fährt Stefan Richter in der nächsten Wochen nach Amberg, um eine Lösung zu finden. Es sei bereits eine in Sicht, sagt er.

Kinder suchen Namen und Logo

Am 1. Mai oder 1. Juni soll eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts gegründet werden, so Stefan Richter. Was noch fehlt, sind ein Name und ein entsprechendes Logo. "Es geht um die Zukunft", sagt Münnerstadts Bürgermeister Michael Kastl dazu. Deshalb wird ein Wettbewerb unter den Schulen der Netzwerk-Gemeinden ausgelobt. Die Kinder sollen den Namen und das Logo finden. Dafür gibt es dann auch Preise.

Für die bisher gemeldeten 15 Kommunen beträgt das Gesamtvolumen für die dreijährige Laufzeit 750 000 Euro, also 50 000 Euro pro Kommune. Bei einer 70-prozentigen Förderung durch den Bund verbleiben 15 000 Euro, also 5000 Euro pro Jahr und Kommune. Davon werden unter anderem der Netzwerkmanager vom Institut für Energietechnik, Berater, die Moderation (Vorbereitung, Durchführung, Nachbereitung der Netzwerktreffen) und externe Referenten bezahlt. Für die Mitgliedskommunen werden verschiedene Projekte identifiziert, Gutachten erstellt und schließlich die Projekte umgesetzt.

Konkrete Wünsche

Konkret könnte das beispielsweise die Klimaneutralität einer Gemeinde sein, die Beheizung eines Neubaugebiets oder die Entwicklung von Fern- und Nahwärmenetzen. Manche Kommunen haben schon ganz genaue Vorstellungen. Michael Kastl beispielsweise hat den Karlsberg im Visier. Ihm geht es um die Wärmeversorgung vom früheren Hallenbad, Alt-BBZ, Volksschule und möglicherweise auch Privathäusern. Ein weiteres Thema ist Wasserstoff. Wenn Münnerstadt mehr Energie erzeugt, als die Stadt verbraucht, ließe sich die in Wasserstoff speichern. Den könne man beispielsweise im eigenen Fuhrpark verbrauchen. Auch das aktuelle Thema Photovoltaik in der Altstadt gehört dazu.

"Wir haben einen riesigen Pool an Fachkräften zur Verfügung, die uns auf den neuesten Stand bringen", sagt Stefan Richter zum Netzwerk. "Begleitet werden die Projekte von 50 Wissenschaftlern und Ingenieuren." Viermal pro Jahr wird es Netzwerktreffen geben, wo jede Mitgliedskommune ihre Projekte vorstellt. Dort gibt es einen konkreten Austausch, aber auch eine konkrete Abstimmung untereinander. Auch nach den drei Jahren laufen die Netzwerke weiter, die sich dann meist spezialisieren, so der Klimaschutzmanager. Energieeffizienznetzwerke oder Mobilitätsnetzwerke sind Beispiele dafür.

Vernetzung notwendig

Münnerstadt war die erste Kommune im Landkreis, die einen Klimaschutzmanager eingestellt hat. "Klimaschutz muss von unten kommen, muss in den Kommunen beginnen", sagt Michael Kastl dazu. Denn die Städte und Gemeinden haben die Fläche. Und: "Um effizient arbeiten zu können, müssen sich die Kommunen vernetzen." Stefan Richter findet einen bekannten Slogan dafür: "Gemeinsam sind wir stärker."

Eigentlich ist Stefan Richter ja als Klimaschutzmanager der Stadt eingestellt, die Gründung eines Netzwerkes Klimaschutz gehört nicht unbedingt zu seinen Kernaufgaben. "Die Stelle ist vom Bund sehr gut gefördert", sagt Michael Kastl dazu. "Klimaschutz kann nur im Netzwerk funktionieren und über die Gemeindegrenzen hinaus. Daher ist es für uns Verpflichtung, dass unser Klimaschutzmanager in dieser Phase auch mit anderen Kommunen zusammenarbeitet."

Stefan Richter bringt es so auf den Punkt: "Wenn es ein Netzwerk gegeben hätte, hätte ich sofort angedockt. Aber es gab keins, deswegen haben wir eins gemacht", sagt er. "Wir wollen möglichst viel aus den Fördermitteln vom Bund machen", fügt der Bürgermeister hinzu. Stefan Richter habe schon in seinem Vorstellungsgespräch auf die Wichtigkeit einer Vernetzung hingewiesen. Er sei nicht da, um zu sagen, was gemacht werden darf. Er wolle helfen, die Wünsche umzusetzen.