Gleich bei drei Tagesordnungspunkten ging es in der Bad Bockleter Gemeinderatssitzung um die Feuerwehr: Das Feuerwehrhaus im Staatsbad muss wegen Platzmangel erweitert, das Steinacher Feuerwehrhaus durch ein neues ersetzt werden und die Freiwillige Feuerwehr in Aschach soll einen neuen Mannschaftstransportwagen bekommen. In allen drei Fällen dürfen die Wehren mit dem Wohlwollen des Ratsgremiums rechnen, auch wenn noch keine endgültigen Entscheidungen getroffen werden konnten, sondern die Verwaltung nur mit der zielführenden Weiterbearbeitung beauftragt wurde.

Umbau in Bad Bocklet

Bei der Aufstellung des gemeindlichen Feuerwehrbedarfsplans wurde im Zusammenhang mit der beabsichtigten Neubeschaffung eines Löschfahrzeugs LF 20 für die Staatsbad-Feuerwehr festgestellt, dass die räumliche Situation im Bad Bockleter Feuerwehrhaus völlig unzureichend ist. Es fehlt an Parkmöglichkeiten für die anrückenden Einsatzkräfte, die Fahrzeughalle, in der die Wehrleute sich heute auch noch umziehen müssen, verfügt über keine Absauganlage und es fehlt an Platz zur Pflege der Atemschutzgeräte. Zur Abstellung dieser Mängel wurde das Brückenauer Architekturbüro Richter mit der konzeptionellen Planung eines Umbaues beauftragt.

Architekt Stefan Richter stellte dem Gemeinderat nun eine wünschenswerte sowie eine auf die geforderten Mindestmaße abgespeckte Alternative vor. "Alternative 1 wäre optimal, hat nur ein Problem - die Kosten", stellte Richter fest und nannte die Summe von fast 430 000 Euro. Schon vor der Ratssitzung hatte sich die Feuerwehr Bad Bocklet aus Kostengründen bereits mit der preiswerteren zweiten Variante zufrieden erklärt. Deren Kommandant und Gemeinderat Christian Horn (CSU) meinte deshalb auch, mit den geplanten Umbauten der preiswerteren, nur 350 000 Euro teuren Variante seien die beiden wichtigsten Probleme gelöst - größere Umkleiden und ausreichend Platz für das neue Löschfahrzeug.

Die preiswertere Umbau-Alternative unterscheidet sich von der teureren lediglich dadurch, dass Werkstatt, Stiefelwaschanlage, Umkleiden und Toiletten bei Einhaltung der Mindestmaße insgesamt kleiner ausfallen. Die gewünschten zehn Stellplätze auf der südlichen Grünfläche, ein neuer Abstellplatz für das Boot neben der Trafostation sowie der Abriss des nicht mehr benötigten Schlauchturms und des Anbaues sind in beiden Alternativen vorgesehen.

"Dass wir dann für Männer und Frauen endlich getrennte Umkleiden und Toiletten haben, ist schon ein Fortschritt", machte Geschäftsleiter Thomas Beck auf die Neuerung aufmerksam. Der Gemeinderat befürwortete die weitere Planung einstimmig.

Neubau in Steinach

In Steinach hat sich gezeigt, dass die Einfahrtstore des Feuerwehrhauses für das neu zu beschaffende Löschfahrzeug LF 10 zu klein sind. Dem gewünschten Zuschussantrag für den Fahrzeugkauf wird die Bezirksregierung aber erst dann zustimmen können, betonte Geschäftsleiter Beck in der Gemeinderatssitzung, wenn eine ordnungsgemäße Unterbringung des Fahrzeugs nachgewiesen werden kann. Nach Aussage des Brückenauer Architekturbüros Richter ist ein Umbau des heutigen Gebäudes wirtschaftlich nicht vertretbar, wenn nicht sogar altersbedingt unmöglich.

Im Zuge der Überlegungen für den deshalb notwendigen Neubau kam der Gedanke auf, angesichts fehlender Versammlungsräume nach Schließung der Dorfgaststätten ein neu zu bauendes Feuerwehrhaus zugleich als Dorfgemeinschaftshaus mitnutzen zu können und den zusätzlichen Raumbedarf zu ermitteln.

Treff für die Dorfgemeinschaft

Zudem sollte mit Feuerwehr und Sanitätszug die Frage des Standortes abgeklärt werden. Als Alternative zum heutigen Standort war an das Gewerbegebiet Eckartspfad gedacht worden, doch nach einer Ortsbesichtigung hatten sich Feuerwehr, Sanitätszug und Verwaltung auf einen Neubau auf dem alten Platz geeinigt. Entsprechend stellte Architekt Stefan Richter dem Gemeinderat nun eine erste, noch völlig unverbindliche Raumskizze vor und schwärmte von der "tollen Lage für ein Dorfgemeinschaftshaus mit herrlichem Ausblick".

Geschäftsleiter Beck bat den Gemeinderat um einen Grundsatzbeschluss, um die Planungen für ein kombiniertes Feuerwehr- und Dorfgemeinschaftshaus weiter bearbeiten zu können. Dazu gehört auch die Klärung des Raumbedarfs, der für die Feuerwehr zwar bekannt, seitens der Vereine aber noch unbekannt ist. Der Steinacher Gemeinderat Marcel Dünisch (FCW), Ansprechpartner für den Jugendverein Bad Bocklet, empfahl eine Abfrage bei den Vereinen. "Es gibt ja Vereine, die kaum noch existieren, sich vielleicht bald auflösen und gar keinen Raum brauchen."

Ein schnelles Vorgehen war Geschäftsleiter Beck vor allem deshalb wichtig, da die Ausschreibung für das zu beschaffende Löschfahrzeug so lange pausieren muss, bis dessen ordnungsgemäße Unterbringung garantiert werden kann. Ob letztlich die Vorstellung eines kombiniert nutzbaren Gebäudes umgesetzt werden kann, sei noch völlig offen. Dies sei letztlich vom Raumbedarf und den daraus zu ermittelnden Kosten bei Berücksichtigung möglicher Zuschüsse abhängig. Das Gremium stimmte dem Fortgang der Planungen einstimmig zu.

Neues MTW in Aschach

Bereits 2017 hatte die Feuerwehr Aschach die Ersatzbeschaffung eines neuen Mannschaftstransportwagens (MTW) beantragt, diesen Antrag aber zunächst bis nach Ergebnisvorlage des gemeindlichen Feuerwehrbedarfsplanes zurückgestellt. Doch auch jetzt wird ein MTW am Standort Aschach noch als notwendig erachtet, weshalb der Antrag auf Ersatzbeschaffung seitens der Feuerwehr erneut auf die Tagesordnung der Sitzung kam.

Ein neues Fahrzeug ist deshalb dringend notwendig, da das alte mit Baujahr 1992 fast 30 Jahre alt und bereits 220 000 Kilometer gefahren ist. "Weitere Reparaturen sind wirtschaftlich wirklich nicht mehr vertretbar", bekräftigte Geschäftsleiter Thomas Beck den Antrag der Feuerwehr. Zuvor war noch überlegt worden, statt eines MTW ein vielfältiger nutzbares Mehrzweckfahrzeug anzuschaffen. Doch nach Ergebnis des Feuerwehrbedarfsplans und nach Aussage der Wehren reicht ein einziges Exemplar eines solches Fahrzeugtyps für die gesamte Marktgemeinde, so dass man sich im Falle Aschachs mit einem Mannschaftstransportwagens begnügen kann.

Die Kosten für ein solches Fahrzeug ohne Extras liegen zwischen 30 000 und 35 000 Euro, entsprechende Haushaltsmittel sind im Haushalt 2021 eingeplant. Nach dem jetzigen Grundsatzbeschluss des Rats ist es nun Aufgabe der Verwaltung, etwaige Sonderwünsche der Aschacher Feuerwehr abzufragen. Erst dann könne man verbindlich über Kosten und einen Finanzierungsanteil der Marktgemeinde sprechen, was letztlich Voraussetzung für eine Kaufentscheidung ist.