Die Bilder dokumentieren Missbrauch: Jungen und Mädchen beim Verkehr - Kinder, noch keine 14 Jahre alt. Auf anderen Aufnahmen: weibliche Geschlechtsorgane. Junge Frauen, Teenies, Mädels - noch nicht einmal volljährig. 293 solcher Fotos findet die Polizei auf dem Rechner eines Mannes aus dem Altlandkreis. Vor Gericht lässt er seinen Anwalt für sich sprechen. Der sagt: "Von ihm gehen keine Gefahren für Kinder aus!"

Auf dem Bild, das der Angeklagte vor zwei Jahren in die Chat-Gruppe stellt, war ein nacktes, weibliches Kind in gestellter Pose zu sehen. Außer den anderen, die gerade in diesem Chat online sind, hat auch eine Non-Profit-Organisation das hochgeladene Foto auf dem Schirm. Die meldet die IP-Adresse. Der Angeklagte fliegt auf. Bei der Hauptverhandlung am Kissinger Amtsgericht wird der Hauptkommissar aussagen, der die Wohnung des Mannes durchsucht und dessen Rechner sichergestellt hat.

Pädophile Neigungen?

"Er war kooperativ und hat alles zugegeben", sagt der Beamte. Sachverständige einer Firma werteten Computer, Laptop und Speichermedien aus. Das Ergebnis: 293 Fotos, die dem Mann nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft folgende Anklage einbrachte: "Verbreitung, Erwerb und Besitz kinderpornographischer Schriften". Drei Monate bis fünf Jahre Strafe drohen dem Mann. Ob er pädophil sei, will der Staatsanwalt vom Angeklagten wissen. "Haben Sie da ein Problem?"