Stressige Wochen liegen hinter Cornelia Krodel, der Leiterin des Staatlichen Schulamtes Bad Kissingen. "Die Grundschulen waren sehr gut versorgt, aber an den Mittelschulen hatten wir Personalprobleme", fasst sie die Situation zusammen. Jetzt, kurz vor dem Schulstart, sei aber alles gut: "Wir haben alles lösen können." Selbst die neuen Team-Lehrer, die vom Kultusministerium im Zuge der Corona-Pandemie eingeführt wurde, habe sie gefunden: Lehrer, die wegen einer Vorerkrankung, ihres Alters oder Schwangerschaft nicht am Präsenzunterricht teilnehmen können, werden vor Ort durch Hilfskräfte ersetzt. Die fachliche Leitung der Klasse bleibe aber bei der "Stamm-Lehrkraft".

Im unterfränkischen Trend

Das Staatliche Schulamt ist für insgesamt 4898 Schüler in den 21 Grund- und 12 Mittelschulen zuständig. Das sind 14 Schüler oder 0,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. An Grund- und Mittelschulen ist der Trend auf niedrigem Niveau gegenläufig: Die Zahl der Grundschüler steigt von 3120 auf 3147 (plus 0,9 Prozent), die der Mittelschüler sinkt von 1764 auf 1751 (minus 0,7 Prozent).

Neu eingeschult werden im Landkreis Bad Kissingen morgen 775 Abc-Schützen, das sind 22 oder 2,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Damit liegt der Landkreis genau im unterfrankenweiten Trend: 10 719 Abc-Schützen meldet die Regierung von Unterfranken insgesamt für den Bezirk, das sind 2,8 Prozent mehr als 2019. In der Region Main-Rhön liegt das Plus sogar bei insgesamt 4,0 Prozent.

Laut Schulamtsdirektorin Cornelia Krodel könnte der Anstieg noch höher sein, allerdings sei der 2019 eingeführten Einschulungskorridor noch beliebter als vor einem Jahr: Wenn ein Kind zwischen zwischen 1. Juli und 30. September sechs Jahre alt wird, dürfen die Eltern völlig frei entscheiden, ob es eingeschult wird. "Der Einschulungskorridor ist mehr genutzt worden, wegen Corona wollten viele Eltern vermutlich lieber noch ein Jahr warten", berichtet Krodel.

Befristete Arbeitsverträge

Corona war auch bei den Vorbereitungen oft Thema: Bereits seit Juli sucht das Kultusministerium "Team-Lehrkräfte". Akademiker, pädagogische Fachkräfte und sogar Studierende höherer Semester konnten sich bewerben. In ganz Unterfranken wurden laut Bezirksregierung 35 befristete Stellen für diese "Corona-Reserve" geschaffen, Schulamtsleiterin Krodel hat fünf davon besetzt. Unter anderem sei ein pensionierter Lehrer rekrutiert worden. Außerdem wurden Teilzeit-Quoten erhöht. Im Landkreis treten zudem 41 neue Lehrer ihren Dienst in Grund- und Mittelschulen an. Zehn Lehramtsanwärter beginnen den Vorbereitungsdienst an Grundschulen, vier das Referendariat an einer Mittelschule.

Wechsel in der Schulleitung

Auch in Leitungspositionen gab es Veränderungen: Detlef Haas ist neuer Leiter der Grundschule Bad Bocklet. Er folgt Michael Heyne nach, der die Leitung der Mittelschule Bad Brückenau übernimmt. Die dortige Schulleiterin Birgit Herré war bereits im vergangenen Jahr ins Schulamt gewechselt. Neuer Konrektor in Bad Bocklet ist Norbert Werner, seine Vorgängerin Elisabeth Henneberger ist in Ruhestand. Sabine Oschmann-Hockgeiger übernimmt die Leitung der Oberleichtersbacher Grundschule, nachdem der dortige Schulleiter Andreas Kraus nach Südbayern versetzt wurde.

Alle Lehrer wurden laut Krodel auf Corona getestet.Für alle Schüler gilt ab morgen Maskenpflicht in den Schulhäusern, außer für die Grundschüler ist diese auch im Unterricht verpflichtend. Bleiben die Infektionszahlen im Landkreis so niedrig wie bisher, sind danach keine Masken mehr im Unterricht notwendig und es kann auch mit dem Präsenzunterricht für alle Schüler weitergehen.