Mehr als 50 Bürger der Marktgemeinde Zeitlofs verfolgten die Entscheidung des Gemeinderats bezüglich des geplanten Windparks im Roßbacher Forst. Auch die Gründer der Initiative "Für der Roßbacher Forst" lauschten gespannt der Entscheidungsfindung der Gemeinderäte. Doch zunächst richtete Bürgermeister Wilhelm Friedrich (CSU) persönliche Worte an die Bewohner des betroffenen Gemeindeteils.

In der Bürgerversammlung vom 31. Januar, so der Bürgermeister, sei er von vielen belächelt worden, als er von "seiner Heimat" gesprochen habe. Heimat, so Friedrich weiter, heiße für ihn nicht Abschottung. "Ich persönlich stehe weiterhin zur Energiewende und zur Windkraft in meiner Heimat, dem Markt Zeitlofs in der Rhön", so der Bürgermeister.

Kein Vertrauen in Projekt

Roland Limpert (PWG), zweiter Bürgermeister, wiederholte vor der Abstimmung der Gemeinderäte die Ereignisse der vergangenen Monate. Während der Gemeinderatssitzung im Dezember 2018 habe er ein großes Informationsdefizit zum Thema Windkraft und einen Dialogwunsch seitens der Bevölkerung festgestellt. Bei Gesprächen mit Vertretern der Bürgerinitiative "Für den Roßbacher Forst" habe er mit den Initiatoren Argumente ausgetauscht und sachbezogen über das Für und Wider diskutiert. Auch mit dem Ergebnis, dass die Bürger stärker in die Planung mit einbezogen werden sollten. Daraus resultierte am 31. Januar eine Bürgerversammlung in Weißenbach.

Limpert zeigte sich von der Vorstellung der Projektentwickler auf der Bürgerversammlung enttäuscht. "Ich habe hier verständliche und belegbare Informationen hinsichtlich der finanziellen Vorteile des Windparks für die Gemeinde, visuelle Darstellungen und Aufklärung über Infraschall oder Lärmemission erwartet", so Limpert. Die Initiatoren hätten eine Möglichkeit vertan, ihr Projekt mit all deren Vorzügen zielsicher und überzeugend zu präsentieren. "Für mich ist hier Vertrauen verloren gegangen", so Limpert in seinem Fazit.

Inzwischen habe es einige grundlegende Veränderungen gegeben. Dazu gehören der Wegfall eines gemeindlichen Grundstückes in der Projektplanung, keine gesicherten Angaben zur Windhöffigkeit und nur "vage Versprechungen zum Rückbau der Anlagen". Nicht zuletzt wies Limpert er auf eine mögliche Signalwirkung für die Aufnahme der Vorrangfläche 2 -55 zwischen Zeitlofs und Altengronau in den Regionalplan Südhessen für erneuerbare Energien hin. Beide Flächen, also der Roßbacher Forst und die hessische Seite, grenzten direkt aneinander an. Das bedeute, so der zweite Bürgermeister "dass Tore für weitere Bauvorhaben von Windparkanlagen in der Umgebung geöffnet werden".

Initiative erleichtert

In diesem Zusammenhang bedankte er sich besonders bei den Begründern der Roßbacher Initiative für die sachliche Aufarbeitung der Fakten. Bedauerlicherweise, so Limpert weiter, "gab es auch einige Bürger, die am Thema vorbei unsachliche und unwahre Behauptungen in Wort und Schrift gegenüber dem Gemeinderat von sich gegeben haben". Diesen Teilen der Bürgerschaft möchte Limpert mitgeben, dass sie auch mit ihrem Verhalten Verantwortung tragen, wenn junge Gemeinderäte Rücktrittsgedanken äußern.

Bei der anschließenden Abstimmung zum Thema "Antrag auf Herausnahme einer Teilfläche aus dem Landschaftsschutzgebiet" stimmten die Gemeinderäte mit 14:1 Stimmen dagegen. Die Gründer der Initiative "Für den Roßbacher Forst" zeigten sich im Anschluss hoch erfreut über das Ergebnis der Abstimmung. "Die Gemüter haben sich beruhigt und wir sind sehr stolz darauf, dass der Gemeinderat das Thema so sachbezogen analysiert hat", so Kerstine Hauser von der Initiative. Grundsätzlich, so Hauser weiter, dürften beim Thema Energiewende weder die Natur, die Gesundheit der Tiere noch die der Menschen beeinträchtigt werden. Aus diesem Grund stehe die Initiative der Windkraft kritisch gegenüber, da diese drei grundlegenden Punkte oft nicht berücksichtigt werden könnten. "Dann müssen im Rahmen der Energiewende nach anderen Lösungen gesucht werden, beispielsweise mit Solarstrom", sagt Hauser abschließend. Ideen zum Thema werden in Zukunft weiter offen analysiert.